von Robert Scholz
   

NPD-Kreisrat Battke leitet Trainingsspiel – Politik und Landessportbund sind empört

Lutz Battke sitzt für die NPD im Kreistag des Burgenlandkreises. Dieses Engagement des Bezirksschornsteinfegers führte erst kürzlich zu seinem Ausschluss aus dem von ihm mitgegründeten Sportverein BSC 99 Laucha. Nun pfiff er ein Übungsspiel der Fußballjugend. Der Einsatz sei „schlicht skandalös“ befand der Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben. Der Landessportbund sieht das ähnlich.

Lutz Battke ist zurzeit der vermutlich  bekannteste Schornsteinfeger Deutschlands. Seine ehrenamtliche Tätigkeit beim BSC 99 Laucha hatte kurze Zeit nahezu die gesamt Republik beschäftigt. Unhaltbar sei er als Übungsleiter befand die Öffentlichkeit und nach medialem Druck gab schließlich auch der Verein nach und entband Battke von seiner Übungsleitertätigkeit.

Jetzt wurde bekannt, dass Battke offenbar trotz dieser Ehrenamtsenthebung weiter für den Sportverein tätig gewesen sei. Als Unparteiischer habe der parteilose Battke ein Trainingsspiel der F-Jugendmannschaften (sieben- und achtjährige Fußballer) aus Laucha und Naumburg gepfiffen. Für Staatssekretär Erben eine Umgehung des Ausschlusses: „Ich habe langsam den Eindruck“, zitiert ihn „Spiegel-Online“, „dass die Funktionäre des BSC Laucha die Öffentlichkeit täuschen und Lutz Battke schützen.“ Als Schiedsrichter habe man noch viel mehr die Aufgabe, auf die Kinder einzuwirken, als ein Trainer. Daher sei der Einsatz „schlicht skandlös“.

Auch für den Präsident des Landessportbundes (LSB) ist der Einsatz Battkes „nicht hinnehmbar“ der Verband wolle auf den Lauchaer Verein nun erneut Druck ausüben. Der LSB stehe für eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber rechtsextremen Tendenzen.

Kommentare(17)

Demokranz und Tolerie Montag, 06.September 2010, 16:09 Uhr:
Zitat:

Der LSB stehe für eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber rechtsextremen Tendenzen.

Hmm, ich dachte immer es heißt Demokratie und T O L E R A N Z. *kopfkraul*
 
Patriot Dienstag, 07.September 2010, 06:11 Uhr:
Also ich muss euch linken Möchtegernrevolutionären mal bescheinigen das euer ewiges gegacker gegen alles was nur mit Rechts zu tun hat absolut lächerlich ist.Was anderes habt ihr wohl nicht zu tun wie ? Richtige Argumente gegen das wogegen ihr so hysterisch vorgeht habt ihr auch nicht.Das Thema Lutz Battke überfordert euch auch.Lutz Battke ist kein Nazi.Was hat diese ganze Hexenjagd gebracht?nix.
Man sollte froh sein das Lutz Battke seine Freizeit ehrenamtlich für Kinder "geopfert" hat.Oder ist jemand von euch bereit dies zu tun?Wohl nicht.Wer kümmert sich jetzt um die kinder?Was heisst denn Demokratie und Tolleranz?
Ihr akzeptiert nur eure Meinung.Das nennt man Linksfaschismus.Ihr Linken seit absolut Demokratieunfähig.
 
B.C. Dienstag, 07.September 2010, 06:15 Uhr:
@tollerie
ganz neuer und vor allem origineller diskurs. aber wie sie heute lernen koennen, auch toleranz hat ihre grenzen - insbesondere gegenueber intoleranz.
 
B.C. Dienstag, 07.September 2010, 11:17 Uhr:
@patriot
ihr kommentar zeichnet sich insbesondere durch generalisierung aus. wer bitte soll sich denn nun angesprochen fuehlen? ihr kommentar ist in sich hoechst paradox. werfen sie der vermeintlich linken seite insgesamt (wohl inklusive CDU usw.) generalisierung der rechten seite (=nazis) vor, um selbst nichts anderes zu praktizieren.
ich fuerchte, da muessen sie sich schon ein wenig mehr muehe geben.
 
