von Oliver Cruzcampo
   

NPD-Bundesgeschäftsführer schmeißt hin

Nächster Rückschlag für die ohnehin stark gebeutelte NPD: Die rechtsextreme Partei hat soeben den Rücktritt von Holger Szymanski bekannt gegeben. Szymanski war Bundesgeschäftsführer und sächsischer Landesvorsitzender – bis zuletzt jedoch stark umstritten. Auch Spitzelvorwürfe konnten nie völlig aus dem Weg geräumt werden.

Der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Holger Szymanski

Holger Szymanski sei am Donnerstag „aus persönlichen Gründen“ von allen Ämtern zurückgetreten, heißt es in einer äußerst spärlichen NPD-Pressemitteilung. Bis zu dem Zeitpunkt war der Mann sowohl Bundesgeschäftsführer als auch Landesvorsitzender in Sachsen. Am kommenden Dienstag will das Präsidium beraten und Konsequenzen „erörtern“.

Die NPD-Mitteilung wurde von Pressesprecher Klaus Beier veröffentlicht und auf der NPD-Website gepostet. Weitere Details wurden nicht preisgegeben – auch Szymanski selbst kommt nicht zu Wort. Die spärliche Informationslage dürfte in den kommenden Tagen reichlich Nahrung für Spekulationen bieten. Zudem erinnert der plötzliche Rücktritt an Holger Apfel, der Ende 2013 vom Bundesvorsitz zurücktrat. Offiziell sprach die NPD anfangs von einem Burnout, wenig später wurden dann Vorwürfe laut, der mittlerweile Ausgewanderte habe sich an zwei jungen Männern unsittlich vergangen. Aber auch von einer Intrige war die Rede – bis heute wurde der Fall nicht aufgeklärt.

Szymanskis Aufstieg in der NPD-Hierarchie geht auf die Zeit unter Apfel zurück. Das ehemalige Mitglied der Republikaner war jahrelang Pressesprecher der sächsischen NPD-Fraktion, später Leiter des Parlamentarischen Beratungsdienstes. Nach Apfels Rücktritt rückte Szymanski in den Landtag nach.

Säschsischer Verband zerfällt

Zuvor war der gebürtige Görlitzer bereits zum Vorsitzenden des sächsischen Landesverbandes aufgestiegen und dann auch zum NPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl vergangenen Sommer gewählt worden. Die Rechtsextremen scheiterten mit 4,95 Prozent knapp am Wiedereinzug – Szymanski musste dafür massiv Kritik einstecken, konnte seinen Landesvorsitz jedoch sichern. Erholt hat sich der Verband vom Verlust der Fraktion bis heute nicht.

Im November schmiss der bis dato stellvertretende Landesvorsitzende Maik Scheffler hin – die Rede war von Diffamierung, Kriminalisierung und Denunzierung. Wenige Wochen später trat der Görlitzer NPD-Kreisvorstand geschlossen zurück. Es folgte Bautzen – dort ging neben Parteiaustritten auch die Kreistagsfraktion verloren. Szymanski wurde zudem seit geraumer Zeit mit Spitzelvorwürfen konfrontiert – die bis heute nicht aus dem Weg geräumt werden konnten und immer wieder aufflammten.

Kommentare(3)

Insider wissen mehr! Donnerstag, 02.Juli 2015, 19:28 Uhr:
Das hat mit gewissen Funden anläßlich einer Hausdurchsuchung bei ihm zu tun, die zusätzliche höchst peinliche Ermittlungen auslösten.
 
Der Archivar Donnerstag, 02.Juli 2015, 23:15 Uhr:
@ Oliver Cruzcampo

Mit Ihrem Apfel-Vergleich liegen Sie gar nicht so schlecht. Hier liegt die Sache doch um einige Nuancen anders. Später mehr.
 
Dennis Montag, 06.Juli 2015, 16:55 Uhr:
Laut altermedia sind bei einer Hausdurchsuchung bei Szymanski Pornofilme mit homosexuellem Inhalt gefunden worden. Gerüchteweise sollen Darsteller darin teilweise minderjährig sein.
Mal schauen, ob diese Sache von der NPD genauso konsequent aufgeklärt wird, wie der Fall Apfel....

Selbstverständlich wird dabei auch die abgelutschte Geschichte verwendet, Szymanski sei ja bestimmt ein Spitzel des Verfassungsschutzes gewesen.....
Einfach lächerlich diese Nazis......
 

Die Diskussion wurde geschlossen