NPD-Thüringen lockt ins „Flieder Volkshaus“

Eine Woche vor der Thüringer Landtagswahl veranstaltet die NPD am Samstag einen Flohmarkt in ihrer Eisenacher Parteizentrale – anwesend ist dort auch die Spitzenkandidatin Antje Vogt.

Donnerstag, 17. Oktober 2019
Horst Freires

Die NPD bietet eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen in ihrer Parteizentrale in Eisenach einen Flohmarkt an. Beworben wird das Wahlkampflockmittel für den 19. Oktober im „Flieder Volkshaus“, in dem der langjährige NPD-Aktivist Patrick Wieschke quasi den Hausmeisterposten innehat. Dort hat es zuletzt am 5. Oktober zum wiederholten Mal einen braunen Liedermacherabend gegeben, diesmal in der Zusammenstellung mit „Hermunduren“, „Zeitnah“ und „RAC’n’Roll Teufel“, Pseudonym von Enrico Hager.

Ausdrücklich wird auf einem Werbeflyer darauf hingewiesen, dass die Landtags-Spitzenkandidatin der NPD Antje Vogt die Flohmarktstände betreuen wird. Sie ist zugleich stellvertretende NPD-Landesvorsitzende in Thüringen und Gemeinderatsmitglied in ihrem Heimatort Mihla (Wartburgkreis). Die mit der AfD gleichstark vertretene vierköpfige NPD-Stadtratsfraktion in Eisenach mit Wieschke an der Spitze hat sie zur Fraktionsgeschäftsführerin gemacht. Sie bietet nach Aussage der Partei jede Woche einen Kinderspieltreff im „Flieder Volkshaus“ an.

Eisenach bei der Kommunalwahl NPD-Hochburg

Auf der Landesliste der Nationaldemokraten für die Landtagswahl nehmen Frauen zudem die Plätze 7, 8 und 13 ein. Die siebte Position bekleidet die Landesvorstandsbeisitzerin Mandy Meinhardt aus Saalfeld, direkt dahinter rangiert die umtriebige Angela Schaller aus Sonneberg, die sich unter anderem mit ihrem monatlichen „Thing-Kreis“, einem regelmäßigen Stammtisch und Kontakten in die Holocaustleugner-Szene um eine parteiübergreifende Vernetzung bemüht. Auf Listenplatz 13 findet sich Katja Wuchert aus Greußen (Kyffhäuserkreis). Sie hat dort auch ein Stadtratsmandat, hat soll aber seit der letzten Kommunalwahl Ende Mai an den ersten Sitzungen des Gremiums nicht teilgenommen haben, wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtete.

Der Thüringer NPD-Landesvorsitzende Patrick Weber aus Sondershausen (Kyffhäuserkreis) nimmt auf der Kandidatenliste Platz 2 ein, der einflussreiche NPD-Bundesvize Thorsten Heise aus Fretterode (Landkreis Eichsfeld) reiht sich unmittelbar dahinter auf dem dritten Platz ein. Bei der Europawahl im Mai reichte es für die NPD zu 1,0 Prozent. Bei den parallel stattgefundenen Kommunalwahlen bleibt Eisenach mit 10,2 Prozent die Hochburg der rechtsextremen Partei, während Mandy Meinhardt beispielsweise ihr Kreistagsmandat für Saalfeld-Rudolstadt verloren hat. Auch in Gera ist die Partei aus dem Stadtparlament geflogen, hat ihre zwei Sitze eingebüßt. Bei der Thüringer Landtagswahl vor fünf Jahren erzielte die NPD 3,6 Prozent.   

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