NPD-Politiker zu Gefängnisstrafe verurteilt

Erneut gerät der Güstrower NPD-Kader Nils Matischent in die Schlagzeilen. Aufgrund einer falschen Versicherung an Eides statt wurde der Rechtsextreme nun zu einer Haftstrafe verurteilt. Die nächste Anklage ist bereits eingegangen, weitere Ermittlungen laufen – und auch im NPD-Verbotsverfahren spielt der Funktionär eine Rolle.

Dienstag, 15. Dezember 2015
Redaktion
Der NPD-Politiker Nils Matischent im Gespräch mit der Polizei
Der NPD-Politiker Nils Matischent im Gespräch mit der Polizei
Wohl kein anderes NPD-Mitglied aus Mecklenburg-Vorpommern muss sich derart häufig auf Anklagebänken verantworten wie der Güstrower Stadtvertreter der NPD, Nils Matischent. Am Montag verurteilte das Amtsgericht Güstrow den 26-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Matischent habe gestanden, im Herbst 2013 gegenüber der Führerscheinbehörde des Landkreises falsch an Eides statt versichert zu haben, dass er seinen Führerschein verloren habe. Tatsächlich war er jedoch im Besitz des Dokuments und legte es bei einer Polizeikontrolle vor. Zuvor war dem Berufskraftfahrer bereits die Fahrerlaubnis entzogen worden. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Rostock wegen Fahrens ohne Führerschein in drei Fällen die nächste Anklage gegen Matischent erhoben. In der Behörde laufen weitere Ermittlungen gegenüber dem NPD-Politiker. Es geht um Vorwürfe des illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten und illegalen Waffenbesitzes. Erst vor weniger als zwei Monaten wurde der Kleinkriminelle wegen Diebstahls von Waschmaschinen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt, in das mittlerweile rechtskräftige Urteil waren auch Anklagepunkte wegen Hehlerei und Beleidigung eingeflossen.

NPD-Verbotsverfahren

Den NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern könnte die Personalie Matischent im Zuge des Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe noch vor Probleme stellen. Die Gliederung hält jedoch an dem vorbestraften Rechtsextremen fest und entsandte ihn gar zum Bundesparteitag Ende November. Auch in nachgereichten Unterlagen für das NPD-Verbotsverfahren taucht Matischent mehrfach auf. In dem Bereich, der die kontinuierliche Bedrohung der Güstrower Stadtvertreterin Karen Larisch thematisiert, findet sich Matischents Name ebenfalls wieder.
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