von Mathias Brodkorb
   

„Nationaler Bildungskreis" (NBK) nimmt Kampf um „geistige Gegenelite" auf

Im Oktober 2007 wurde Michael Schäfer zum neuen Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) gewählt. Er kündigte die Gründung eines "Nationalen Bildungskreises" (NBK) an, um die in den letzten Jahren deutlich geschmälerte Bedeutung der JN wieder zu kompensieren. In der aktuellen Ausgabe der NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme" (März 2008) teilt der JN-Bundesschullungsleiter Matthias Gärtner nun mit, dass der NBK seine Arbeit aufgenommen habe.

Demnach soll der NBK gezielt dazu beitragen, die JN als "Schnittstellenorganisation" zwischen NPD und freien Kräften zu etablieren. Hierzu werde jedoch nicht eine "strukturierte Organisation nach dem Vorbild des NHB (Nationaldemokratischer Hochschulbund, die Red.), sondern (...) eine mehrere organisatorische Dimensionen schneidende Institution" geschaffen. Der NBK soll demnach einerseits aus einem nicht ortsgebundenen Kreis von theorieinteressierten Abiturienten, Studenten und Graduierten bestehen, andererseits aus einer netzwerkartigen Struktur von Schulungsleitern, Referenten und Zeitschriften. Hierzu zählt Gärtner u.a. das Zentralorgan der JN "Der Aktivist" sowie die von der JN-Sachsen herausgegebene Theoriezeitschrift "Hier&Jetzt".

Ziel des NBK sei die "Manifestierung einer geistigen Gegenelite". Die JN unterstütze damit die Etablierung der vom Sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel proklamierten "Dresdener Schule" als Gegenstück zur linksintellektuellen "Frankfurter Schule", um so eine "gesellschaftswissenschaftliche Alternative der überkommenen gemeinschaftszerstörenden Herrschaftsstruktur" zu schaffen. Auch wird die Gründung "universitätsgebundener Studentengruppen" in Erwägung gezogen.

matthias-gaertnerDer erste Referatsabend des NBK fand bereits am 22. Februar 2008 in Jena statt. Auf diesem plädierte Gärtner nach Angaben der "Jungen Nationaldemokraten" in seinem Referat für einen "nationalen Sozialismus", der auf "deutschen Werten" beruhe und sich dem "Konsumterror" entgegen stelle. "Ich möchte nicht in einer Gesellschaft der Zweckgemeinschaften leben, in der letztere nur solange Bestand haben, wie sie für den Einzelnen einen abrechenbaren Vorteil bringen", so Gärtner.

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