von Oliver Cruzcampo
   

Nazi-Verbrecher gesucht – Wiesenthal-Zentrum setzt 25.000 Euro Kopfgeld aus

Als womöglich letzte große Aktion ruft das Simon-Wiesenthal-Zentrum zur Unterstützung auf der Suche nach noch lebenden Nazi-Verbrechern auf. Geworben wird mit einer Art Kopfgeld in Höhe von 25.000 Euro. Derweil solidarisieren sich etliche Neonazis mit dem Kriegsverbrecher Erich Priebke.

„Operation last chance – Spät, aber nicht zu spät“ prangt in großen Lettern auf einem Plakat, dass das Simon-Wiesenthal-Zentrum derzeit 2.000 Mal in Berlin, Hamburg und Köln hängen ließ. Die Nichtregierungsorganisation bittet seit Dienstag die Bevölkerung um Mithilfe – gesucht werden Nazi-Kriegsverbrecher. 

„Einige der Täter sind frei und am Leben! Helfen Sie uns, diese vor Gericht zu bringen“, heißt es weiter in dem Aufruf. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hätte es eine ähnliche Aktion bereits Ende 2011 gegeben. Doch die Ergebnisse seien ernüchtern ausgefallen: Aus Deutschland seien insgesamt 27 Hinweise eingetroffen. Ein Fall sei an die Staatsanwaltschaft weitergereicht worden, doch das Verfahren wurde eingestellt.

Nun versucht das Wiesenthal-Zentrum durch eine provokantere Vorgehensweise möglicherweise doch noch den ein oder anderen der schätzungsweise 60 bis 120 noch lebenden Kriegsverbrecher ausfindig zu machen. Geworben wird mit einer Prämie von 25.000 Euro, die im Erfolgsfall gestaffelt ausgezahlt werden soll.

Sollte ein Hinweis zur Anklage führen, würde der Person eine erste Summe in Höhe von 5.000 Euro ausgezahlt. Eine Verurteilung des Nazi-Verbrechers würde eine weitere Auszahlung von 5.000 Euro mit sich bringen. Zusätzlich sollen 100 Euro pro Tag gezahlt werden, den der Täter anschließend in Haft verbringt.

Hintergrund der neuerlichen Aktion ist die Verurteilung John Demjanjuks. Der frühere Wachmann des NS-Vernichtungslagers Sobibor wurde 2011 wegen Beihilfe zum Mord an geschätzten 28.000 Menschen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Mit dem Urteil hätte sich die Rechtslage verändert. Zuvor hätte den Angeklagten ein spezifisches Verbrechen an bestimmten Personen nachgewiesen werden müssen, nun reiche auch der Nachweis, dass die entsprechende Person in Vernichtungslagern Dienst getan hätte.

Kritik an der neuen Kampagne kommt derweil von Michael Wolffsohn. Der Historiker bezeichnete diese gegenüber dem Deutschlandfunk als „pietätlos und schamlos“. Wolffsohn plädiert für eine weitere „solide intensive Aufarbeitung der NS-Verbrechen“ durch die Geschichtswissenschaften, Medien und politisch-pädagogisch Verantwortliche.

Seit einigen Wochen finden unterdessen etliche Solidaritätskampagnen der rechtsextremen Szene für den Kriegsverbrecher Erich Priebke statt. Der ehemalige SS-Führer befindet sich seit knapp 20 Jahren in Hausarrest, am 29. Juli feiert er seinen 100. Geburtstag.

So trat Anfang Juli Sascha Krolzig, Bundesvorstandsmitglied der rechtsextremen Splitterpartei Die Rechte, mit einen T-Shirt vor dem Bundeswahlausschuss auf, auf dem „Freiheit für Erich Priebke“ zu lesen war. An dem Tag wurde Die Rechte für die Wahl zum Bundestag zugelassen. Der Vorsitzende der Jungen Nationaldemokraten, Andy Knape, stattete Erich Priebke kürzlich in Rom gar einen Besuch ab und schrieb dazu vielsagend: „Sein Schicksal ist unser Vermächtnis!“. Auch etliche weitere Neonazi-Gruppierungen setzen sich weiterhin für den Nazi-Verbrecher ein und fordern seine Freilassung.

