Neuausrichtung der Saar-NPD

Saarbrücken – Sascha Wagner, im Sommer 2013 bei der rheinland-pfälzischen NPD im Streit geschieden, hat ein neues Betätigungsfeld gefunden: beim NPD-Landesverband im benachbarten Saarland.

Donnerstag, 02. Januar 2014
Redaktion

Wie die Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (DS) in ihrer Januar-Ausgabe berichtet, wurde Wagner beim Landesparteitag in Saarbrücken als Beisitzer in den Vorstand der Saar-NPD gewählt. Vorgestellt wird er den DS-Lesern als Mitglied des Kreisverbandes Saar-Pfalz. Bis Mitte 2013 hat es diesen Kreisverband noch gar nicht gegeben. Erst nach Wagners Zerwürfnis mit führenden Funktionären der rheinland-pfälzischen NPD wurde er am 1. August gegründet.

Wagner war nach nur dreieinhalb Monate im Amt im Mai 2013 als Kreisvorsitzender der NPD Westpfalz (Rheinland-Pfalz) zurückgetreten. (bnr.de berichtete) Gründe für seinen überraschenden Rückzug nannte er seinerzeit nicht. Einen Monat später kursierte aber auf diversen Neonazi-Portalen der Vorwurf, Wagner habe eine für Wahlkampfzwecke bestimmte Spende von 1000 Euro in die eigene Tasche gesteckt. (bnr.de berichtete) Der Vorwurf stützte sich auf angebliche Informationen der Schatzmeisterin der NPD Westpfalz, Ricarda Riefling, die auch dem Bundesvorstand der Partei angehört. Sie soll sogar Wagners sofortigen Ausschluss aus der NPD gefordert haben. Die Autoren der Attacke gegen Wagner mochten allerdings nicht glauben, dass es zu einem Rausschmiss kommen würde. Sie erwarteten vielmehr, dass „immer noch die alten Seilschaften Wagners“ wirken würden, die ihn schon einmal vor einem Ausschluss wegen ähnlicher Vorwürfe bewahrt hätten: „Kenner der NPD vermuten, dass Wagner Kenntnis von zu vielen ,Leichen im Keller’ von Vertretern der NPD-Führung hat, so dass Wagner wohl niemals einen Parteiausschluss fürchten muss.“

Die 31 Delegierten des Saar-Parteitags bestätigten dem DS-Bericht zufolge den  Landesvorsitzenden Peter Marx, zugleich Generalsekretär der NPD auf Bundesebene, einstimmig im Amt. Sein bisheriger Stellvertreter Frank Franz, der als Pressesprecher der Bundespartei fungiert, kandidierte nicht wieder, nach Angaben der DS aus „zeitlichen Gründen“. Als sein Nachfolger wurde der Rechtsanwalt Peter Richter aus Saarbrücken gewählt, der die NPD auch im Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht vertritt. (ts)

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