von Mathias Brodkorb
   

Nordosten bleibt "Stammregion" der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ): Zum „Funkenflug" 02/2008

Immer wieder verweisen sachkundige Journalisten darauf, dass der Nordosten Deutschlands zu den aktivsten Betätigungsgebieten der Neonazi-Kinder und -Jugendlichen Organisation, Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ), gehört. Dies belegt auch die aktuelle Ausgabe der Verbandszeitschrift – der Funkenflug (02/2008). 


Neben einigen Kinderspielereien wie einer eigens eingerichteten „Kinderseite“ widmet sich der „Funkenflug“ auch diesmal szenetypischen Themen sowie Erlebnisberichten. Bei letzteren fällt vor allem der Nordosten mit einem überdurchschnittlichen Berichtsanteil auf. So erzählt „Jan“ von einer Osterfahrt auf der Insel Usedom, in deren Verlauf die Teilnehmer auch „unbehelligt in Swinemünde“ einmarschieren konnten. Ein namentlich nicht genannter Autor berichtet außerdem von einem „Wochenendlager für den Nachwuchs in Mecklenburg“. „Ein Lager für die Kleinsten stand Ende April auf dem Plan. Auf einer schönen Wiese im Westen Mecklenburgs gelegen, bei schönstem Wetter, nebenan Pony ‚Krümel’, Husky ‚Wotan’ und Kuh ‚Hildegard’, erlebten wir schöne 2 Tage Lagerleben.“, heißt es in dem kurzen Text.

Doch damit nicht genug. Dargestellt wird auch ein Kulturabend „An de Waterkant“, an dem selbst Udo Pastörs (NPD) teilgenommen und eine Rede gehalten haben soll – über den „Kampf gegen die Globalisierung und ihren verdeckten Völkermord“. Ebenfalls wird über die Teilnahme der Einheit Mecklenburg und Pommern am Tollensemarsch sowie von der Durchführung eines „Einheitswochenendes“ am 19. April 2008 berichtet.

Die thematischen Artikel widmen sich der „Konsumgesellschaft“ und den vermeintlichen Gefahren der kapitalistischen Wirtschaft. So rät eine gewisse „Anita“ in einem eigenen Artikel davon ab, Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Lieber solle man „seine angeborenen und erlernten Fähigkeiten“ nutzen. Umfangreich widmet sich „Robert“ außerdem in einem zweiseitigen Artikel dem burschenschaftlichen Mensur-Fechten. Für ihn repräsentieren Burschenschaften Traditionen, die in der nationalistischen Szene gern gesehen sind: „Für mich persönlich ist die Mensur ein Sinnbild für das Einstehen für eine Gemeinschaft. (...) In diesen Zeiten, in denen Charakterlumpen und Feiglinge Vorbild für unser Volk sein wollen oder sogar schon sind, bin ich bereit, mein Blut zu geben, für meine Ideale und Überzeugungen.“ Die Wiedereinführung des „Eisernen Kreuzes“ als Auszeichnung für Soldaten der Bundeswehr lehnt die HDJ übrigens offenbar ab. Es sei „mehr als anmaßend“, die Soldaten der Bundeswehr mit den „damaligen Kämpfern fürs Vaterland“ zu vergleichen. Gemeint sind damit offenbar die Soldaten der Wehrmacht.

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