von Redaktion
   

NPD interessiert sich für „Tierbordelle“

Im Schweriner Landtag klammert sich die NPD nach der Pleite in Sachsen und anderen Ländern an ihren letzten parlamentarischen Strohhalm. Dabei setzen die Neonazis alles daran, als „die einzig wahren Volksvertreter“ die „eigentlichen Interessen“ der Menschen im Lande zu vertreten: Neustes Thema der NPD-„Arbeit“ im Landtag: Der „Missbrauch von Tieren“ – auch Sodomie genannt.

Die Zukunft der ländlichen Räume, Anforderungen an den Länderfinanzausgleich, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Ausstattung der Schulen? Alles aktuelle Themen, die die NPD-Fraktion rund um deren Fraktionsführer Udo Pastörs in aller Regel mit ausgeprägter Passivität und Desinteresse quittiert. Wenige NPD-Initiativen erreichen das Plenum, die eigentliche politische Arbeit in den Fachausschüssen wird nicht, oder nur körperlich anwesend „unterstützt“.

Anders ist die Lage, wenn im Rahmen unzähliger Kleiner Anfragen – dabei handelt es sich um Fragenkataloge an einzelne Ministerien – klientelpolitische Details zu mehr oder weniger interessanten Themen abgefragt werden. In aller Regel drehen sich diese Anfragen um „linksextremistische Gewalt“, Polizeieinsätze bei Asylbewerbern oder mögliche Standorte weiterer Unterkünfte für Asylbewerber. 

Jüngst – offenkundig in Anbetracht der anstehenden Schicksalswahl im September 2016 – arbeitet sich die NPD zu immer pikanteren Themen vor: „Missbrauch von Tieren (Sodomie)“ trägt eine aktuelle Anfrage (Drucksache 6/4086) des rechtsextremen Abgeordneten und NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster.

Nach den klassisch statistischen Fragen zu Fällen, Verfahren und Verurteilungen wegen Sodomie dringt Köster tief in die Materie vor. Der Wissendurst ist groß: So wird eine Liste aller „Tierbordelle“ im Lande gefordert („bitte nach Orten auflisten“), Kenntnisse über die „Sodomieszene“ abgefragt und Informationen über „Vereine und/oder Institutionen, die im Bereich der Sodomie bzw. Zoophilie aktiv sind“ verlangt.

Ob die nächste Landtagswahl für die NPD mit dem Interesse an „Tierbordellen“ gewonnen werden kann, bleibt abzuwarten.

Kommentare(2)

Roichi Donnerstag, 02.Juli 2015, 00:21 Uhr:
Also nur mal ganz spekulativ:

Wenn man sich ansieht, wie die Empörung dieser Partei zum Thema Kindesmissbrauch mit entsprechenden Personen innerhalb der Partei korreliert, eröffnen sich hier interessante Perspektiven.
 
sanie.insanity Dienstag, 07.Juli 2015, 19:58 Uhr:
immerhin! sexueller Missbrauch ist eines der schlimmsten Missstände dieser Welt. "Die Zukunft der ländlichen Räume, Anforderungen an den Länderfinanzausgleich, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Ausstattung der Schulen? Alles aktuelle Themen, die die NPD-Fraktion rund um deren Fraktionsführer Udo Pastörs in aller Regel mit ausgeprägter Passivität und Desinteresse quittiert. " gut so. denn wir sind alle fühlende Lebewesen und Schule etc ist alles kackegal solange empfindsame Lebewesen sexuell missbraucht werden.
 

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