von Oliver Cruzcampo
   

NPD-Funktionär als Fußball-Trainer - Verein gibt Rückendeckung

Der Druck auf den kleinen sachsen-anhaltinischen Fußballverein BSC 99 Laucha wächst zunehmend. Nicht nur, dass der rechtsextreme Nachwuchstrainer Lutz Battke für die NPD im Stadtrat und Kreistag sitzt, ein 20-jähriger Spieler des Vereins soll im April auch an einem antisemitischen Übergriff beteiligt gewesen sein. Die ersten Sponsoren sind bereits abgesprungen.

Trotz des Überfalls auf einen jungen Israeli Mitte April gebe es keinen Anlass, über die Funktion von Battke nachzudenken, so der Vereinspräsident Klaus Wege gegenüber der „NPD-Mann weiter als Bezirksschornsteinfeger arbeiten darf.

BSC-Präsident Wege stand bisher stets auf dem Standpunkt, was Battke politisch treibe, sei dessen Privatangelegenheit. Die Äußerungen seines Vize-Vereinschefs hingegen kenne er nicht, behauptete Wege, „das haben wir so nicht abgesprochen“. Nach Bekanntwerden des Überfalls vor zwei Wochen habe es eine Vorstandssitzung gegeben. Dort sei der 20-jährige Tatverdächtige bis zur Klärung des Falls vom Spielbetrieb suspendiert worden. Um Battke aber sei es nicht gegangen. Bilstein wollte den Widerspruch nicht kommentieren.

Die mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt verlangte, Eltern sollten ihre Kinder so lange nicht mehr am Training im Verein teilnehmen lassen, bis Battke seines Trainerpostens enthoben sei. Wege wollte sich nicht äußern, welche Folgen ein solcher Boykott für den Verein haben könnte. Stattdessen beklagte er, dass aufgrund des „Drucks der Medien“ auf den Verein sich schon mehrere Sponsoren zurückgezogen hätten.

Die Staatsanwaltschaft Halle kündigte unterdessen an, mit Blick auf die Bedeutung des Falls die Ermittlungen zu forcieren. Zur Vernehmung bei der Polizei war der 20-Jährige nicht erschienen.

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