von Marc Brandstetter
   

Nach nur einem Jahr: Sachsens NPD-Landeschef Löffler gibt auf

Knapp ein Jahr hielt es der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Mario Löffler an der Spitze seines Landesverbandes aus – eigene Akzente setzte er dabei nicht. Öffentlich konnte er sich gegenüber den lokalen Platzhirschen Holger Apfel oder Jürgen Gansel kaum inszenieren. Nun erklärte er, dass er beim nächsten Parteitag nicht wieder antreten werde.

Offiziell heißt es in einer Pressemitteilung des Landesverbandes Sachsen, Mario Löffler würde aus „persönlichen Gründen“ nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stehen. „Neben meinen Aufgaben als Mitglied des Sächsischen Landtages, Kreisrates, Gemeinderates und Kreisvorsitzenden sind es meine schwer pflegebedürftigen Eltern, um die ich mich intensiv kümmern möchte. Nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung meines Vaters im August habe ich mich dazu entschlossen“, teilte der umstrittene Landeschef seinem Verband „auf Anfrage“ mit.

Damit spricht Löffler aber nur eine Seite der Medaille an. Fakt ist jedenfalls, dass die Wahl des eher als „gemäßigt“ geltenden Funktionärs in den eigenen Reihen für heftigen Verdruss gesorgt hatte. Viele Anhänger, die aus den Freien Kameradschaften zur NPD gestoßen waren, wendeten sich vor der Partei ab. Ganze Kreisverbände kehrten ihr den Rücken, die eigentlich erfolgsverwöhnte Gliederung wurde von heftigen innerparteilichen Konflikten geschüttelt. Eine Träne werden also die wenigsten NPD-Sympathisanten Löffler nachweinen, zumal er während der letzten zwölf Monate politisch keine eigenen Akzente setzen konnte.

Nach Informationen des stets gut unterrichteten Blogs internen Forum die Frage aufgeworfen, ob seine „Kameraden“ nicht „die personelle Misslage der NPD für uns ausnutzen“ sollten. Vor diesem Hintergrund kommt Scheffler als Löfflers Kronprinz eigentlich nicht in Frage. In letzter Zeit agierte er aber verhältnismäßig handzahm, was ihm nicht nur das Lob seines Bundeschefs Apfels einbrachte, sondern auch eine Anstellung bei der sächsischen NPD-Landtagsfraktion.

Die Mitglieder der sächsischen Fraktion werden sich kaum für diesen Posten hergeben, da sie entweder mit Aufgaben überladen sind, wie beispielsweise Andreas Storr, der kürzlich die Geschäftsführung des Deutsche Stimme Verlages übernommen hat, oder sie verfügen über eine blasse Ausstrahlung (Johannes Müller) bzw. gelten parteiintern als Feindbild vieler Unterstützer. In diese Kategorie fällt der Fraktionsvorzeige-Ideologe Jürgen Gansel.

Bleibt Holger Szymanski, den Löffler eigenen Angaben zufolge als seinen Nachfolger vorschlagen möchte. Bislang galt Szymanski eher als „Arbeitsbiene“ im Hintergrund. Zwischen 2004 und 2007 war der 39-Jährige Pressesprecher der Fraktion, später dann stellvertretender Chefredakteur des Parteiblattes Deutsche Stimme. Heute führt er den sogenannten parlamentarischen Beratungsdienst der NPD. Man wird sehen, wie er sich im Scheinwerferlicht schlagen wird. Von dem gebürtigen Sachsen wird Apfel – ähnlich wie bei Löffler – kaum Gegenwind erwarten können.

Kommentare(1)

WW Mittwoch, 24.Oktober 2012, 18:49 Uhr:
"Viele Anhänger, die aus den Freien Kameradschaften zur NPD gestoßen waren, wendeten sich vor der Partei ab. Ganze Kreisverbände kehrten ihr den Rücken, die eigentlich erfolgsverwöhnte Gliederung wurde von heftigen innerparteilichen Konflikten geschüttelt."

Und das soll kein Erfolg sein? Mehr davon! Der Mann sollte Bundesvorsitzender werden!
 

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