von Marc Brandstetter
   

NPD Niedersachsen: Eigenfeld als „Konkurs-Verwalter“

Nach dem desaströsen Abschneiden bei den Landtagswahlen zu Beginn dieses Jahres leckt die niedersächsische NPD ihre Wunden. Gestern wurde in Goslar eine neue Landesspitze gewählt. Künftig wird mit Ulrich Eigenfeld ein alter Bekannter die erfolglosen Rechtsextremisten in ihrem Stammland anführen.  

„Ein Landesvorsitzender der für Jüdische Straßennamen im Stadtrat stimmt... Das gefällt dem Apfel. Ist ja seriös...“, kommentierte gestern der Neonazi Dieter Riefling die Wahl Ulrich Eigenfelds zum neuen NPD-Landeschef in Niedersachsen. Er spielte damit auf einen Vorfall an, der auf dem rechtsextremistischen Hetzportal „Altermedia“ für eine lebhafte Diskussion gesorgt hatte.

Mitte Februar war dort ein Brief eines „enttäuschten Wählers“ veröffentlicht worden. Darin warf der unbekannte Autor dem Oldenburger NPD-Stadtrat Eigenfeld vor, für einen „Judenantrag“ votiert zu haben. Der Hintergrund: In der niedersächsischen Großstadt sollte eine Straße zu Ehren des ehemaligen Landesrabbiners und Trägers des Bundesverdienstkreuzes, Leo Trepp, kam sie nur noch auf 0,8 Prozent und fiel damit aus der staatlichen Teilfinanzierung. Mit einem neugegründeten Landesverband „Der Rechten“ hat sie außerdem Konkurrenz im eigenen Lager bekommen.

Foto: Salander-ahron, Lizenz: CC

Kommentare(1)

Elvira Montag, 11.März 2013, 15:47 Uhr:
Wenn Eigenfeld den politischen Kampf im Sinne von Holger Apfel führen will, hat er mit Sicherheit schon verloren. Einen Schmusekurs ist fatal.
 

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