Roichi Dienstag, 07.September 2010, 13:39 Uhr:
@ Möchtegernpatriot

Lutz Battke ist in seiner Freizeit unter anderem für die NPD tätig.

Wie kommst du darauf, dass sich nur Nazis in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren?
Woher weißt du, dass die hier anwesenden sich nicht engagieren?
Was ist denn diese Seite? Kein Engagement?
 
Thomas Wendt Dienstag, 07.September 2010, 16:04 Uhr:
Diese Art der Hatz wird sich als kontraproduktiv erweisen.

Dem Mann ist - so weit ich das mitbekam - nichts konkretes vorgeworfen worden. Als parteiloser Bürger nahm er sein passives Wahlrecht wahr und wurde in den Kreistag gewählt. Hätte er für eine beliebige Wählergemeinschaft kandidiert, alle wären von seinem ehrenamtlichen Engagement entzückt. Nun aber so eine Hatz.

Entweder man schafft es, die NPD verbieten zu lassen, aber falls nicht, sollte man sich ihr mit politischem Argumenten wie jedem anderen politischen Gegner auch stellen. Ignorieren mag ja noch gehen, aber diese Art der Ausgrenzung und das Vernichten der bürgerlichen Existenz gehen zu weit. So werden letztlich nur Märtyrer geschaffen.
 
B.C. Mittwoch, 08.September 2010, 06:37 Uhr:
@thomas wendt
nur weil sie in rerik nichts von battke in laucha mitbekommen, sollten sie nicht unbedingt persilscheine ausschreiben. haette ich auch erstmal gedacht. nachdem ich den ZEIT-artikel gelesen habe, fand ich ihn als jugendtrainer dann doch nicht mehr haltbar.
http://www.zeit.de/2010/24/DOS-Antisemitismus-Laucha?page=4
 
Thomas Wendt Mittwoch, 08.September 2010, 09:56 Uhr:
Der Artikel ist mir bekannt. Schlecht recherchierte Indizien (im Artikel ist der Mann sowohl parteilos als auch Parteimitglied) werden zu Tatsachen erklärt. Keine Staatsanwaltschaft wird darauf etwas geben.
 
B.C. Mittwoch, 08.September 2010, 12:51 Uhr:
@thomas wendt
sie machen mich ein bisschen baff - sie attestieren dem journalisten pauschal eine schlechte recherche und bringen einzig eine inkohaerenz bzgl. parteizugehoerigkeit als begruendung vor? (ganz nach dem motto: schlechte recherche weil schreibfehler gefunden)
auf der anderen seite ist fuer sie alles unterhalb einer staatsanwaltlichen verwertbarkeit in ordnung?

falls es so ist, dass er verhindert, dass farbige kinder im verein fussball spielen, dass er einen hitlerkult betreibt (hintergrundbild, hitlerbaertchen) dann bleibt das den kindern nicht verborgen und ist fuer meinen geschmack mehr als grenzwertig - auch wenn noch nicht staatsanwaltlich von belang.
 
Paula Mittwoch, 08.September 2010, 13:07 Uhr:
@ Thomas Wendt

Ich stimme da B.C. zu. Die Zustimmung und die Sympathien in Laucha scheinen sich zu einem großen Teil aus dem "System Battke" zu speisen. Dass jemand seine politische Einstellung in der Umkleidekabine lässt, halte ich für wenig glaubwürdig, zumal Battke wohl nicht nur ein Klebebärtchen hat. Das Hintergrundbild von Hitler sprciht auch Bände. Battke ist kein politisch Engagierter, der nur auf dem Ticket der NPD in den Kreistag gerutscht ist. Das scheint ein knallharter Ideologe zu sein.

