Neue Rechte draußen vor der Tür

Für ihr alljährliches Zusammentreffen „zwischentag“ müssen sich die Organisatoren neue Veranstaltungsräumlichkeiten suchen.

Donnerstag, 24. Juli 2014
Tomas Sager

In einem Düsseldorfer Hotel in Rhein-Nähe sollte am 6. September der „zwischentag“, ein alljährliches Treffen der „Neuen Rechten“, steigen. Doch nun müssen sich die Organisatoren rund um Felix Menzel, Chef des Internetportals „Blaue Narzisse“, ein neues Quartier suchen. Die Leitung des Hotels setzte die „zwischentag“-Veranstalter präventiv vor die Tür.

Ganz neutral für eine „Buchmesse“ hatten sie Räume angemietet. Nachfragen bei der Leitung des Hauses sorgten offenbar für die Kündigung des Mietvertrags. „Diese Veranstaltung wird bei uns nicht stattfinden. Die Inhalte sind nicht mit den Leitlinien unseres Hauses vereinbar“, zitierte die Westdeutsche Zeitung eine Sprecherin des Hotels.

„Aushängeschild einer konservativen „Gegenöffentlichkeit“

Die ersten beiden Auflagen des „zwischentags“ fanden 2012 und 2013 in Berlin statt. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe durch Götz Kubitscheks Zeitschrift „Sezession“. Mit ihrer Mischung aus Buchmesse, Infoständen und Vorträgen sorgen die „zwischentage“ für die Vernetzung einer Szene, die zwischen Rechtskonservatismus, Rechtspopulismus und nicht-neonazistischem Rechtsextremismus  changiert. Zur Premiere vor zwei Jahren kamen rund 700 Besucher. (bnr.de berichtete hier und hier)

Im vergangenen Jahr gehörten neben diversen Verlagen unter anderem „Sezession“, das „Institut für Staatspolitik“, die „Blaue Narzisse“, die Textilmarken „KonMo“ und „ProPatria“, die „Deutsche Burschenschaft“, die „Identitäre Bewegung“, die Monatszeitschrift „Zuerst!“ sowie die „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft“ zu den Ausstellern.

In diesem Jahr – und künftig in jedem zweiten Jahr – soll die Veranstaltung außerhalb von Berlin stattfinden. „Dies ermöglicht, dass noch mehr Interessierte die Messe und ihre Aussteller als Aushängeschild einer intellektuellen, non-konformen und konservativen Gegenöffentlichkeit erleben können“, begründete „Sezession“ diese Entscheidung.

AfD-Stadträte beim „zwischentag“

Ausrichter ist inzwischen Menzels „Verein Journalismus und Jugendkultur Chemnitz e.V.“. Vor vier Wochen berichtete er, es hätten sich bereits mehr als 20 Aussteller aus vier europäischen Ländern angekündigt. Man müsse sogar „ein bis zwei zusätzliche Räume anmieten“. Mit dabei sein wird wieder das islamfeindliche Internetportal „Politically Incorrect“. Auch beim Rahmenprogramm von 11.00 bis 17.00 Uhr konnte Menzel Vollzug melden. Er selbst will sein neues Buch „Nazivorwurf. Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ vorstellen.

Als einer der „Höhepunkte“ des „zwischentags“ angepriesen wird der Vortrag von Peter Priskil, Autor des im Ahriman-Verlag erschienenen Buchs „Der Kalte Krieg – Wie der Mono-Imperialismus in die Welt kam“. Er soll über die „Weltherrschaft“ der USA sprechen. Bei allem intellektuellen Anspruch der „zwischentag“-Organisatoren – auch für die ganz praktische Politik findet sich ein Angebot im Rahmenprogramm: Den Tag beschließen soll ein Vortrag mit dem Titel „Vor Ort Politik machen – AfD-Stadträte berichten“.

Bis zu 400 Besucher, die einen Eintrittspreis von 18,50 Euro beziehungsweise mit Schüler- und Studentenermäßigung 11 Euro auf den Tisch legen müssen, erwarten die Organisatoren. Zunächst einmal müssen sie aber ein neues Domizil finden.

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