von Oliver Cruzcampo
   

Neuer Geschäftsführer der NPD: Klaus Beier wird zum Multifunktionär

Der ehemalige NPD-Bundesgeschäftsführer Holger Szymanski soll im Besitz von Schwulenpornos gewesen und deshalb zum Rücktritt gezwungen worden sein. Nun übernimmt Pressesprecher Klaus Beier das Amt – einmal mehr offenbart sich die dünne Personaldecke der rechtsextremen Partei.

Neuer Bundesgeschäftsführer: Klaus Beier

Seit Kurzem verbreitet die NPD die neue Personalie in ihren Netzwerken. Klaus Beier wird dort nunmehr als Bundesgeschäftsführer, Bundespressesprecher und Landesvorsitzender der NPD in Brandenburg gelistet. Wann genau der 48-Jährige den Posten angetreten hat, wird nicht erwähnt. Deutlich wird erneut ein altes Problem der derzeit im Verbotsverfahren befindlichen Partei: Die Personaldecke scheint derart dünn, dass Funktionäre häufig mehrere Posten übernehmen müssen. 

Beier ist seit November 2014 Bundespressesprecher der NPD, übernommen hatte er den Posten von Frank Franz. Nebenbei muss der Politiker nun auch die Geschäfte der Bundespartei leiten, ist Landesvorsitzender in Brandenburg, Kreistagsabgeordneter und Kreisvorsitzender.


Ist sich auch bei Facebook für Hetze gegen Flüchtlinge nicht zu schade; Foto: Screenshot Facebook

Den Posten des Bundesgeschäftsführers hatte bis Anfang Juli noch Holger Szymanski inne, der geschasste Rechtsextreme sei „aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurückgetreten“, so die knappe NPD-Mitteilung. Dass der Grund offenbar nur vorgeschoben war, offenbarte sich wenig später. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass im Zuge einer Razzia auf dem Rechner des gebürtigen Görlitzers Schwulenpornos gefunden worden seien. Aufgeklärt wurde der Fall – wie so oft bei der NPD – nie.

Der im brandenburgischen Storkow wohnhafte Beier ist dem Voigt-treuen Flügel zuzurechnen. Udo Voigt machte den Mann seinerzeit zum Bundespressesprecher, bevor Frank Franz die Funktion übernahm. In den vergangenen Jahren musste sich der Brandenburger mehrfach vor Gericht verantworten: 2006 veröffentlichte die NPD anlässlich der in Deutschland ausgetragenen Weltmeisterschaft einen WM-Planer, auf dessen Titelblatt es eine Anspielung auf den seinerzeitigen Nationalspieler Patrick Owomoyela gab. „Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!“, hieß es in der Publikation, für die sich Beier als Pressesprecher mitverantworten musste.

Kommentare(1)

Insider wissen mehr! Mittwoch, 16.September 2015, 20:31 Uhr:
@ „Der ehemalige NPD-Bundesgeschäftsführer Holger Szymanski soll im Besitz von Schwulenpornos gewesen und deshalb zum Rücktritt gezwungen worden sein.“

Das waren nicht „nur“ Schwulenpornos!

@ „Wann genau der 48-Jährige den Posten angetreten hat, wird nicht erwähnt.“

Unmittelbar nach dem Verschwinden des Szymanski! Eigentlich wollte ja Szymanskis Vorgänger Jens Pühse, der nach Apfels Funktionärsputsch auch gleichzeitig Beiers Nachfolger war, nochmal ran. Dies Ansinnen stieß jedoch beim „Firle-Franz“ auf wenig Gegenliebe!
 

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