von Redaktion
   

Neonazi-Drogendealer muss fast fünf Jahre hinter Gitter

In Sachsen muss wieder ein Neonazi hinter Gitter – weil er im großen Stil mit Drogen gehandelt hat. Der Colditzer war im letzten September mit fast zwei Kilogramm Crystal Meth und 350 Gramm Marihuana von einer Polizeistreife aufgegriffen worden. Vor gut zwei Jahren hatten die Ermittler erst einen von Neonazis betriebenen Dealer-Ring gesprengt.

Crystal Meth (Foto: Psychonaught)

Uwe N. muss für vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Auf diesen Deal verständigten sich laut Leipziger Internet Zeitung die Prozessbeteiligten. In das Urteil seien zwei Vorstrafen eingeflossen, zuvor hatte der 26-jährige Neonazi die ihm zur Last gelegten Verbrechen gestanden. Eine andere Strategie wäre vermutlich wenig glaubhaft gewesen. Nachdem eine Polizeistreife das Auto des Angeklagten im September des letzten Jahres vor dem Haus eines bekannten Drogenkonsumenten entdeckt hatte, stellten die Beamten das Fahrzeug auf den Kopf. Ihr Fund: 1,8 Kilo Crystal Meth und 350 Gramm Marihuana. Alleine das Crystal, das derzeit wegen ihrer Gefährlichkeit die Behörden in Alarmstimmung versetzt, war Medienberichten zufolge 150.000 Euro wert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

N., der selbst Drogen konsumiert hat, fand sich nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank wieder. 2012 verurteilte ihn das Amtsgericht Grimma wegen Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder galt der damals Erwerbslose als treibende Kraft einer braunen Clique, die sich in Colditz einen entsprechenden gewalttätigen Ruf aufgebaut hatte. Immer wieder gab es in der Kleinstadt Angriffe auf Andersdenkende, die Firma des Vaters galt unter Einheimischen als Szene-Treffpunkt.

Kein Einzelfall

Im Sommer 2012 hatte ein SEK-Kommando in Sachsen einen Drogendealer-Ring gesprengt und damit die damals noch im Landtag sitzende NPD in Erklärungsnot gebracht. Der vorgebliche Kampf gegen Drogen gehörte zu den wichtigsten Kampagnen der Partei. Unter den später geständigen Angeklagten, die von den Behörden allesamt der militanten Neonazi-Szene zugerechnet werden, befand sich der ehemalige NPD-Stadtrats-Kandidat Lars S., der einst „als große Nummer“ in der Szene galt. Der damals 31-Jährige soll nach Informationen des stets gut unterrichteten Blogs „gamma“ zu den engsten politischen Weggefährten des früheren NPD-Landesvize Maik Scheffler gehört haben. Aber auch im „Milieu“ scheint sich der Neonazi bestens auszukennen. Erst im April 2012 verurteilte ihn das Magdeburger Landgericht – ebenfalls wegen Drogenhandels. S. aber zeigte sich davon unbeeindruckt und setzte seine Geschäfte fort. „Das ist schon ein starkes Stück“, stellte der Vorsitzende Richter fest. Das Leipziger Landgericht schickte die drei Männer jedenfalls lange hinter Gitter.

 

Kommentare(11)

Colditzer Dienstag, 05.Mai 2015, 18:54 Uhr:
Der Typ War gar kein Nazi!
 
Hans Adler Dienstag, 05.Mai 2015, 19:49 Uhr:
Hat der Platzhirsch also nicht gewirkt ?
 
Thomas Mittwoch, 06.Mai 2015, 20:32 Uhr:
Sie können den "Nazis" ( die Bezeichnung ist bekannter Maßen beliebig dehnbar,- so von CDU bis die Rechte) von mir aus alles mögliche vorwerfen.
Aber Drogenkonsum oder Drogenhandel wird von all diesen klar und deutlich abgelehnt.
Ganz anders Ihre Mitstreiter von Grünen bis SED- Nachfolgepartei- wenn Sie möchten liefere ich Ihnen hier gerne einige klare Fakten und Aussagen zu dem Thema- also von Personen in Ihren Reihen.
Jaja wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
So, und nun ist es höchste Zeit meinen Kommentar, wie immer, nicht frei zu schalten.
 
Roichi Donnerstag, 07.Mai 2015, 10:17 Uhr:
@ Thomas

Wie lächerlich ist das denn?
Da gibt es eine Verurteilung eines Nazis, und nicht mal nur diese, die sehrwohl zeigt, dass Nazis Drogen nehmen und verkaufen und dir fällt nicht mehr ein, als dich hinzustellen und zu sagen "gibt es nicht" und "die bösen Linken sind aber viel schlimmer".
Jeder Dreijährige hat da mehr drauf.
Inhaltlich und auch argumentativ.

