Neue Mahler-Ergüsse aus dem Knast
Der inhaftierte Holocaust-Leugner und militante Antisemit Horst Mahler hat im Gefängnis eine neue Schrift mit dem Titel „Lob des ‚Rassismus‘“ verfasst. Das Büchlein soll noch im Frühjahr beim NS-affinen Schelm Verlag erscheinen.
Der in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel einsitzende 84-jährige Mahler ist mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Das 55-seitige Pamphlet „Lob des ‚Rassismus‘“ (neun Euro) will eine „kompakte Darstellung zur Judenfrage aus aktueller philosophischer Sicht“ liefern. Laut Verlagswerbung setzt der frühere Rechtsanwalt Horst Mahler dem „von der EU geplanten Todesstoß gegen die Völker Europas durch eine gelenkte ‚Afrikanisierung der Zivilisation des Weißen Mannes‘“ seine „Kampfschrift entgegen, um unsere ‚geistige Immunschwäche‘ aufzuzeigen und den tödlichen ‚Erreger zuerst zu lokalisieren, dann zu isolieren und unschädlich zu machen‘“.
Lob von Reinhold Oberlercher
Der unverbesserliche Antisemit Mahler will mit seiner Schrift „die Erörterung der ‚Judenfrage und die Rassismus-Schelte‘ endlich aus dem Verlies des ‚wissenschaftlichen Weltbildes‘ (..) befreien und in das Reich des Geistes zurück holen“. In einem Brief an einen Gleichgesinnten vom 4. März schreibt der Holocaust-Leugner weiter: „Hitler hatte absolut recht, wenn er darauf bestand, dass das Germanentum als die vollkommenste Erscheinung des Geistes sich gegen die Vermischung mit primitiveren Erscheinungen Gottes wehren muss – und diese Abwehr als heilige Pflicht des Deutschen Volkes zu verinnerlichen ist. Das Gebot der Arterhaltung folgt aus dem Geist und nicht aus der Natur!" Der Erkenntnis von Mahler zufolge ist „die Judenheit ein Sklavenvolk mit den Allüren eines Herrschers, unfähig, als ein freies Volk zu existieren“.
Den potenziellen Leser/innen empfohlen wird das Machwerk von Reinhold Oberlercher, einem ehemaligen Wegbegleiter Mahlers, der ebenfalls von links kommend bei der extremen Rechten gelandet ist: „Im ‚Lob des Rassismus‘ ist Horst Mahler eine krönende Darstellung aller seiner Überlegungen zur Judenfrage gelungen, indem er sie auf die Grundlage von Hegels Theorie des Afrikanismus (Gegengeschichte der Moderne) gestellt hat", konstatiert Oberlercher, der gar „die wiederholte Lektüre“ des Pamphlets empfiehlt.
„Weg der Rettung aus der judaisierten Welt“
Mahler meldet sich regelmäßig vom Knast aus zu Wort. So hat er während der Zeit seiner Inhaftierung auch ein antisemitisches Machwerk mit dem sperrigen Titel „Das Ende der Wanderschaft – Gedanken über Gilad Atzmon und die Judenheit“ verfasst. In dem fast 400-seitigen pseudo-philosophisch-religiösen Traktat propagiert Mahler „die Idee des Nationalsozialismus“ für den „Weg der Rettung aus der judaisierten Welt“.
Der Verlag Der Schelm wurde 2014 von dem gebürtigen Oberfranken Adrian Preißinger gegründet. Zuerst hatte der Verlag seinen Sitz in einem Wohnhaus in Leipzig-Gohlis. Danach wies das Impressum des Verlags eine Adresse in der tschechischen Grenzstadt Aš (dt.: Asch) aus, wenige Fahrminuten vom oberfränkischen Selb entfernt. Aktuell wird eine Adresse in der Nordregion von Thailand angegeben.
Preißinger war einst Neonazi-Musik-Produzent und später hauptamtlich Beschäftigter beim NPD-nahen Verlag Deutsche Stimme. Im Jahr 2001 hatte das thüringische Landeskriminalamt festgehalten: „Die Historie des Preißinger zeigt seine kontinuierliche und unbeirrbare Tätigkeit im Bereich der Produktion und der Verbreitung rechtsextremistischer Schrift- und Tonträger seit knapp zehn Jahren.“