von Redaktion
   

Nach „Thiazi“-Vergangenheit: Kita feuert Erzieherin

Erst eine Antifa-Recherche brachte den Stein ins Rollen. Nicola Brandstetter soll im Thiazi-Forum, dem ehemals größten deutschen Neonazi-Portal, als Moderatorin aktiv gewesen sein. Nach der Veröffentlichung verlor sie ihren Posten als CDU-Kommunalpolitikern, als Erzieherin durfte sie dennoch weiter tätig sein. Jetzt trennte sich auch die Kita von ihr. Menschenfeindliches Gedankengut hätte dort nichts verloren.

Screenshot der ehemaligen Neonazi-Seite

Nicola Brandstetter ist nicht länger als Erzieherin der christlichen Kita „Hasenbande“ in Brück (Landkreis Potsdam-Mittelmark) tätig. Am Montag teilte der Trägerverein „Elterninitiative Christliche Kita Brück e. V.“ in einer Pressemitteilung mit, dass „Frau Brandstetter per sofort und bis zum Ausscheiden aus der Kita von allen Diensten freizustellen.“ Dies sei nach Prüfung aller rechtlichen Belange entschieden worden.

„Wir waren und sind immer noch schockiert und sehr betroffen, dass unsere Kita einer Situation ausgesetzt wurde, in der man uns mit menschenfeindlichem Gedankengut in Verbindung gebracht hat. Dieses Gedankengut hat nichts mit unseren Leit- und Grundsätzen zu tun“, erklärt die Vorstandsvorsitzende Almut Kautz.


Unter dem Pseudonym „Prometheusfunke“ soll Brandstetter aktiv gewesen sein, dort heißt es u. a. „Holoklaus“ 

Vor zwei Wochen stellte sich die Situation noch anders dar. „Das ist nicht unsere Nicola, von der wir da erfahren mussten“, so die Vereinschefin. Somit hätte es auch „keine personellen Konsequenzen“ gegeben. Die ehemalige Moderatorin des Thiazi-Forums hatte sich gegenüber der „MAZ Online“ von rechtsradikalem und nationalsozialistischem Gedankengut distanziert. Laut Aussage der gebürtigen Österreicherin gehöre dies „einer Vergangenheit an, die ich hinter mir gelassen habe.“

Die ehemalige Erzieherin war zudem Beisitzerin der CDU Treuenbrietzen und kandidierte zur Kreistagswahl – ohne Erfolg. Als ihre Vergangenheit nun publik wurde, trat die 34-Jährige von ihrem Posten als Beisitzerin zurück.

Hausdurchsuchung bei ehemaliger Erzieherin

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Thiazi kam es bei Brandstetter dem RBB zufolge auch zu einer Wohnungsdurchsuchung. Da die Schuld aber als „gering“ zu betrachten sei, wurde der Verfahren laut Staatsanwaltschaft gegen Zahlung einer Geldstrafe vorläufig eingestellt. Vor zwei Wochen waren die Auflagen jedoch noch nicht erfüllt, das Verfahren somit nicht abgeschlossen.

Auch Klaus R., einer der mutmaßlich Hauptverantwortlichen der mittlerweile abgeschalteten Neonazi-Seite, war bis zur Razzia als Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern tätig. Der Mann wurde zusammen mit drei weiteren Personen von der Staatsanwaltschaft Rostock angeklagt – der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung steht im Raum. Erhoben wurde die Anklage bereits Ende April 2013 – einen Termin für die Gerichtsverhandlung gibt es bis heute jedoch nicht.

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