von Redaktion
   

Neonazi Frenck kauft Gasthof

Der umtriebige Neonazi Tommy Frenck hat einen Gasthof in Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) erworben. Der Kreisrat soll nach Informationen des MDR, die von der Verwaltungsgemeinde Feldstein bestätigt wurden, 80.000 Euro für den „Goldenen Löwen“ bezahlt haben.

Tommy Frenck auf einer NPD-Veranstaltung (Foto: Thomas Witzgall)

Tommy Frenck, Kader der NPD-nahen Wählervereinigung „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ (BZH) und früherer NPD-Lokalpolitiker, baut sich ein weiteres berufliches Standbein auf. Wie erst gestern bekannt wurde, unterschrieb der umtriebige Neonazi bereits Mitte Dezember den Kaufvertrag für einen Gasthof in Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen. Die Recherchen des MDR wurden mittlerweile durch die zuständige Verwaltungsgemeinde Feldstein bestätigt. Der Kaufpreis der Immobilie, die Platz für 120 Personen bieten soll, habe 80.000 Euro betragen.

Derzeit prüfe die Verwaltungsgemeinde, ob sie ihr Vorkaufsrecht für den „Goldenen Löwen“ geltend machen könne, erklärte die Vorsitzende Dagmar Klaus. Angesichts leerer Kassen stünden die Chancen allerdings nicht gut. Womöglich ist dies auch der Grund für die Untätigkeit der Gemeinde. Denn obwohl die Verantwortlichen frühzeitig vom Verfassungsschutz über Frencks Pläne informiert gewesen seien, habe die Kommune nichts unternommen, wundert sich ein Staatsschützer im MDR. Der bisherige Besitzer gab an, der politische Hintergrund des Käufers sei ihm egal. 

Geschäftstüchtiger Neonazi

Bekannt wurde der 1987 geborene laut Spiegel Online wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte Neonazi mit seinen gescheiterten Bemühungen, die Freiwillige Feuerwehr in Suhl zu unterwandern. Heute zeichnet Frenck für den entlarvend betitelten Online-Shop „Druck 18 Werbetechnik“ in Schleusingen verantwortlich, in dem neben Rechtsrock-CDs, „T-Hemden“ der „Divisionen“ Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt Aufkleber mit dem Motiv „Refugees not welcome“ erworben werden können. Der rassistische Sticker zeigt drei Personen in einem Zug, untertitelt mit „bring your families home!“, der Richtung Afrika fährt. In seinem Shop bietet Frenck Kleidungsstücke von „Ansgar Aryan“, der Modemarke von Patrick Schröder, an. Zusammen mit Schröder organisierte er im letzten Jahr ein Rechtsrock-Konzert in Hildburghausen. Offenbar mischt Frenck auch einfrig im lokalen Pegida-Ableger mit.

Nach Informationen der Bundesregierung ist die extreme Rechte in Thüringen in der Lage, 27 Immobilien zu nutzen. Beobachter verweisen darauf, dass mindestens zehn davon in ihren Händen seien. 

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