von Redaktion
   

NPD-Lügenpropaganda: Falschmeldung über Tod eines Flüchtlings soll den Konflikt um Asylbewerberwohnheim anheizen

In der Nacht zum vergangenen Mittwoch kam es in einem Chemnitzer Asylbewerberheim zu Auseinandersetzungen, bei denen 21 Menschen verletzt wurden. Die NPD versucht diesen Vorfall zu nutzen, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Am Dienstag überspannten die Rechtsextremen den Bogen, als sie eine Falschmeldung mit der Behauptung, einer der Verletzten sei verstorben, verschickten.

In der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber kam es in der vergangenen Woche zu schweren Unruhen zwischen rivalisierenden Bewohnergruppen. Laut der Freien Presse hätten mehrere Tschetschenen Molotow-Cocktails in die Unterkünfte von Nordafrikanern geworfen, außerdem sei ein Schuss gefallen. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei habe die Auseinandersetzung beendet, bei der 21 Personen verletzt worden waren. Zwei Personen mussten mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die NPD nutzte diesen Vorfall in der vergangenen Woche mehrmals, um die Bürger mit ihren fremdenfeindlichen Parolen gegen die Asylbewerber aufzuhetzen. Am Dienstag veröffentlichten die Rechtsextremen dann eine weitere Pressemitteilung, in der sie bekannt gaben, dass eine der beiden Personen im Krankenhaus inzwischen ihren Verletzungen erlegen sei und bezeichnete sie als diffamierend „Asyl-Krawallo“.

Diese Information wollte die Partei aus „Sicherheitskreisen“ erhalten haben. Um die Panik der Bürger weiter zu schüren, sprach der Pressesprecher des Landesverbandes, Jürgen Gansel, im Zusammenhang mit dem angeblichen Todesfall von einer „Mediensperre“ des „neototalitären Systems“. „Weder die Überfremdungspolitiker noch ihr Journalisten-Anhang haben nämlich ein Interesse daran, dass den Bürgern endlich klar wird, welche großen Sicherheitsrisiken neben den finanziellen und kulturellen Problemen die Asylanten-Schwemme mit sich bringt.“

Damit bezichtigt die NPD indirekt alle anderen Medien und Politiker der Lüge, sie seien die einzigen, die die Wahrheit veröffentlichen würden. So heißt es nämlich im letzten Satz der Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Gansel: „Aber wie man sieht, kommt manche unterdrückte Wahrheit dank der NPD doch noch ans Licht.“

Noch am Dienstag stellte sich aber heraus, dass es sich bei der Nachricht um eine Falschmeldung der NPD handelte, um die Auseinandersetzungen noch weiter aufzubauschen. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) bezeichnete die Äußerungen der NPD als „perfide und niederträchtige Unterstellungen“, mit denen die NPD gegen Ausländer hetzen wolle. Seitens der NPD gibt es bisher keine Stellungnahme zu ihrer Pressemitteilung.

Wegen der Auseinandersetzung in dem Chemnitzer Asylbewerberheim sei gegen einen 17-jährigen Marokkaner Haftbefehl erlassen worden. Zusätzlich werde gegen neun weitere Asylbewerber ermittelt. Die beiden Schwerverletzten befänden sich nach wie vor in einem Chemnitzer Krankenhaus.

Foto: Adrian Michael, Lizenz: CC

Kommentare(3)

Dennis Mittwoch, 02.Oktober 2013, 10:24 Uhr:
Wie tief will die NPD eigentlich noch sinken? Ich dachte, die Nazis wären schon ganz unten angekommen, aber es geht wohl immer noch ein Stück primitiver und widerlicher.
Offensichtlich hat die NPD auch mit dreisten Lügen kein Problem, um ihrem Ausländerhass freien Lauf zu lassen.
Zum Kotzen!!!
 
Dennis Dienstag, 08.Oktober 2013, 09:59 Uhr:
Wo bleibt eigentlich Björns Relativierung???
 
Simone Dienstag, 08.Oktober 2013, 16:11 Uhr:
Wenn die Flüchtlinge weiter auf engem Raum
untergebracht werden, kommt es naturgemäß
zu Konflikten.
Die Landkreise sind in der Pflicht nach
dem Erstaufnahmeverfahren "ihre" Menschen
abzuholen und vernünftig unterzubringen.
 

Die Diskussion wurde geschlossen