Kommentare(17)

Elvira Mittwoch, 24.Juli 2013, 12:05 Uhr:
Es gibt ein Sprichwort das da heißt:

Ich liebe den Verrat, doch ich hasse den Verräter.
 
Schwab Mittwoch, 24.Juli 2013, 12:38 Uhr:
Man braucht kein Neonazi bzw. Hitlerverehrer zu sein, um die Freilassung von Erich Priebke zu fordern. Oder war Richard von Weizsäcker ein Neonazi, weil dieser als damaliger Bundespräsident die Begnadigung von Rudolf Hess forderte?
Daß Joachim Gauck und Angela Merkel zum Thema Priebke schweigen, zeigt, daß sie einen schlechten Charakter haben, siehe auch NSA-Skandal.

Der "Kriegsverbrecher" Priebke steht auf tönernen Füßen. Der war nur Befehlsausführender, die schlimme Tat der Geiselerschießung als Repression für Opfer durch Partisanenangriffe war damals Völkergewohnheitsrecht, wurde auch von den anderen Kriegsparteien praktiziert.
 
Roichi Mittwoch, 24.Juli 2013, 14:49 Uhr:
Das Vermächtnis als Kriegsverbrecher im Hausarrest mehr als 20 Jahre zu verbringen muss ja sehr anziehend für die Szene sein.

@ Schwab

"Man braucht kein Neonazi bzw. Hitlerverehrer zu sein, um die Freilassung von Erich Priebke zu fordern."

Mag sein. Aber genau diese Leute fordern die Freilassung. Und zwar nur diese Leute.

"Daß Joachim Gauck und Angela Merkel zum Thema Priebke schweigen, zeigt, daß sie einen schlechten Charakter haben"

Weil du das behauptest?

"Der war nur Befehlsausführender,"

Darauf haben sich etliche Täter berufen.
Aber auch als Befehlsempfänger muss man Gesetze befolgen.

"die schlimme Tat der Geiselerschießung als Repression für Opfer durch Partisanenangriffe war damals Völkergewohnheitsrecht"

Nö.
Das Kriegsrecht sah auch damals das nicht vor.
Abgesehen davon, willst du jetzt ein Verbrechen mit einem anderen rechtfertigen?
 
Amtsträger Mittwoch, 24.Juli 2013, 15:29 Uhr:
Gewohnheitsrecht kann den natürlichen Verbrechensbegriff niemals beschränken.

Die wahnsinnige Suche nach Rechtfertigungsgründen ist nur eine Lüge zum Selbstschutz. Damit man die Tat nicht als das erkennen muss was es war: Ein Verbrechen.
 
Schwab Mittwoch, 24.Juli 2013, 15:56 Uhr:
Bundespräsident Weizsäcker wollte - laut Friedbert Pflüger - anläßlich seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes die Freilassung von Rudolf Hess fordern, machte dann doch einen Rückzieher. Typisch BRD-Politiker.
 
Ein Nienhagener Donnerstag, 25.Juli 2013, 11:32 Uhr:
"Daß Joachim Gauck und Angela Merkel zum Thema Priebke schweigen, zeigt, daß sie einen schlechten Charakter haben"

Das zeigt nur, dass sie die Souveränität und Unabhängigkeit der Gerichte eines anderen Staates anerkennen.

"Völkergewohnheitsrecht"
So manch einer ist sich nicht einmal der dämlichsten Rechtfertigung zu schade...
 
Roichi Donnerstag, 25.Juli 2013, 12:42 Uhr:
@ Schwab

Und was soll uns das jetzt sagen?
Dass du Geschichten vom Hörensagen übernimmst, wenn sie dir in die Ideologie passen?
Das ist nun wirlich nicht neu.
 
