Neonazis zelebrieren Kult

Düren/Aachen – Am 29. Mai soll das jährlich abgehaltene „Schlageter-Treffen“ von Neonazis im Rheinland stattfinden.

Dienstag, 18. Mai 2010
Redaktion

Als Organisator fungiert die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), gedacht werden soll an dem „Tag des Nationalen Widerstandes im Rheinland“ des Freikorpskämpfers Albert Leo Schlageter. Das NSDAP-Mitglied führte bei der Ruhrbesetzung 1923 einen terroristischen „Stoßtrupp“ (Christian Malcoci) gegen die französischen Besatzer, wurde infolge von Sprengstoffanschlägen auf Bahngleise verhaftet und am 26. Mai 1923 hingerichtet. Er galt deswegen schon unter den Nationalsozialisten als Märtyrer.

Maßgeblich mitverantwortlich für den seit fünf Jahren zelebrierten Schlageter-Kult rund um den Todestag sind unter anderem auch die Neonazis Sven Skoda (Düsseldorf), Christian Malcoci (Grevenbroich, Neuss) und Axel Reitz (Pulheim, Köln) sowie der NPD-Kreisverband Düren. In diesem Jahr soll als Hauptredner Hajo Herrmann fungieren. Herrmann (97) ist seit Jahrzehnten in der rechten Szene umtriebig, etwa als Redner und Autor, aber auch als Düsseldorfer Rechtsanwalt von teils bekannten Rechtsextremisten und Holocaust-Leugnern. Den Ort des Neonazi-Treffens gibt die KAL als „Raum Aachen“ an. Interessierte sollen den genauen Ort bei der KAL via Mobilfunk oder E-Mail erfragen. (mik)

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