NPD möchte innerrechten Gewaltverzicht

Dortmund – Der Ton zwischen der NPD und der Worch-Partei „Die Rechte“ wird im Ruhrgebiet immer ruppiger.

Mittwoch, 06. März 2013
Redaktion

In einer am Wochenende beschlossenen Erklärung stellte sich der NPD-Landesvorstand hinter seinen Dortmunder Kreisvorsitzenden Matthias Wächter, der von „Die Rechte“ (DR) massiv angefeindet wird. Nachdem der NPD-Funktionär bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet hatte, war er von der Dortmunder DR-Filiale Ende Februar als „Polizeizuträger“ tituliert worden. Wächter, so hieß es auf einer Internetseite von „Die Rechte“, spiele sich als „Möchtegern-Hilfspolizist“ auf und habe „willkürlich nationale Aktivisten beim polizeilichen Staatsschutz denunziert“.


Die Feindschaft jener Dortmunder Neonazis aus dem Kreis der „Autonomen Nationalisten“, die nun in der Worch-Partei aktiv sind, hatte sich Wächter zugezogen, weil er sich im vorigen Jahr mit Erfolg gegen die Aufnahme ihrer führenden Köpfe in die NPD gewehrt hatte. Bereits Anfang des Jahres war bekannt geworden, wie hart die Auseinandersetzungen offenbar geführt werden. (bnr.de berichtete) In den Kommentarspalten des Internetportals „Altermedia“ wurde geschildert, Dortmunder Neonazis aus dem DR-Spektrum hätten Wächter bei einer Veranstaltung der NPD am 9. November vorigen Jahres in Essen Schläge angedroht. Wächter habe hinter Polizeibeamten Schutz suchen müssen. Die Polizei berichtete zudem über zwei Attacken auf Häuser, in denen Wächter und sein NPD-Ratskollege Axel Thieme wohnen. Einmal wurde eine Scheibe eingeschmissen; einmal hinterließen die Täter den Schriftzug „Du Ratte“ auf der Hauswand.


Doch dabei beließen es die Wächter-Gegner von rechtsaußen offenbar nicht, glaubt man der Landes-NPD. Bei späteren Aktionen seien an die Wand von Wächters Wohnhaus die Aufschriften „Jude“ und „Spitzel, Spalter, Hurensohn“ geschmiert worden. Zudem seien „Diffamierungsschreiben“ in seiner Nachbarschaft verteilt und zum Schein auf seinen Namen Waren bestellt worden.


In ihrer Erklärung, die einstimmig und im Beisein des Bundesvorsitzenden Holger Apfel beschlossen worden sein soll, klagt die Partei, dass ihr Kreisvorsitzender „zunehmend in den Fokus feindlicher Übergriffe politischer Gegner“ geraten sei. Die NPD benennt zwar nicht explizit „Die Rechte“ als Urheber der Attacken. Doch sie lässt durchblicken, dass sie genau in diesem Spektrum die Verantwortlichen vermutet. Von ihnen fordert sie nun quasi eine Gewaltverzichtserklärung: Die NPD erwarte „von allen Aktivisten und Gruppen“, dass sie sich „konsequent von Gewalt abgrenzen, denn nur das Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit des politischen Widerstandes kann Basis zur Zusammenarbeit mit der NPD sein“. (ts)
 

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