Was der Staatsanwalt mit dem Fall zu schaffen haben soll, ist mir aber nicht ganz klar. Ein Verein kann sich nun mal Aussuchen, wen er das Training leiten lässt. Vermutlich wäre Battke noch Trainer in Laucha, wenn es den medialen Druck nicht gegeben hätte. Aber das ist eher traurig für den Verein und seine Mitglieder. In Wattenscheid gab es die Kritik von den Eltern vor Ort in Laucha von Auswärtigen – das sagt leider einiges über die politische Kultur dort. Und wenn sie Herr Wendt mit der Mär der nicht verbotenen Partei kommen, frage ich mich ernsthaft ob sie nicht in der falschen Partei sind. Ihnen ist sicher bekannt, dass das NPD-Verbotsverfahren aus rein formalen Gründen scheiterte – nicht aus inhaltlichen. Aus diesem Scheitern nun eine Legitimation abzuleiten ist ein Armutszeugnis für ein angebliches SPD-Mitglied.
 
Thomas Wendt Mittwoch, 08.September 2010, 13:11 Uhr:
Leben wir zwei etwa in zwei völlig verschiedenen Rechtssystemen? Was nicht verboten ist, das ist erlaubt. Und so lange einer nicht verurteilt ist, so lange gilt er als nichtschuldig. Mir ist nicht bekannt, daß der Mann überhaupt nur angeklagt wäre. Im Artikel wird zwar einiges konstruiert, aber eher wird der Autor wegen Verleumndung verklagt, als das irgendwer aus dem Artikel Futter für eine Anklage gegen den Trainer ziehen kann.

Am Ende gefällt Ihnen also der Bart nicht. Ja, das ist freilich ein tolles Indiz und rechtfertigt jedwede moralische Höchststrafe. Blödsinn. Der Artikel und die ganze Hatz wird nur dafür sorgen, daß die NPD ihre warmen Plätzchen im Magdeburger Landtag sicher bekommt.

Manchmal scheint mir, das ist so gewollt.
 
B.C. Mittwoch, 08.September 2010, 14:07 Uhr:
@paula
herrn wendts parteizugehoerigkeit ins spiel zu bringen find ich jetzt aber auch nicht sehr sachlich. ich weiss nicht, ob sie in der spd sind, aber ich finde solche diskussionen sollten aussenstehende sich verkneifen.

ihrer argumentation bzgl. npd kann ich aber folgen und beipflichten.

dass herr battke gegen "neger" was hat, habe ich gerade auch in einem anderen zusammenhang gelesen. auch die "vereins"fahne (? - es existiert ein foto mit battke und drei anderen vor einer solchen - ich weiss aber nicht ob die offiziell ist) erscheint mir suspekt (siehe deutsche reichs(-dienst)flagge, NPD-fahne ...). offensichtlich hat der einfluss von herrn battke hier fruechte getragen (er ist ja auch gruendungsmitglied des clubs, die vereinsfarben schwarz-weiss-rot). an zufall glaub ich da nicht mehr.
 
B.C. Mittwoch, 08.September 2010, 15:26 Uhr:
@thomas wendt
ob jemand geeignet ist, kinder zu trainieren, der unverholen adolf hitler verehrt, ist keine frage des rechtssystems. was ein verein und darueber der verband duldet, ist ja wohl nicht einzig und allein aufs strafrecht abzustellen. darf die gesellschaft in fragen der kindererziehung ihrer meinung nach erst reagieren, wenn das strafgesetzbuch beweisfest verletzt wurde. mir ist z.b. nicht bekannt, dass eltern, denen das sorgerecht abgesprochen wird, strafrechtlich verurteilt sein muessen.

ihrer kritik am zeit-artikel fehlt bisher jedwede substanz. sie ist pauschalisierend und unkonkret. worin besteht ihrer meinung nach die konstruktion? wo ist die recherche schlecht? welcher sachverhalt ist auf verleumdung verklagbar. hier haette ich von ihnen mehr erwartet. das auf grundlage eines zeitungsartikels jemand verklagt werden sollte erscheint zudem recht ungewoehnlich, noch hat jemand ein solches ansinnen vorgetragen.