George Donnerstag, 25.Juli 2013, 20:59 Uhr:
"Der war nur Befehlsausführender"

Jeder Mensch hat einen Verstand und eine Moral die über jedem Befehl steht, gerade über unmoralischen Befehlen.
Selbst in der alten Preußischen Armee galt der Grundsatz einen unmoralischen Befehl nicht zu befolgen.

Ein Befehlsempfänger ist für seine Taten verantwortlich, er erschießt Menschem. Ja auf Befehl, aber er tut es.
Damit trägt er auch die Verantwortung für sein Handeln, er könnte diesen Befehl auch verweigern. Keinem SS-Mann und Wehrmachtssoldaten sind jemals Nachteile entstanden wenn er sich geweigert hat bei einer Erschießung teilzunehmen. Das ist hinreichend Dokumentiert.
Daher ist es keine Entschuldigung das "nur Befehlsausführender" war.

"die schlimme Tat der Geiselerschießung als Repression für Opfer durch Partisanenangriffe war damals Völkergewohnheitsrecht, wurde auch von den anderen Kriegsparteien praktiziert."

Und das soll uns jetzt was sagen?
Das die andern nicht besser sind als wir?
Soll es als rechtfertigung dienen?
Wenn dies nur eins zeigt, dann das die Geißel des Krieges alle Parteien, alle Menschen, alle Soldaten entmenschlicht und verroht.
Es ist keine Rechtfertigung, es ist keine Entschuldigung, es zeigt einfach nur wozu der Mensch fähig ist.
Zu grausamen und schrecklichen Dingen.
Keine Seite im Krieg ist "moralisch" im Recht, und ihre Handlungen sind es auch nicht.
Es sind nicht die "bösen" allierten, oder die "bösen" deutschen.
Es sind die Menschen die im Krieg ihre Moral verlieren, ihre Menschlichkeit.

Und genau deswegen bin ich gegen Kriege, und gegen Ideologien, wie den Nationalismus oder den Nationalsozialismus, die den Krieg heute noch verherrlichen.
 
Schwab Freitag, 26.Juli 2013, 14:18 Uhr:
@George

"Und genau deswegen bin ich gegen Kriege, und gegen Ideologien, wie den Nationalismus oder den Nationalsozialismus, die den Krieg heute noch verherrlichen."

Den toten Hitler und mit ihm Erich Priebke heute (!) zu bekämpfen - dazu bedarf es keines Muts, keiner Zivilcourage. Priebke war Befehlsempfänger bei der Polizei, wie @Amtsträger heute seine Befehle fürs "Amt" ausführt.

Viele Beamte des Dritten Reiches wurden schon aus der Weimarer Republik übernommen, auch die BRD übernahm Beamte aus dem NS-System. Amtsträger führen zu 99,9 Prozent aller Fälle Befehle aus.

Auch Bundeswehsoldaten und US-Soldaten usw. in Afghanistan etc. bestrafen die Zivilbevölkerung für Partisanenangriffe. Ich gehe mal davon aus, daß Du deshalb nicht mal ne Kerze anzündest.

Vorschlag: ER soll mal ein Doppelinterview mit Friedbert Pflüger und seinem damaligen Chef, Richard von Weizsäcker, führen - über die damaligen Beweggründe des damaligen Bundespräsidenten, wenigstens zu beabsichtigen die Befreiung von Rudolf Hess zu fordern.

Mir geht es nicht darum, Nazi-Verbrechen oder sonstige Verbrechen zu verharmlosen, sondern Vorschläge für ein besseres deutsches Gemeinwesen zu machen. Auch hier können Deutsche vom Ausland lernen, beispielsweise von Spanien und Italien, daß man die alten Rechnungen - von links gegen rechts und umgekehrt - irgendwann mal zu den Akten legt. Daß mal ein Neuanfang gemacht wird.

Das ist freilich ein Vorschlag, der für Leute, die ihr irdisches Dasein über "Antifa" und "Anti-Antifa" definieren, nicht zu akzeptieren ist, weil somit für solche Leute ein für sie wichtiger Orientierungsrahmen wegfallen würde.
 
