von Mathias Brodkorb
   

„Nationales Bildungszentrum" schon wieder vor dem Aus?

Im vorpommerschen Anklam verfügt die NPD derzeit über ein "Nationales Bildungs- und Begegnungszentrum". Am 30. Mai 2007 hatten zwei Wahlkreismitarbeiter der NPD-Landtagsabgeordneten Michael Andrejewski und Tino Müller ein ehemaliges Möbelkaufhaus von der Sparkasse Vorpommern für 17.000 Euro bei einer Zwangsversteigerung erworben. 

Jetzt wurde das Schulungszentrum laut einem Bericht von bnr offiziell mit einer Saalveranstaltung eingeweiht. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 200 Rechtsextremisten aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen an der konspirativ organisierten Veranstaltung des NPD-Landesverbandes Mitte November teil, heißt es. Zu den Rednern gehörten einer der Eigentümer des Gebäudes, der Bansiner Enrico Hamisch, Wahlkreismitarbeiter von Tino Müller und Vorsitzender der so genannten Initiative für Volksaufklärung e.V., der Schweriner NPD-Fraktionschef Udo Pastörs und das ehemalige Mitglied der Waffen SS Herbert Schweiger.

Ob das Gebäude noch länger als Schulungszentrum dienen wird, könne indes bezweifelt werden, so der bnr. Demnächst erhielten die Eigentümer Post der zuständigen Baubehörde. Denn bislang liegt noch kein Umnutzungsantrag vor. Die Eigentümer müssen nun nachweisen, ob die hygienischen Bedingungen für Großveranstaltungen und andere dafür notwendige behördliche Vorgaben erfüllt sind. Angesichts des Bauzustandes des Gebäudes bestehen hieran jedoch erhebliche Zweifel.

Patrick Gensing

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