"Am Ende gefällt Ihnen also der Bart nicht. Ja, das ist freilich ein tolles Indiz und rechtfertigt jedwede moralische Höchststrafe. Blödsinn."

am ende polemisieren sie (moralische hoechststrafe? - wo sie vorher rein aufs strafgesetzbuch abstellen), greifen sich ein indiz von mehreren um mich persoenlich und die argumente insgesamt der laecherlichkeit preiszugeben. auch hier haette ich von ihnen mehr tiefgang erwartet.

am ende muss ich vermuten, dass sie keinerlei problem damit haben, ihre kinder in die obhut eines aufrechten hitlerfans zu geben, der darauf achtet, dass die mannschaft "neger"-frei bleibt, solange nichts beweisfestes von strafrechtlicher relevanz vorliegt.
 
B.C. Mittwoch, 08.September 2010, 18:46 Uhr:
@thomas wendt
PS:
"Leben wir zwei etwa in zwei völlig verschiedenen Rechtssystemen? Was nicht verboten ist, das ist erlaubt. Und so lange einer nicht verurteilt ist, so lange gilt er als nichtschuldig."
in logischer konsequenz waere dann bis zu ihrem verbot auch die HDJ fuer die freizeitgestaltung ihrer kinder eine option gewesen?
das ist jetzt ehrlich gesagt nicht meine aufrichtige vermutung. ich will ihnen nur zeigen, warum ihre argumentationskette aus meiner sicht zu kurz greift.
das beispiel liesse sich natuerlich auch auf die NPD uebertragen, nur dass diese bis heute nicht verboten ist und auch fraglich ist, ob sie es je sein wird - moeglich ist es immerhin, denn HDJ und NPD haben personell eine breite schnittmenge und es ist ja nicht zu vermuten, das ein michael grewe in der HDJ ganz andere interessen verfolgt hat, als er das in der NPD heute tut.
 
Björn Mittwoch, 08.September 2010, 19:42 Uhr:
Der Artikel aus der Zeit ist die Krönung.

Ein Artikel in dem jedes dritte Wort "soll", "könnte", "vielleicht" oder "hat gehört" ist. Wenn besagter Pressefotograf der Meinung ist wirklich Hitler auf dem Handy gesehen zu haben, könnte er ihn anzeigen. Denn mit dem zeigen dieses Portrais in der Öffentlichkeit hätte er sich dann strafbar gemacht. Warum gab es wohl diese Anzeige nicht? Auch sehr seriös einen Mann als Kronzeugen zu nennen, der ganz offensichtlich mit Herrn Battke seit Jahren verfeindet ist. "Schmidt und Lutz Battke entzweiten sich 1994."

Euch kotzt doch bloß an, dass für die Lauchaer der Mensch Lutz Battke wichtiger ist als die kreierte Hassfigur NPD-Battke.
Euch kotzt an, dass sie sich euch widersetzen und Lutz Battke nicht ausgrenzen.
Euch kotzt an, dass der soziale Totschlag und die gesellschaftliche Ächtung diesmal nicht so reibungslos funktionieren.
Euch kotzt an, dass Lutz Battke in den Augen derer, die ihn kennen ein guter Mensch UND ein Nationalist ist.
Damit zerbricht euer konstruiertes Bild vom bösen NPD-Schergen.
 
B.C. Donnerstag, 09.September 2010, 07:06 Uhr:
@bjoern,
ihre rhetorik ist verblueffend, da vermag ich kaum zu widersprechen. einzig dass das zeigen eines hitlerportraits verboten waer, ist mir neu. aber bestimmt haben sie das vorher abgeklaert, bevor sie es aufschreiben.
 
Roichi Donnerstag, 09.September 2010, 10:50 Uhr:
@ Björn

Nein.
 

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