Amtsträger Samstag, 27.Juli 2013, 11:59 Uhr:
Lieber Heer Schwab,

Sie müssen mich mit einem Soldaten verwechseln. Bei der Polizei gibt es keine Befehle, sondern Aufträge. Für rechtmäßiges Händeln ist jeder Beamte selbst verantwortlich. Gegen unrechtmäßige Aufträge hat jeder Amtsträger das Recht auf Remonstration.

Ich habe in meiner gesamten Kariere nicht einen Befehl erhalten oder ausgeführt.

Außerdem werden die Täter nicht bekämpft, sondern bestraft. Für ihre Taten.

P.S.: Die Bundeswehr führt keine Vergeltungsangriffe auf Zivilisten durch. Das sehen die rules of Engagement auch nicht vor.
 
Björn Sonntag, 28.Juli 2013, 14:38 Uhr:
@Nienhäger

"Das zeigt nur, dass sie die Souveränität und Unabhängigkeit der Gerichte eines anderen Staates anerkennen."

Ach ja? Nur blöd, dass sie die Auslieferung anderer vermeintlicher "Kriegsverbrecher" verhinderten, die in Deutschland frei gesprochen und in Italien schuldig gesprochen wurden. Die Frage ist also ob Herr Priebke in Deutschland nicht freigespochen worden wäre.

Was einen aber besonders sprachlos macht ist die hier wieder zur Schau getragene Einteilung von Opfern in zwei Klassen. Nichtdeutsche Opfer sind es wert, dass man nach ihren Mördern sucht, ein Kopfgeld aussetzt und sie verurteilt. Deutsche Opfer aber nicht. Wann wurde je nach sowjetischen oder britischen Kriegsverbechern gefahndet? Wann wurde jemals einer vor Gericht gestellt?
 
Zipfelmütz Sonntag, 28.Juli 2013, 15:07 Uhr:
@Claus
"Oder warum wohl hat noch nie ein deutscher Historiker Deutschland in irgendeiner Weise entlastet?"
Welche "Entlastung" schwebt dir denn so vor?
Mir fällt da nichts ein, wenn ein Land , Deutschland also, einen europaweiten Krieg beginnt, und damit dann auch mitverantwortlich für die Folgen ist.
 
Claus Sonntag, 28.Juli 2013, 16:18 Uhr:
@Zipfelmütz:

Eine Entlastung z. B. in der Form, dass die Rote Armee eben nicht die war, als die sie uns in der BRD heute verkauft wird: als "Befreier". Es sei denn, du hältst Leute, die morden, rauben, plündern, vergewaltigen, demontieren und zerstückeln, jedes Recht verhöhnende Schauprozesse durchführen und eine jahrzehntelange Besatzungsherrschaft ausführen, für unschuldige und friedliche Lämmchen.
Und wie Björn schon erwähnte, zeigt sich euer heuchlerisches, rassistisches Verhalten daran, dass ihr die Verfolgung von deutschen, angeblichen Verbrechern begrüßt, euch die Untaten Fremder aber nicht interessieren. Warum?

Meine Ausführung impliziert übrigens, dass es ausländische Historiker sind, die Deutschland bzw. Deutsche entlasten. Vincent Reynouard ("Die Wahrheit über Oradour") z. B.

In welcher Weise hat Deutschland denn einen europaweiten Krieg begonnen? Kannst du das mal etwas ausführen (damit ich ggf. darauf eingehen kann)?
Und ist nicht auch die Partei schuldig, die einen Krieg partout trotz mehrfacher Friedensangebote nicht beenden will?

Was ist mit euch nur passiert, dass ihr euch so viel Selbsthass angefressen habt? Oder liegt es einfach daran, dass es so schön bequem ist, mit dem Strom zu schwimmen und sich keine eigene Meinung zu bilden, die trotzdem (oder gerade deswegen) honoriert wird?
 
Roichi Sonntag, 28.Juli 2013, 20:45 Uhr:
@ Claus

Mir ist ziemlich egal, was du glaubst.
Belegen kannst du keine deiner Behauptungen, von daher glaube ruhig weiter dran. Mehr bleibt dir nicht.

