Nazi-Aktion vor Synagoge

Essen – Ein Neonazi ruft zu einem Aufmarsch vor einem jüdischen Gotteshaus im nordrhein-westfälischen Essen auf.

Montag, 25. August 2014
Julian Feldmann

In holprigem Deutsch ruft ein Rechtsextremist über das soziale Netzwerk Facebook dazu auf, am kommenden Montag, 1. September, vor einer Synagoge in Essen vier schwarze Kreuze aufzustellen. Damit solle „ein Zeichen“ gegen „das Verbrechen an der Menschheit“ gesetzt werden. Zudem solle „Deutscher Helden“ gedacht werden. Vordergründiger Anlass scheint der militärische Einsatz Israels gegen die Hamas im Gazastreifen zu sein. Inzwischen soll die Anmeldung allerdings zurückgezogen worden sein, wie bekannt wurde.

Verantwortlich für die angekündigte Aktion zeichnet Markus Haag aus dem baden-württembergischen Oberhausen-Rheinhausen (Kreis Karlsruhe), Aktivist des Neonazi-Vereins „Sturm 18“. Haag bezeichnet sich als örtlicher „Gruppenleiter“ von „Sturm 18“ und ist regelmäßiger Kommentator im internen Internet-Forum der rechtsextremen Gruppe. Dort schrieb er zum Thema Zuwanderung: „Diese Parasieten gehören in den Zug nach Osten gesteckt!“ (Fehler im Original). Zudem ist Haag Betreiber einer Facebook-Seite, die sich „gegen Kindesmissbrauch“ wendet.

Die Neonazi-Vereinigung „Sturm 18“, aus dessen Reihen der Organisator der antisemitischen Kundgebung stammt, war vor zwei Monaten offiziell als Verein in Kassel anerkannt worden. (bnr.de berichtete) Gründer und Vereinsvorsitzender Bernd T. sitzt derzeit wegen des Verdachts der Vergewaltigung und zweifachen gefährlichen Körperverletzung in Untersuchungshaft.

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