Nach der Flucht hinter Gitter

Renitente „Reichsbürgerin“ steht Ende März erneut in Kaufbeuren vor Gericht – wegen Fluchtgefahr ist ein Haftbefehl erlassen worden.

 

Montag, 13. März 2017
Sebastian Lipp

Die „Reichsbürgerin“, die Anfang 2016 während einer turbulenten Gerichtsverhandlung die Akte vom Richtertisch stahl, wurde nach Deutschland überstellt und muss sich nun Ende des Monats erneut vor dem Amtsgericht Kaufbeuren verantworten. Auch ein Komplize, der bei dem Diebstahl behilflich war, wird sich im Mai auf der Anklagebank in Kaufbeuren wiederfinden. Das teilte Gerichtssprecherin Claudia Kögel am Freitag mit.

Wegen eines deutlich weniger gravierenden Vorwurfs saß die inzwischen 51 Jahre alte Manuela H. Anfang 2016 vor Gericht. Ihr wurde zum wiederholten Male vorgeworfen, einen PKW gelenkt zu haben, ohne im Besitz eines gültigen Führerscheins zu sein. Einige weitere Anhänger der „Reichsbürger“-Bewegung begleiteten das Verfahren aus dem Zuschauerbereich – und sorgten für tumultartige Szenen.

Selbst ernannter „Richter“ im Gerichtssaal

Einer der Anwesenden erklärte sich selbst zum „Richter“ und bedrohte den Staatsanwalt. Die Angeklagte warf ihm die vom Richtertisch entwendete Akte zu, der selbst ernannte „Richter“ erklärte, sie seien „beschlagnahmt. Sämtlichen Unterstützern gelang es, das Gericht zu verlassen, ohne dass die Polizei ihre Personalien aufnehmen konnte. Manuela H. wurde in Abwesenheit verurteilt. (bnr.de berichtete)

Das Entwenden der Akte wurde von der Justiz als Diebstahl und Siegelbruch gewertet. Um sich nicht verantworten zu müssen, tauchte die „Reichsbürgerin“ allerdings unter. In Südspanien konnte sie vergangenen Monat festgenommen werden. (bnr.de berichtete) Inzwischen wurde sie nach Deutschland ausgeliefert, wo gegen sie in der Justizvollzugsanstalt in München wegen offensichtlicher Fluchtgefahr der Haftbefehl erlassen wurde.

 

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