"Oder warum wohl hat noch nie ein deutscher Historiker Deutschland in irgendeiner Weise entlastet? "

Weil die nicht deinem Glauben anhängen, sondern wissenschaftlich arbeiten.
Wenn dir die Ergebnisse nicht passen, kannst du zwar gern rummeckern und Pöbeln, erreichen wirst du nichts, denn Argumente fehlen dir.
Also Stampf nochmal so richtig mit dem Fuß auf und ärger dich.
Die Wissenschaft und die Geschichte juckt das nicht, genauso wie mich.


@ Björn

"Die Frage ist also ob Herr Priebke in Deutschland nicht freigespochen worden wäre. "

Nö. Die Frage ist nicht relevant.
Genauso wie dein Gewäsch von wegen Auslieferung. Kein Land liefert eigene Staatsbürger an ein anderes Land aus, egal worum es geht.
Du darfst also gern zum Thema zurückkommen.

"Was einen aber besonders sprachlos macht ist die hier wieder zur Schau getragene Einteilung von Opfern in zwei Klassen. "

Was können wir denn dafür, dass du das unbedingt machen musst?
 
Ein Nienhagener Montag, 29.Juli 2013, 06:54 Uhr:
@Björn

"Nur blöd, dass sie die Auslieferung anderer vermeintlicher "Kriegsverbrecher" verhinderten, die in Deutschland frei gesprochen und in Italien schuldig gesprochen wurden. "

Häh?
Sie meine also, dass Auslieferungen unterbunden wurden, weil die deutsche Regierung davon überzeugt war, dass in D ein Freispruch erfolgen würde?

Belege für diese wirre These haben Sie auch?

"Wann wurde je nach sowjetischen oder britischen Kriegsverbechern gefahndet? Wann wurde jemals einer vor Gericht gestellt?"

Lieber Björn, der "Ruompfer-Diensthabende" der Nationalisten auf ER. Sie haben anscheinend noch nicht erkannt, dass Ihnen genau diese frei steht.

Sie können jederzeit ein "Kopfgeld" zu Ergreifung alliierter Kriegs- und Nachkriegsverbrecher ausloben. Machen Sie es doch einfach...
 
Roichi Montag, 29.Juli 2013, 10:32 Uhr:
@ Claus

"Eine Entlastung z. B. in der Form, dass die Rote Armee eben nicht die war, als die sie uns in der BRD heute verkauft wird: als "Befreier"."

Und was hat das jetzt mit der Entlastung von Deutschland zu tun, die du oben forderst?
Irgendwie bist du recht fixiert auf die rote Armee. Ohne kannst du scheinbar nicht. Mit aber auch nicht.

"Meine Ausführung impliziert übrigens, dass es ausländische Historiker sind, die Deutschland bzw. Deutsche entlasten."

Aha. Deswegen schriebst du oben also: "Oder warum wohl hat noch nie ein deutscher Historiker ..."
Also zumindest einmal solltest du versuchen, deine eigenen Kommentare zu behalten.

"In welcher Weise hat Deutschland denn einen europaweiten Krieg begonnen? Kannst du das mal etwas ausführen (damit ich ggf. darauf eingehen kann)?"

Kommen wir zur nächsten Ablenkung in From der Kreigsschuldfrage. Die natürlich für Claus eindeutig bei Polen und wahrscheinlich auch bei England liegt.
So wie er es dann auch gleich ausführt:
"Und ist nicht auch die Partei schuldig, die einen Krieg partout trotz mehrfacher Friedensangebote nicht beenden will?"
Die Antwort: Nein.

Du hast echt nichts zu melden hier, außer sinnlosen Parolen und Behauptungen.
 
Zipfelmütz Montag, 29.Juli 2013, 12:07 Uhr:
@Claus
Zuerst möchte ich feststellen, dass es mir bisher in meinem Leben verwehrt war, etwas wie "auffressenden Selbsthass" zu erleben. Tut mir ja leid für dich, dass du von diesem Gefühl betroffen bist. Nichts anderes ist deinen Beiträgen zu entnehmen.
So, nun mal meine persönliche Deutung deiner , nennen wir es mal Argumente.

