von Anna Müller
   

Nächste Razzia: Neonazi-Band „A3stus“ im Visier des Staatsschutzes

In den Wohnungen der Mitglieder der rechtsextremen Band „A3stus“ wurde am Donnerstag eine Razzia durchgeführt. Die Behörden ermittelten wegen Volksverhetzung und waren auf der Suche nach CDs sowie einem Tonstudio. Der Grund sei, dass die Rapper in ihren Liedtexten zu Hass und Gewalt gegen Juden aufgerufen hätten. Außerdem laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetruges.

"A3stus" bei ihrem Auftritt am 1. Mai in Erfurt (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Nach Informationen der Berliner Zeitung, wurden am Donnerstag Morgen sieben Wohnungen in Berlin und Brandenburg durchsucht. Der Staatsschutz der Hauptstadt ermittele gegen vier Neonazis, darunter Mitglied der Neonazi-Hiphop-Gruppe „A3stus“. Außerdem gehörten die Verdächtigen der Kameradschaft „Barnimer Freundschaft“ an.

Vorwurf: Volksverhetzung und Sozialleistungsbetrug

Den vier Männern werde Volksverhetzung vorgeworfen,da sie in einem Lied zu Hass und Gewalt gegen Juden aufgerufen hätten. In dem Refrain des Liedes heißt es: „Die Protokolle sind geschrieben, nichts ist mehr echt. Die Weisen von Zion haben sich durchgesetzt. Wir müssen zusammenhalten gegen die Pest.“

Nach weiteren Beweisen, nach Tonträgern und einem Studio, in dem das Lied aufgenommen wurde, hätten die Ermittler Wohnungen in der Dierhagener Straße in Hohenschönhausen, an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg sowie an der Orionstraße in Bernau durchsucht. Außerdem seien Wohnungen von Bekannten der Bandmitglieder sowie ein Clubhaus in der Schönerlinder Straße in Pankow und ein Objekt in Velten unter die Lupe genommen worden.

Einer Person werde zudem Sozialleistungsbetrug vorgeworfen. Außerdem sei der Mann in einen Raub verwickelt, der im März 2014 begangen wurde, schreibt die BZ. Er habe ein Handy mit mehreren SIM-Karten benutzt, das von dem Raub stamme.

Mit der „A3stus“ werden vor allem der Rapper Patrick Killat, bekannt als „Villain051“, und der Liedermacher „RAW“ (Recht auf Wahrheit) assoziiert. Unter „A3stus update 2.0“ würde das Duo zusammen mit „Evil Goat“ auftreten, informiert der brandenburgische Verfassungsschutz.

Killat ist seit Jahren in der rechten Szene aktiv. Zunächst kooperierte er mit der Rapperin Mia Herm, alias „Dee Ex“, allerdings erfolglos. Anschließend tat er sich mit „RAW“ zusammen und beide sorgten Anfang 2014 für Aufsehen, als das Duo ein Video für einen ihrer rassistischen Songs vor dem Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf aufnahm. In dem Lied heißt es: „Wir gehen auf die Straße, um dieses System zu stürzen. Für unser deutsches Land ziehen wir heute in den Kampf.“

Wegen NPD-Nähe kein Auftritt bei Pegida

Killat geriet im September 2014 erneut in die Medien als er seinen Job als Komparse verlor. Die Produktionsfirma Filmpool GmbH hatte ihn rausgeschmissen, nachdem seine rechtsextreme Gesinnung bekannt geworden war. Zuvor war er in der RTLII- Soap „Berlin Tag&Nacht“ zu sehen. Kurz danach wurde ein Konzert von „A3stus“ in Finowfort verboten.

Laut einer Facebookmeldung habe das Orgateam des Bautzner Pegida-Ablegers einen Auftritt bei einem Spaziergang kurz zuvor abgesagt, da „A3stus“ auch bei der NPD auftreten würde. In einer Erklärung zeigten die Rapper großes Unverständnis, da Killat mit „Dee Ex“ schließlich schon bei der PDS aufgetreten sei. „Wir von A3stus sind und bleiben unpolitisch doch niemals werden wir uns von Mitstreitern distanzieren... Denn wenn auch wir anfangen zu selektieren sind wir kein Stück besser als unsere Feinde!!!!“ Zuletzt war das Duo am 1. Mai bei einer NPD-Demo in Erfurt zu sehen. Das nächste Konzert ist für Freitag, den 8. Mai, bei einer Bürgerinitiative, die sich gegen Asylbewerber richtet, im sächsischen Ottendorf-Okrilla angekündigt.

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