Neofolk im rechten Umfeld

Griechenland (Athen) – In der griechischen Hauptstadt soll am Freitag und Samstag nächster Woche eine Zweitauflage des Festivals „Tenebrae De Profundis“ (Aus der Tiefe der Nacht) stattfinden.

Freitag, 10. März 2017
Redaktion

Ein zweitägiges Neofolk-Festival am 17. und 18. März in Athen stellt auch diverse Künstler auf die Bühne, die in der Vergangenheit auf Events mit Strahlkraft bis weit hinein in den neurechten Dunstkreis aufgefallen sind. So soll unter anderem „Darkwood“, ein Musikprojekt um Henryk Vogel aus Dresden, bei der Zweitauflage der Veranstaltung unter dem Motto „Tenebrae De Profundis“ (Aus der Tiefe der Nacht) auftreten. Dazu gesellen sich mit „Sol Invictus“ und Andrew King britische Vertreter, die in ihren Beiträgen an historische rechte Kulturphilosophen wie Julius Evola und Ezra Pound erinnern und deren Gedankengut hoch halten. Es passt somit durchaus ins Bild, dass Tony Wakeford von „Sol Invictus“ früher Mitglied bei der National Front war.

Aufgelistet ist für das Athener Programm auch Uwe N. aus Sachsen-Anhalt. Er wird seit Jahren in neurechten Publikationen wegen seiner bisweilen provozierenden faschistischen Ästhetik und Sprache gefeiert.  Seinen eigenen Beteuerungen zufolge sieht er sich zwar nicht in der politisch rechten Ecke, möchte sich aber auch nicht von dieser distanzieren. Und das Tragen eines Shirts mit der Aufschrift der britischen Rechtsrock-Kultband „Skrewdriver“ wirft hier natürlich Fragen auf. Solche muss sich auch die Band „Traum’er Leben“ aus Hannover gefallen lassen, die im Vorjahr beim rechts angehauchten „Fire & Sun“-Festival in Leipzig dabei war. Ebenfalls rechtsintellektuelles Publikum angezogen hatte im vergangenen Jahr in Leipzig das „Runes & Men“-Festival, bei dem unter anderem „Naevus“ aus London zum Line Up gehörten, die nun ebenfalls in Athen aufspielen sollen. (hf)

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