"...Eine Entlastung z. B. in der Form, dass die Rote Armee eben nicht die war, als die sie uns in der BRD heute verkauft wird: als "Befreier"..."
Nun ja, mal beim Urschleim angefangen, war die Rote Armee zuerst mal, neben den anderen Alliierten Befreier, in dem die Deutschen von einer menschenfeindlichen Massenmörderdiktatur "befreit" wurden.
Soweit so gut. Die Entwicklung, vor allem der SBZ, unter Stalins Fuchtel, steht wieder auf einem anderen Blatt, und ist genauso wie jede andere Diktatur zu verurteilen.

"... Es sei denn, du hältst Leute, die morden, rauben, plündern, vergewaltigen, demontieren und zerstückeln, jedes Recht verhöhnende Schauprozesse durchführen und eine jahrzehntelange Besatzungsherrschaft ausführen, für unschuldige und friedliche Lämmchen...."
Nein, natürlich nicht. Den Fehler in deiner Diskussion, wie auch der anderer
Revisionisten, ist der, dass nur einseitig Schuldzuweisungen getätigt werden, aber an anderer Stelle Entschuldigungen gesucht werden.
Du klagst Gräueltaten der Roten Armee zurecht an, entschuldigst aber das gleiche Verhalten der Wehrmacht/SS als "Befehlsausführung". Das ist in meinen Augen verlogen. Nun, man soll ja nicht ein Unrecht mit anderem Unrecht vergleichen. Aber ich behaupte mal, hätten die Deutschen nicht in anderen Ländern gemordet, geraubt, geplündert, vergewaltigt, demontiert, Schauprozesse durchgeführt, den Holocaust ermöglicht wäre der Anlass, Rache zu nehmen nicht existent? Man kann nur vernmuten. Wie gesagt, ich will nicht vergleichen. Aber gerade in Russland, mit den Millionen von Toten, ging es wohl auch um Rache.
Was hat man von deutscher Seite erwartet? Ein warmen Händedruck und ein Dankesschreiben, dass ein ganzes Land geplündert und zerstört und die Bevölkerung ermordet wurde?

"..Meine Ausführung impliziert übrigens, dass es ausländische Historiker sind, die Deutschland bzw. Deutsche entlasten. Vincent Reynouard ("Die Wahrheit über Oradour") z. B.
.."
Ja klar, man sucht sich gerne Quellen, die den eigenen Standpunkt untermauern und vergisst aber schnell, dass diese Quellen in der Minderheit vorhanden und in ihrer wissenschaftlichen Grundlage fragwürdig sind und ignoriert auf der anderen Seite andere wissenschaftliche Quellen.
Das Muster der Argumentation steht jedem frei.

"...In welcher Weise hat Deutschland denn einen europaweiten Krieg begonnen? Kannst du das mal etwas ausführen (damit ich ggf. darauf eingehen kann)?..."
Nee, ich werde nicht näher auf den 1.9.1933 eingehen. Du weißt schon genau, worum es geht.

"...Oder liegt es einfach daran, dass es so schön bequem ist, mit dem Strom zu schwimmen und sich keine eigene Meinung zu bilden, die trotzdem (oder gerade deswegen) honoriert wird?..."
Ich muss mit keinem Strom mit schwimmen.
Meine Meinung hat ihren Ursprung in meinem ureigenem moralisch/ethischem Empfinden, der Verurteilung von Gewalt, wie sie um beim Thema zu bleiben, im 2.WK ausgeübt wurde.
Mein persönliches Wirken wird auch in Zukunft darin bestehen, dass es in Deutschland nie wieder möglich sein wird, dass so etwas, nochmal passiert. Und glaub mir, dass ist nicht immer bequem, sich mit Menschen argumentativ auseinander zu setzen, die auf Teufel komm raus, dass dritte Reich vergöttern und darin alles Seelenheil dieser Welt sehen
 

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