von Marc Brandstetter
   

NPD Rheinland-Pfalz: Familienbande mit „nichtdeutschem“ Anhang

Am letzten Wochenende traf sich die rheinland-pfälzische NPD zu Vorstandsneuwahlen. Fortan wird der nahezu bedeutungslose Verband von Markus Walter geführt, dem seine Lebensgefährtin Ricarda Riefling zur Seite stehen wird. Innerparteilichen Sprengstoff hielt einmal mehr die „Causa Babic“ parat – nicht wenige Parteimitglieder möchten den „Befreiungsnationalisten bosnischer Herkunft“ lieber heute als morgen vor die Vorstandstür setzen.  

Unter konspirativen Umständen ging am letzten Wochenende der Landesparteitag der rheinland-pfälzischen NPD über die Bühne. Genauere Angaben über den Austragungsort teilte die Partei nicht mit. Auch mit weiteren Details hielten sich die Rechtsextremisten bedeckt. Außer der üblichen, NPD-eignen größenwahnsinnigen Rhetorik, drang kaum etwas von offizieller Seite nach außen. Trotzdem wurde die schmutzige Wäsche des Verbandes nicht hinter verschlossenen Türen gewaschen, denn eine rechtsextremistisches Internetportal veröffentlichte einen Bericht, der die Zerwürfnisse innerhalb des Verbandes beim Namen nannte.

Das innerparteiliche Klima jedenfalls ist seit geraumer Zeit vergiftet. Unterschiedliche Fraktionen liefern sich um die begrenzten Ressourcen Grabenkämpfe mit harten Bandagen. Das führte dazu, dass die bisherige Vorsitzende Dörthe Armstroff – die einzige weibliche NPD-Chefin – nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stand. Zuvor war sie einem Machtkampf gegen ihren Vize, den Pirmasenser Stadtrat Markus Walter, bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl unterlegen gewesen. Walter wollte nämlich seine Lebensgefährtin Ricarda Riefling als Spitzenkandidatin sehen. Tatsächlich setzte sich das Mitglied im Bundesvorstand durch.

Mit soviel Rückenwind ausgestattet, machte Walter Nägel mit Köpfen, und ließ sich von den Delegierten an die Spitze der NPD Rheinland-Pfalz wählen. Ihm zur Seite stehen zukünftig Riefling und der im Amt bestätigte Safet Babic. Der 32-Jährige, wegen Körperverletzung verurteilte NPD-Aktivist, sorgt immer wieder wegen seiner „nichtdeutschen Wurzeln“ für dicke Luft bei den „Kameraden“. In der Vergangenheit hatten sich deswegen zahlreiche Führungskader der Parteijugend Junge Nationaldemokraten von der NPD losgesagt. 

Dieses Mal soll der Kreisverband Weinstraße/ Vorderpfalz den Antrag eingebracht haben, zukünftige Funktionärsposten nur noch mit „deutschstämmigen“ Parteimitgliedern zu besetzen. Zwar scheiterte der Vorstoß an den Delegierten, doch Babic musste sich zuvor trotzdem heftiger Kritik erwehren: Laut der Internetseite warfen im seine Kontrahenten „Untätigkeit und permanenten Nichteinhaltung von Zusagen im alten Landesvorstand“ vor, worauf der Angegriffene mit einer Wutrede reagiert haben soll. 

Walter hingegen, der kürzlich für Schlagzeilen sorgte, da ihm beim Rheinland-Pfalz-Tag ein Platz auf der Ehrentribüne zugesprochen worden war, schwor seine Anhänger unbeeindruckt auf kommende Erfolge ein. „Langfristig werden wir, als einzige Vertreter der deutschen Interessen in Rheinland-Pfalz, die Machtfrage stellen und die etablierten Volksverräter in die politische Wüste schicken.“ Das dürfte selbst den Gästen aus Baden-Württemberg, unter denen sich der dortige Landesvorsitzende Alexander Neidlein befand, und den neugewählten acht Beisitzern – Pirmin Hammer, Manuel Klein, Jasmin Walk, Pascal Wilzius, Christian Hehl, Detlef Walter, Heinz Neumann Bernhard Weichel – zu viel des Guten gewesen sein.

Kommentare(1)

L.B. Dienstag, 23.Juli 2013, 15:11 Uhr:
„Langfristig werden wir, als einzige Vertreter der deutschen Interessen in Rheinland-Pfalz, die Machtfrage stellen und die etablierten Volksverräter in die politische Wüste schicken.“ ---

Der Spruch könnte auch von Udo Voigt stammen, der den Endsieg der NPD auf den Sankt-Nimmerlein-Tag datiert hat.
 

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