von Redaktion
   

NPD steuert auf nächste Niederlage zu

In rund drei Wochen wählen die Hamburgerinnen und Hamburger eine neue Bürgerschaft. Wie so oft steht die NPD in der Hansestadt auf verlorenem Posten. Daran wird auch ihre aktuelle Liste ohne den bekennenden Nationalsozialisten Thomas Wulff nichts ändern.

Der Hamburger NPD-Chef Thomas Wulff auf einer Mvgida-Demonstration in Schwerin (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

„Es geht nicht anders: Die NPD muß ins Rathaus!“ [sic!], verkündet die Hamburger NPD wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl in einer holprig verfassten Mitteilung auf ihrer Webseite. Weiter fragt die Partei: „Soll Hamburg weiterhin das Tor zur Welt sein – oder das Einfallstor für alle Welt zu uns?“ Doch nicht nur mit gut lesbaren Texten steht die Truppe um Landeschef Thomas Wulff auf Kriegsfuß, sondern bekanntlich mit allen Menschen, die sie für „fremd“ hält. Für ihren Wahlkampf setzt die NPD auf das Motto „Asylbetrug ist kein Menschenrecht. Deutschland ist kein Einwanderungsland“.

„Deutsche für Hamburg“, verkündet folgerichtig Spitzenkandidat Lennart Schwarzbach, ein 24-jähriger Ingenieur aus der Abteilung „Milchgesicht“, von seinen Wahlplakaten. Ansonsten wirkte der Nachwuchskader bei den letzten Veranstaltungen der Partei, zu denen sich kaum zwei Dutzend Unterstützer eingefanden, eher handzahm und fast schüchtern. Es fiel ihm sichtlich schwer, öffentlich zu reden. Der Weg zu einem Wählermagneten dürfte für den NPD-Mann, der nach der Bekanntgabe eines früheren Wahlantritts seinen Trainerposten einer Jugendmannschaft bei einem Hamburger Amateur-Fußballclub räumen musste, ein weiter sein.

Auf der Landesliste folgen Schwarzbach die Russlanddeutsche Nelia Kiss (Jahrgang 1957) und der „Frei Nationalist“ Marius Edahl aus dem Stadtteil Bergedorf. Thomas Wulff, selbsterklärter „Nationalsozialist“ und bekannt dafür, dass er mit seinen Brandbriefen die Parteifreunde in Berlin zur Weißglut bringen kann, verzichtet in diesem Jahr auf eine Kandidatur.

Ohne Chance

Hintergrund dürfte die Angst sein, mit Wulff weiteren Zuspruch zu verlieren. Zuletzt hatte der 51-Jährige mit einem laufenden Parteiausschlussverfahren bundesweit Schlagzeilen gemacht. Der Plan der damaligen Parteiführung um Udo Pastörs ging indes nicht auf – dem neuen Bundesvorstand gehört der Neonazi als Beisitzer an. Das konnte auch der neue NPD-Chef, Frank Franz – oder wie Wulff in abfällig nannte: „Firle-Franz“ – nicht verhindern. Derweil inszeniert sich Wulff in Mecklenburg-Vorpommern selbst. Dort nahm er am ersten Mvgida-„Spaziergang“ teil und reihte sich bewusst in den vorderen Teil des Demonstrationszuges ein.

Für den 7. Februar kündigt die NPD unterdessen eine weitere Wahlkampf-Kundgebung an. Ob die bislang entfalteten Aktivitäten allerdings reichen, um die wichtige Grenze von einem Prozent zu nehmen, bezweifeln Beobachter. Zumal in diesem Jahr mit der AfD eine neue Konkurrenzpartei Stimmen am rechten Rand sammeln will. Für die NPD jedenfalls stehen die Zeichen schlecht. Bei den Bundestagswahlen im Vorjahr kam sie in Hamburg nur auf 0,6 Prozent – das schlechteste Ergebnis aller Bundesländer.   

Kommentare(7)

Birte Freitag, 23.Januar 2015, 15:27 Uhr:
Die NPD hat in Hamburg noch nie eine Chance gehabt. Anders sieht es leider mit der AfD aus... ich hoffe, es gelingt uns, unsere Bürgerschaft frei von Rechtspopulisten zu halten
 
Dennis Freitag, 23.Januar 2015, 18:16 Uhr:
Und auch diese vorhersehbare Niederlage werden uns Björn und seine Kameraden aus der rechten Randgruppe wieder als Erfolg verkaufen.
 
Insider wissen mehr! Freitag, 23.Januar 2015, 21:31 Uhr:
An Steiner wird sich der „Firle-Franz“ die Zähne ausbeißen!
 
Irmela Mensah-Schramm Samstag, 24.Januar 2015, 07:22 Uhr:
Auch wenn es NPD und AfD nicht den Einzug in die Hamburger Bürgerschaft schaffen - was sehr zu hoffen wäre - so ist dies allein kein Erfolg, denn die autonomen Nazis bleiben uns leider erhalten und müssen mit allen demokratischen Mitteln
k o n s e q u e n t bekämpft werden, nicht jedoch mit einer "Kuschelpädagogik"!
 
SoIstEs Samstag, 24.Januar 2015, 13:20 Uhr:
Na wenigstens die rechtsextreme NPD fliegt nächstes Jahr in MV aus dem Landtag. Und wenn es wieder 4,9% wie in Sachsen sind. Ganz egal. Das wäre jedoch sehr zu wünschen. In Hamburg ( sowie den meisten Bundesländern) haben die neonazistischen Menschenfeinde zum Glück ey keine Chance auf einen Landtagseinzug.
 
Thomas wulff-Steiner Dienstag, 27.Januar 2015, 17:18 Uhr:
Hallo ihr Schlaumeier.....
Wie wäre es, wenn ihr euch einfach mit den Wahlgesetzen beschäftigt bevor ihr euch zu früh freut. Tip: Wohnort bei Landtagswahlen....
Und was den Hinweis angeht, es würde keine Chance für Nationale Sozialisten in Hamburg geben. Na das kommt auf die Stuation an.
In Griechenland haben wir nun eine National+Sozialistische Regierung. Interessant! Ich finde das mutig und gut für die Griechen! Also warten wir hier mal ab und arbeiten weiter dran!
Gruß STEINER
 
Irmela Mensah-Schramm Mittwoch, 28.Januar 2015, 10:24 Uhr:
Genau das ist es, was die Menschen so politikverdrossen macht:
Wenn Linke sich mit den Faschisten für ein Bündnis entschließen!
Griechenlad hat damit bewiesen, dass es nur um Machtaufteilung geht.
In Deutschland ist dies sicher und hoffentlich nicht möglich, also Ihr Faschisten, freut Euch nicht zu früh! Es gibt schließlich noch genügend Demokraten, die dies verhindern!
 

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