NPD findet neuen Geschäftsführer

Berlin – Die NPD hat offenbar einen Nachfolger für ihren Anfang Juli zurückgetretenen Bundesgeschäftsführer Holger Szymanski gefunden. Pressesprecher Klaus Beier soll Szymanskis früheren Aufgabenbereich zusätzlich übernehmen.

Mittwoch, 16. September 2015
Redaktion
Auf der Internetseite der Partei werden bereits beide künftige Arbeitsbereiche des 48-jährigen gebürtigen Franken genannt, der im Landkreis Oder-Spree lebt und auch als Vorsitzender des NPD-Landesverbandes in Brandenburg fungiert. 
 
Szymanski war Anfang Juli als Bundesgeschäftsführer und Landesvorsitzender in Sachsen zurückgetreten. Parteioffziell hieß es, er sei „aus persönlichen Gründen“ ausgeschieden. Verschiedene Medien sahen den Grund für seinen Rückzug in einer Razzia im Frühjahr, bei der auf Szymanskis Rechner pornografisches Material gefunden worden sei.
 
In der NPD war Szymanski nie unumstritten. Vorwürfe, er habe für den Verfassungsschutz gearbeitert, verfolgten regelmäßig den 1972 in Görlitz Geborenen, der Mitte der 90er Jahre Mitglied der „Republikaner“ war, 2004 und damit im Jahr des ersten Landtagseinzugs der NPD beitrat und rasch zum stellvertretenden Chefredakteur des Parteiblatts „Deutsche Stimme“ aufstieg. Karriere machte er in der NPD im Gefolge des früheren Vorsitzenden Holger Apfel. Szymanski arbeitete unter anderem als Pressesprecher von Apfels NPD-Fraktion im Dresdner Landtag und als Leiter ihres Parlamentarischen Beratungsdienstes. 2013 wurde er NPD-Vorsitzender in Sachsen. Im Jahr darauf rückte er in den Landtag nach und wurde prompt Fraktionsvorsitzender. Dass die Partei im September 2014 mit 4,9 Prozent knapp den Wiedereinzug ins Landesparlament verfehlte, lasteten Vertreter des radikaleren Flügels nicht zuletzt ihm persönlich an. (bnr.de berichtete
 
Sein Nachfolger Beier ist intern weniger umstritten. In der Auseinandersetzung über die Frage, ob der NPD eine „gemäßigtere“ Außendarstellung à la Holger Apfel oder Frank Franz gut tun würde oder eher der radikalere Kurs, wie ihn der Ex-Vorsitzende und Europaabgeordnete Udo Voigt bevorzugt, war er in der Vergangenheit an Voigts Seite zu finden gewesen. In der Ära Voigt stieg er zum Pressesprecher der Partei auf. Zwar hatte er das Amt zwischenzeitlich an Frank Franz abgeben müssen – nachdem Franz aber im November 2014 als neuer NPD-Vorsitzender gewählt worden war, erhielt Beier seine frühere Funktion zurück. (ts)
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