von Marc Brandstetter
   

„NPD-Deutschlandfahrt“ in Bonn und Trier: Rechtsextremisten auf verlorenem Posten

Trotz des geringen Zuspruchs setzt die NPD unbeirrt ihre „Deutschlandfahrt“ fort. Gestern hießen die Kundgebungsorte Bonn und Trier. Dort bot sich das gewohnte Bild: Die Parteifunktionäre gingen mit ihren Hetzreden im lautstarken Prostest der Gegendemonstranten unter. In Bonn versuchte ein Mann zudem, NPD-Chef Apfel zu attackieren.

Die Kundgebungen in Bonn wurde von einem Vorfall überschattet, der allerdings glimpflich ablief. In einer Mitteilung berichtet die NPD von einer „fehlgeleiteten Person“, die Parteichef Holger Apfel angegriffen habe. Die Attacke konnte jedoch nach Parteiangaben vom Ordnungsdienst abgewehrt werden.

Ein Sprecher der Bonner Polizei bestätigte ENDSTATION RECHTS. auf Nachfrage den misslungenen Angriff, er sprach von einer „kurzen Aktion“. Ein 36-jähriger Mann sei auf einen NPD-Redner zugestürmt. Bevor er diesen erreichte, sei er aber von einem der anwesenden Parteisympathisanten zu Boden gerissen worden. Dabei habe sich der Angreifer leicht verletzt.

Der Mann wurde dann von der Polizei zur Feststellung der Personalien in Gewahrsam genommen. Anschießend hätten die Beamten ihn wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn liefen nun Ermittlungen wegen der Störung einer angemeldeten Versammlung.

Ansonsten sei der NPD-Aufzug, an dem rund ein Dutzend Unterstützer teilnahm und die Gegenveranstaltung – hier zählte die Polizei 200 NPD-Gegner – friedlich verlaufen. Die NPD hatte ihre erste Garde in die ehemalige Bundeshauptstadt entsandt. Neben Matthias Faust, dem ehemaligen DVU-Vorsitzenden, sprach auch NPD-Bundeschef Holger Apfel zu den zwei Interessenten, die laut Express stehen geblieben waren.

Manni Stenner, Sprecher des Bündnisses „Bonn stellt sich quer - Neonazis blockieren“, zeigte sich zufrieden mit der Mobilisierung seiner Initiative. Sein Fazit: Die Veranstaltung wäre für die NPD ein Desaster gewesen, sagte er der Welt.

Auch in Trier änderte sich am bekannten Bild nichts: Wenige NPD-Anhänger versammalten sich um 16.00 Uhr vor einer weit größeren Menge an Gegendemonstranten, die ihrem Unmut über die NPD-Parolen lauthals Luft machten. Alles beim alten also.

Kommentare(6)

Roichi Donnerstag, 26.Juli 2012, 14:35 Uhr:
Tja Björn.
Wie man sieht, wird sehrwohl zwischen Gegendemonstranten und interessierten Passanten unterschieden.
 
Freder Freitag, 27.Juli 2012, 18:24 Uhr:
nazis sollen ab ins Mittel-Alter...

sowas wie die braucht kein Mensch.
 
WW Freitag, 27.Juli 2012, 21:03 Uhr:
Björn hat eine selektive Leseschwäche.
 
Nico Sonntag, 29.Juli 2012, 15:31 Uhr:
interessant.....vor allem, wenn man noch vor 30sec die Landsberger Seite über den bösen Angriff offen hatte.....
 
Björn Sonntag, 29.Juli 2012, 20:44 Uhr:
@Roichi

Du meinst die Medien versuchen möglichst viele Zuhörer zu "Gegendemosntranten" zu machen. Mehr als zwei Zuhörer wollen sie offensichtlich nicht akzeptieren. Dass die Realität anders ist, zeigte sich ja jüngst in Rostosck. Von den 350 Anwesenden, waren nur circa 120 Gegendemonstranten. Der Rest waren Marktbesucher, Touristen in den Caffes und Einheimische, die an den Straßenbahnhaltestellen einge Busse vorbeifahren ließen um die ganze Veranstaltung zu sehen. Und all diese Leute haben nicht eine abwertende Geste oder ein negatives Wort von sich gegeben. Gegendemonstranten waren es also nicht. Trotzdem hat die OZ versucht daraus 350 Gegendemonstranten zu machen. Also einfach alle, die da waren und nicht in offenkundig an der NPD Veranstaltung teilnahmen. So macht man sich seinen erfolgreichen Kampf gegen "Rechts" selber. Wen interessiert da schon die Realität.

@WW

Und wieder machst du dem Kampf gegen Rechts alle Ehre. Der argumentative Höhepunkt eurer Seite am heutigen Tag. Glückwunsch.
 
Zipelmütz Montag, 30.Juli 2012, 18:31 Uhr:
@björn
"...die an den Straßenbahnhaltestellen einge Busse vorbeifahren ließen um die ganze Veranstaltung zu sehen. Und all diese Leute haben nicht eine abwertende Geste oder ein negatives Wort von sich gegeben..."
Tja Börnibaby, mit NPD-Veranstaltungen ist das halt wie mit Unfällen, gruselig aber man muß immer wieder hinschauen.
Bei soviel geballten verbalen Schmutz, soviel Dumpfschwatz, bleibt einem schon mal dass Wort im Halse stecken.

"... Wen interessiert da schon die Realität..."
Du bist hier doch derjenige, der mit der Realität auf Kriegsfuß steht.
 

Die Diskussion wurde geschlossen