von Anna Müller
   

Musikbusiness: Die Rechte lädt zu Rechtsrock mit Lunikoff

Am kommenden Wochenende wollen Aktivisten der Partei Die Rechte eine Konzertveranstaltung im sächsischen Vogtland durchführen. Angekündigt sind rund 1.000 Teilnehmer, die der „Lunikoff Verschwörung“ und „Nahkampf“ lauschen sollen. Nebenbei seien auch Redebeiträge geplant. Der Landrat des Vogtlandkreises will die Veranstaltung verbieten lassen.

Die Lunikoff-Verschwörung bei einem Auftritt diesen Sommer

Die Splitterpartei Die Rechte unternimmt einen weiteren Schritt, in das lukrative Musik-Business einzusteigen. Diesmal soll eine Konzertveranstaltung unter der Titel „Rechte für Sachsen“ über 1.000 Teilnehmer auf ein Privatgrundstück in den Neuensalzer Ortsteil Zobes nahe Plauen locken.

Wie die Freie Presse berichtet, hätten die Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen der Rechten die Veranstaltung gemeinsam angemeldet. Ergänzend dazu berichtet Indymedia. dass ein Programm von 14 Uhr bis Mitternacht geplant und die Veranstaltung konkret von Funktionär Christoph Drewer angemeldet worden sei, der zuletzt bei der JN-Demo in Döbeln Anfang Oktober als Redner auftrat.

Auftritte der „Lunikoff-Verschwörung“, „Nahkampf“ und „Griffin“ geplant

Für die musikalische Unterhaltung der Rechtsextremen sollen die „Lunikoff Verschwörung“ um den Ex-„Landser“-Sänger Michael Regener und die Bremer Gruppe „Nahkampf“ sorgen. Bei „Nahkampf“ sei früher der jetzige „Kategorie C“-Sänger Hannes Ostendorf gewesen, die bei der eskalierten Kölner Hooligan-Demo aufgetreten sind.


Screenshot des Veranstaltungsflyers der Partei Die Rechte

„Auf einem seit kurzem kursierenden Flyer wird zudem der Kanadier ‚Griffin‘ angekündigt, der mit bürgerlichem Namen David Surette heißt und bei ‚Stonehammer‘ spielt. Er firmiert gemeinsam mit dem früheren Skrewdriver-Musiker Steve Calladine (‚Stigger‘) unter dem Namen ‚Skrew You‘“, heißt es auf Indymedia. Dieser stehe zwar nicht auf dem Flyer, sei aber der Anlass, dass auch Anhänger der ehemaligen Sektion von „Blood & Hounor“, die im Jahr 2000 in Deutschland verboten wurde, nach Zobes mobilisieren.

Zusätzlich seien einige Redebeiträge von Dortmunder Aktivisten der Rechten geplant, die zuvor im 2012 verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund engagiert gewesen sein sollen.

Die Rechte scheiterte mit eigenen Strukturen in Sachsen

Die Auswahl des Ortes Zobes ist kein Zufall. Auf dem gleichen Grundstück hatte die JN im Juni 2013 ihren sogenannten Sachsentag veranstaltet. Rund 700 Rechtsextreme waren zu der Veranstaltung angereist.Wie ENDSTATION RECHTS. berichtete, kamen rund 700 Rechtsextreme zu der Veranstaltung Auch damals war bereits die „Lunikoff Verschwörung“ für das Unterhaltungsprogramm der Neonazis zuständig. Das Grundstück gehöre dem Ehemann von Beatrix Rink, die für die NPD im Kreistag Vogtland sitzt und bei den Kommunalwahlen im Mai über sieben Prozent der Stimmen gewann.

Die Veranstaltung am kommenden Samstag scheint nun ein Versuch der Kleinstpartei zu sein, sich mit sächsischen Aktivisten der NPD zu verbünden, um im Freistaat Fuß zufassen. Dafür spreche laut linksunten auch, dass der Ticketverkauf für das Event von Mirko Beier aus Gröditz, der bis Mai für die NPD im Gröditzer Stadtrat und dem Kreistag Leipzig saß, und dem Leipziger Aktivisten Nils Larisch.

Mit einem eigenen Landesverband in Sachsen war die Rechte kläglich gescheitert. Nach der Gründung im Oktober 2013 gingen von der Sektion keinerlei Aktivitäten aus und nach nur fünf Monaten wurde er im März wieder aufgelöst. Laut dem Sächsischen Verfassungsschutz habe der Landesverband höchstens zehn Mitglieder gehabt.

Der Verdi-Ortsverein Plauen fordert in einem offenen Brief das Verbot der Veranstaltung. „Wollen Sie ein zweites Köln im Vogtland? Wir nicht!“. Laut Freier Presse sagte Landrat Tassilo Lenk (CDU): „Ich habe die Mitarbeiter angewiesen, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die Versammlung zu verbieten.“ Ob das gelingt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen.

Auch ob tatsächlich so viele Teilnehmer erscheinen werden, bleibt abzuwarten. Für den gleichen Tag mobilisiert die NPD zu einer fremdenfeindlichen Demo nach Bautzen.

Kommentare(1)

Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts Donnerstag, 06.November 2014, 12:28 Uhr:
Die Veranstaltung wurde gestern durch den Landrat genehmigt.
 

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