Man könnte auch noch diverse weitere Fälle deiner Kamerraden aufzählen, die ja allesamt "Drogenkonsum und Drogenhandel ablehen" das dann aber doch zu Finanzierung, manchmal auch der eigenen Sucht nutzen.
Scheiß Realität aber auch, die so gar nicht in das nationale Weltbild passen will.

Achso, bevor du dich noch mehr zum Löffel machst, Thema sind deine Drogenverkaufenden Kamerraden, nicht irgendwelche "Linken".
 
Bürger Donnerstag, 07.Mai 2015, 10:20 Uhr:
@Thomas
"Aber Drogenkonsum oder Drogenhandel wird von all diesen klar und deutlich abgelehnt."
Naja, offensichtlich wohl nicht.

"Jaja wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen."
Eben, eben.

"So, und nun ist es höchste Zeit meinen Kommentar, wie immer, nicht frei zu schalten."
Warum sollte man dir diese Blamage ersparen?
 
Thomas Donnerstag, 07.Mai 2015, 15:28 Uhr:
Das Sie sich immer gleich so angegriffen fühlen müssen, Roichi,- entspannen Sie sich erst einmal.
Wenn man sich mal neutral mit beiden Ideologien auseinander setzt so wird auch der von Ihnen aufgeführte Dreijährige zweifelsfrei fest stellen das Drogenkonsum bei vielen Linken eher sehr locker betrachtet wird. Und das wissen Sie genau so gut wie ich.
Im übrigen habe ich keine "Kameraden" sondern Freunde und Bekannte- allmählich werden Sie langweilig mit Ihren ewigen Diffamierungen.
 
Roichi Donnerstag, 07.Mai 2015, 17:12 Uhr:
@ Thomas

Jetzt lies dir nochmal meinen Kommentar durch.
Nicht umsonst verwies ich nochmal explizit auf das Thema.
Worauf du hinauswillst, war schon lange klar. Dass es mit dem Thema nichts zu tun hat auch.

Aber nochmal für dich zum Mitschreiben:
Die Kamerraden, die "Drogenkonsum oder Drogenhandel" "ablehnen" handeln mit Drogen und konsumieren. Nicht nur in einem Fall, sondern öfter.
 
Thomas Freitag, 08.Mai 2015, 20:29 Uhr:
Ja Roichi, in diesem Fall haben Sie vielleicht recht.
Aber nochmal für Sie zum mitschreiben:
Wenn wir uns über "Drogenkonsum oder Drogenhandel" unterhalten so ist es durchaus angebracht wenn ich zu dem Thema Ausführungen darlege die Ihnen zwar nicht behagen aber dennoch zur Diskussion passen- nur halt nicht in Ihrem Sinne.
 
Roichi Samstag, 09.Mai 2015, 11:21 Uhr:
@ Thomas

Inwiefern sollen sie denn zur Diskussion passen, wenn der einzige Bezug deine Behauptung einer Affinität zum Drogenhandel von Leuten ist, die sich eher für die Legalisierung von Drogen einsetzen?
Der alleinige Grund dafür und die einzige Begründung ist doch: "die bösen Linken sind aber viel schlimmer".
Darüber hinaus wird das nichts.
Entsprechend passt es dann auch.

Ebenso gilt das im Übrigen für die Behauptung ob mir deine Behauptung behagen möge. Die ist weder relevant, noch richtig.
Eine Meinung dazu habe ich auch nicht abgegeben. Ich bezog mich allein auf den Zweck der Behauptung und deren unpassenden, dennoch bewusst gesetzten und vorhersehbaren Einwurf.
 
Kurth Sonntag, 10.Mai 2015, 16:53 Uhr:
@Thomas:

Wollen Sie mal ganz lustiges hören?

Ich habe in einer Stadt studiert in der es eine Bar gab. In dieser Bar haben die Nazis aus dem Umland Drogen gekauft - und zwar von dunkelhäutigen Personen, also Menschen, die per rechter Definition kriminell sein müssen und die man eigentlich aus ethnischen Gründen ablehnen müsste.
Der Ganze Handel war nur zu profitabel für die Rechten und es gab nie Konflikte, weil die Bar von Hells Angels betrieben wurde.

Mag sein, dass Nazis aus ideologischen Gründen Drogen ablehnen müssten, aber wenn ich mir so manchen Pitbullnazis mit Londsdale Pulli (die übrigens seit Jahren antirassistische Kapagnen sponsorn) sehe, frage ich mich ohnehin ob der von der eigenen Ideologie je was mitbekommen hat...
Übrigens kann man auch als Linker gegen Drogenkonsum sein. Die Welt ist eben dann doch etwas komplizierter als Sie uns weiß machen wollen...
 
Thomas Montag, 11.Mai 2015, 18:14 Uhr:
@Roichi
Und jetzt sind wir beide mal wieder an dem Punkt wo wir beide uns mal wieder anfangen im Kreis zu drehen.
@Kurth
In solch merkwürdigen Spielunken haben Sie sich als studierender Mensch also rumgetrieben?!
Ja das ganze ist wirklich lustig...
 

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