von Redaktion
   

Neonazis greifen Linken-Politiker an

Zwei Neonazis griffen am Rande einer extrem rechten Demonstration in Berlin am vergangenen Samstag den Linken-Politiker Hakan Tas an. Die Polizei konnte die beiden Gewalttäter noch vor Ort festsetzen.

Hakan Tas (Pressefoto Hakan Tas)

Es sei nicht das erste Mal, dass ihm ein solcher Übergriff passiert sei, schrieb der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Hakan Tas, auf Facebook. Die Situation ähnele einem Angriff, der sich im Rahmen einer Demonstration gegen Neonazis vor einer geplanten Containerunterkunft im Stadtteil Buch abgespielt habe. Rechte Übergriffe, so der Politiker weiter, gehörten „inzwischen zum politischen Alltag in Berlin und in Deutschland“.

Was war passiert? Tas wollte sich nach eigenen Angaben in einem Supermarkt des Berliner Hauptbahnhof ein Getränk kaufen, als sich zwei Personen näherten, die dem 50-Jährigen mit dem Ellbogen in den Bauch geschlagen haben sollen. Möglicherweise fühlten sich die beiden Gewalttäter von einem T-Shirt mit der Aufschrift „Berlin gegen Nazis“ provoziert. Der offen schwule Politiker mit Migrationshintergrund gab ferner an, die beiden Männer seien ihm bei früheren Aufmärschen als Neonazis aufgefallen. Die Polizei nahm die beiden Angreifer noch vor Ort in Gewahrsam, Tas erstattete Anzeige.

„Großdemo“ bleibt kleiner als gedacht

Der Übergriff ging am Rande einer Demonstration mit dem Motto „Merkel muss weg – wir schaffen es“ über die Bühne, der sich nach Auskunft der Polizei in der Spitze 1.800 Menschen anschlossen. Offenbar folgten unterschiedlichste rechtspopulistische und extrem rechte Strömungen von Reichsbürgern, über Anhänger der Neonazi-Partei Der Dritte Weg, Hooligans bis hin zu den sogenannten Identitären dem Aufruf aus vielen Teilen der Bundesrepublik. Trotzdem wurde die anvisierte Teilnehmerzahl von 5.000 Marschierern bei weitem nicht erreicht.

An den Gegenprotesten beteiligten sich laut Polizei 7.500 Personen. Das Bündnis Berlin Nazifrei spricht von 12.000 Aktivisten, die den Neonazis am vergangenen Samstag in der Bundeshauptstadt die Stirn geboten hätten. Es habe mehrere Duchbruchsversuche gegeben, teilte die Polizei mit. Dabei seien auch Flaschen geworfen worden; die Einsatzkräfte hätten Pfefferspray eingesetzt, um die beiden Lager zu trennen. Von den rund 1.400 Berliner Polizisten und den etwa 400 Unterstützungskräften seien 25 Beamte leicht verletzt worden, sie konnten jedoch ihren Dienst fortsetzen. Die Polizisten leiteten Strafverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands, Anlegen von Vermummung und versuchter Gefangenenbefreiung ein. 

Kommentare(5)

Marcus Montag, 09.Mai 2016, 11:26 Uhr:
"Kleiner als gedacht"

Ja logisch, wenn gleichzeitig 3500 Neonazis in Hildburghausen feiern
 
Dennis Montag, 09.Mai 2016, 13:46 Uhr:
Da sieht man mal wieder das wahre Gesicht des Rechtsextremismus. Gewalt, Einschüchterung und Terror gegen andersdenkende.

Nazis eben.......
 
Erik Montag, 09.Mai 2016, 18:35 Uhr:
@ Dennis

"Da sieht man mal wieder das wahre Gesicht des Rechtsextremismus. Gewalt, Einschüchterung und Terror gegen andersdenkende.

Nazis eben......."

Allerdings sind die Taten deiner Genossen deshalb nicht weniger schlimm. ;)
 
Roichi Dienstag, 10.Mai 2016, 09:44 Uhr:
@ Erik

Na, mal wieder ablenken?
 
Dennis Dienstag, 10.Mai 2016, 10:11 Uhr:
@Erik:

1. Wir duzen uns nicht.
2. Ich habe keine Genossen. Wer zur Hölle soll das sein?
3. Kommt da noch mehr als ein dummes " die andern sind aber viel schlimmer"?
 

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