von Oliver Cruzcampo
   

Nach Wismar nun Schwerin: Mvgida macht unter neuem Namen weiter

Mvgida marschiert wieder. Zwar hat sich der Name geändert, Hintermänner und Programmatik bleiben aber offensichtlich die gleichen. Nach Wismar soll nun in Schwerin marschiert werden. Angekündigt wird dafür der bekannte Islamhasser Michael Stürzenberger.

Für den 19. September liegt in Schwerin die nächste Anmeldung einer Demonstration vor. „Zweite Abenddemonstration der DWS gegen eine ungezügelte Asylpolitik in Deutschland - Gemeinsam für die Heimat“, heißt es dort. DWS ist die Abkürzung für „Deutschland wehrt sich“, eine Gruppe, die seit wenigen Wochen auf Facebook aktiv ist und sich dort aus eingetragener Verein ausgibt.

Zeitlich soll die Demonstration zwischen 17 und 22 Uhr stattfinden, nach dem Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof und einer ersten Kundgebung sind weitere auf dem Altstädtischen Markt und dem Alten Garten geplant, bevor eine abschließende Rede erneut auf dem Grunthalplatz vor dem Bahnhof geplant ist.

Erst vergangenen Samstag fand die erste rassistische Demonstration unter dem Label in Wismar statt, die Stimmung dort war äußerst aggressiv, Medienvertreter wurden bedroht und bespuckt. Zwei Wochen später geht es nun „zurück“ in die Landeshauptstadt. Dort war der regionale Pegida-Ableger Mvgida zwischen Januar und April regelmäßig „spazieren“, dann wurden die montäglichen Treffen abgeblasen. Ein Grund war auch die offenkundige Unterstützung durch bekannte NPD- und Neonazi-Kader. Mehrfach tauchten dort beispielsweise der NPD-Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs, der Landesvorsitzende Stefan Köster und weitere Funktionäre der rechtsextremen Partei auf.


Auch die Identitäre Bewegung als gern gesehener Gast, Foto: Screenshot Facebook

Seitdem wird der Name Mvgida tunlichst vermieden, neue Gruppen tauchten wenig später auf Facebook auf und übernahmen. „Wismar gegen Asylmissbrauch“, „Schwerin wacht auf“ oder „Deutschland wehrt sich“ nennen sich die neuen Seiten. Die Inhalte haben sich hingegen nicht verändert. Offiziell geht es weiterhin um „Asylmissbrauch“, um einen bürgerlichen Anstrich zu wahren. Doch das Grundrecht auf Asyl würden wohl die meisten Teilnehmer lieber heute als morgen abschaffen.

Auch die Personen, die sich in Wismar einreihten, sind weitestgehend bekannt. Erneut waren etliche NPD-Mitglieder dabei, lediglich die Spitzenfunktionäre fehlten. Torsten Schramke, der regelmäßig an der Durchführung der Mvgida-„Spaziergänge“ mitwirkte oder als Versammlungsleiter fungierte, übernimmt diese Funktion nun erneut in Schwerin. Auch David B., ein weiteres bekanntes Gesicht von Mvgida-Demos, ist zunehmend in die Durchführung der Veranstaltungen eingebunden.

Für die kommende Demo werden nach dem Pegida- und Mvgida-Prinzip nun auch mehr oder weniger bekannte Redner angekündigt, die möglichst auch in der Regionalpresse für Aufmerksamkeit sorgen sollen. Für den Aufmarsch in Schwerin wird so in etwa der Islamhasser und vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtete Michael Stürzenberger angekündigt, der seit Monaten in München versucht, die Stimmung vor allem gegen den Islam anzuheizen.

Kommentare(2)

Vereinsmeier Donnerstag, 10.September 2015, 08:44 Uhr:
Was auch immer das für ein Gebilde sein soll, ein eingetragener Verein jedenfalls nicht. In keinem Vereinsregister in Deutschland eingetragen.
Und was verstehen die unter einem Dachverband? Das Wort irgendwann mal gehört?
Haben wir es hier einmal mehr mit Hochstaplern zu tun?
 
Wismarer Donnerstag, 10.September 2015, 10:08 Uhr:
Ja, Vereinsmeier, das „e.V.“ taucht manchmal auf, manchmal nicht. Die Flyer hatten auch kein „V.i.S.d.P.“.
Aber die wechseln ihre Logos, Facebook-Titelbilder auch häufiger als ne schlechte Satire. Und gestern gerade mal den Namen der Wismarer Abteilung.
Die haben diese Woche die „Dresdner Thesen“ wiederentdeckt, die nach März anscheinend nicht mal mehr pegida selbst erwähnen wollte …
 

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