von Redaktion
   

NPD-"Brandstiftertour" in Leipzig: Rechtsextremisten ganz kleinlaut

Auch in Leipzig stationierte heute die NPD, um ihre rassistischen Parolen zu skandieren. Die Kundgebung vor der Al-Rahman-Moschee wurde abgebrochen, nachdem die Polizei den Rechtsextremen die Verwendung eines Megafons untersagte.

Die erste Kundgebung hatte die NPD heute vor der Al-Rahman-Moschee in der Leipziger Roscherstraße zwischen 15 und 17 Uhr angemeldet.

Durch die Beschädigung eines NPD-Busses in Dresden verzögerte sich jedoch die Ankunft der Rechtsextremen in Leipzig. Um 200 Gegendemonstranten zu übertönen wollte, Holger Apfel mit einem Megafon zu seinen 20 anwesenden Anhängern sprechen, wurde jedoch mehrfach von der Polizei darauf hingewiesen, dass dies ab 16.30 Uhr verboten sei.

„Grund für das Verbot war ein Gebet, das in der Moschee stattgefunden hat“, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber der LVZ. Nach kurzer Rangelei mit der Polizei sei die Kundgebung der NPD dann aufgelöst worden.

Am Abend fand die zweite Kundgebung der Neonazis vor dem Wahrener Rathaus statt. Auch bei dieser Station drehten die Rechtsextremen zu sehr auf. „Wir mussten die Organisatoren mehrmals darauf hinweisen, dass die Lautsprecher zu laut sind“, so Voigt. Später sei auch dort die Anlage ganz abgestellt worden.

Außerdem habe der stellvertretende JN-Bundesvorsitzende Julian Monaco wegen des missbräuchlichen Verwendens der Sächsischen Dienstflagge eine Anzeige erhalten, schimpft die NPD auf ihrer Facebook-Seite.

Trotzdem die Gegendemonstration des Erich-Zeigner-Haus e.V. wieder abgesagt wurde, seien auch in Leipzig-Wahren zahlreiche Gegendemonstranten anwesend gewesen, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Frank Kimmerle, Vorsitzender des Vereins, begründete die Absage gegenüber der LVZ mit den öffentlichen Äußerungen der Bürgerinitiative Leipzig-Wahren, die der Stadt wegen ihrer Asylpolitik eine Mitschuld an den Demonstrationen gegeben hatte.

„Dass wir in einem Atemzug mit Extremisten und Neonazis genannt werden, ist nicht hinnehmbar. Wir werden uns ganz sicher nicht zum Spielball von Wildgewordenen machen lassen.“

Darüber hinaus gab es Mahnwachen unter dem Motto „Raum für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“ an der Nikolaikirche, der Friedenskirche, der Michaeliskirche sowie der Begegnungsstätte „Lebens L.u.S.T“ des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirkes.

Bevor die Kundgebung 18.45 Uhr beendet wurde, kündigten die Neonazis noch an, dass sie in naher Zukunft erneut vor der Al-Rahman-Moschee aufmarschieren wollen.

Kommentare(3)

paul.pa Donnerstag, 01.November 2012, 23:03 Uhr:
Niedlich in der Moschee wurde gebetet. Wenn Pfarrer mit Ihren Glocken Krach schlagen um die Nazis zu übertönen, werden sie dafür gelobt.
Na ja ,
quod licet Jovi....
 
Chewie Freitag, 02.November 2012, 14:58 Uhr:
@ Pa:

Vielleicht hättest Du, anstatt oder wenigstens BEVOR Du Deine lächerlichen Auswürfe mit dem Asterix-Kleinstlatinum garniertest, besser erstmal näher ausgeführt, inwiefern das Instrumentarium zum Aufruf zum Gebet Deiner Meinung nach schon dann mit dem Gebet an sich gleichzusetzen ist, wenn es in dem von Dir genannten Fall noch nicht einmal explizit diesem Aufruf dienlich sein, sondern als politisch motivierte Störung fungieren sollte?
Man muss Euch Rechten wirklich JEDES kleinste Detail selbst Kleinstkindern verständlicher Logik vorkauen, damit Ihr es (zumeist leider trotzdem längst nicht) kapiert. Es ist wirklich tragisch zu sehen, wie ihr es schafft, alleine durch Eure bloße, verblödete Existenz den Beweis zu erbringen, dass eine bessere Welt noch lange nicht realisierbar ist. Und ausgerechnet Ihr Kasper beweint den angeblichen Untergang der Kultur der "Dichter und Denker". Man kann sich wirklich nur noch die Kopfhaut abreissen vor Verzeiflung. ABer naja, wie Du schon sagtest: was Jupiter gefällt. Aber das muss mir ja noch lange nicht gefallen.
 
JoLe Montag, 05.November 2012, 22:58 Uhr:
@paul.pa

Stimmt: Was Zeus erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt.

Gute Einschätzung der Sachlage. Deshalb waren ja die Megaphone nur begrenzt erlaubt!
 

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