von Oliver Cruzcampo
   

NPD-Kommunalpolitiker als Organisator – Polizei unterbindet Neonazi-Konzert

Es sollte ein Rechtsrock-Konzert mit Teilnehmerzahlen im dreistelligen Bereich werden – doch die Polizei konnte es unterbinden. Stattfinden sollte die Veranstaltung der rechtsextremen Szene in der brandenburgischen Uckermark, organisiert wurde es offenbar von einem NPD-Kreistagsmitglied aus Mecklenburg-Vorpommern.

Dirk Bahlmann beim Verteilen von Parteipropaganda am Rande einer NPD-Demo

Auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Uckermark wollte die rechtsextreme Szene vergangenes Wochenende eine Rechtsrock-Veranstaltung durchführen – konspirativ. Doch die Polizei bekam Wind von dem geplanten Event und untersagte ihn, da Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bestanden hätte.

Als die Polizei den Veranstaltungsort in Gramzow bei Prenzlau am frühen Samstagabend erreichte, seien bereits etliche Vorkehrungen getroffen worden. Laut Pressemitteilung sei ein Konzertraum bereits vorbereitet gewesen, zudem hätten die Beamten einen „erheblichen Getränkevorrat für mehrere hundert Personen“ sowie einen entsprechenden Verkaufstresen vorgefunden. Zudem sei eine Strafanzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen worden – ein Konzertteilnehmer hätte ein Kleidungsstück getragen, das den Straftatbestand erfüllt.

Den Organisator des Szene-Events beschreibt die Polizei als „einschlägig bekannten 46-jährigen Mann aus Mecklenburg-Vorpommern“, laut Informationen des Nordkurier handelt es sich dabei um das NPD-Mitglied Dirk Bahlmann. Der umtriebige Neonazi ist Kreistagsabgeordneter der NPD im Landkreis Vorpommern-Greifswald und Stadtvertreter der Gemeinde Löcknitz. Bereits im vergangenen Jahr soll Bahlmann maßgeblich an der Organisation eines Rechtsrock-Events beteiligt gewesen sein. Ende Mai wollte der gelernte Maurer gerne Bürgermeister seiner Gemeinde werden – doch soweit kam es nicht.

Neue Erkenntnisse zu Greifswalder Szene-Event 

Erst Anfang November konnte ein Neonazi-Konzert in Greifswald verhindert werden. Bis zu 500 Teilnehmer seien erwartet worden, die Organisation soll dem erweiterten Umfeld des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk zuzurechnen sein.

Mittlerweile liegen aufgrund einer Kleinen Anfrage (PDF-Datei) der Landtagsfraktion der Grünen nähere Erkenntnisse zu der verhinderten Veranstaltung vor. So seien am Abend des 31. Oktober Personen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein angereist, die für den Eintritt 20 Euro hätten zahlen müssen.

Auch die Namen der Bands werden in der Antwort des Landesregierung aufgelistet. So sollte an dem Abend etwa „Path of Resistance“ aus dem Raum Rostock auftreten, die auch im aktuellen Verfassungsschutzbericht erwähnt werden. „Überzeugungstäter“ aus dem Vogtland, die finnische Band „Sniper“ sowie „Preserve White Aryans“ aus Estland sollten ebenfalls am dem Abend spielen.

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen