Neonazis wegen krimineller Vereinigung angeklagt

Koblenz – Knapp vier Monate nach der Razzia gegen das „Aktionsbüro Mittelrhein“ hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen 26 Mitglieder und Unterstützer der Neonazi-Truppe aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und dem südlichen Nordrhein-Westfalen erhoben.

Dienstag, 03. Juli 2012
Tomas Sager

20 Angeschuldigten wird die Mitgliedschaft in dem als kriminellen Vereinigung eingestuften „Aktionsbüro“ mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgeworfen. Vier Personen sollen die kriminelle Vereinigung unterstützt haben, zwei weitere an Straftaten ihrer Mitglieder beteiligt gewesen sein.

Bei den Ermittlungen sei es gelungen, „die Strukturen des ,Aktionsbüros Mittelrhein’, die interne Aufgabenverteilung sowie den Zweck der Vereinigung aufzuhellen“, heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Einer der Schwerpunkte des „Aktionsbüros“ war demnach die „Anti-Antifa“-Arbeit. Mitglieder des „Büros“ seien unter anderem für tätliche Übergriffe auf Nazigegner und für zahlreiche Sachbeschädigungen bis hin zur versuchten Brandstiftung in Ahrweiler, Remagen und Wuppertal verantwortlich. Außerdem geht die Anklagevertretung davon aus, dass Mitglieder der braunen Vereinigung mit von der Partie waren, als im Februar 2010 und ein Jahr darauf Neonazis am Rande von Demonstrationen in Dresden gewalttätige Aktionen durchführten.

18 der 26 Angeschuldigten im Alter zwischen 19 und 54 Jahren sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Sieben befinden sich gegen Auflagen auf freiem Fuß. Zu ihnen zählt auch Axel Reitz, was für heftige Diskussionen in der Szene gesorgt hat. Die Staatsanwaltschaft berichtete, neun Angeschuldigte hätten bei den Vernehmungen zur Sache ausgesagt, fünf von ihnen hätten umfassende Angaben gemacht.

 

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