von Julian Barlen
   

Missbrauch, Stalking, Kinderpornos: NPD-Mann Dominique O. in U-Haft (mit Video)

Das Bonner Landgericht hat den ehemaligen NPD-Kreistagsabgeordneten und "Bündnis für Deutschland"-Aktivisten Dominique O. in Untersuchungshaft genommen. Es bestehe Flucht- und Wiederholungsgefahr, so die Richter laut „Kölner Stadtanzeiger“. O. wird zur Last gelegt, zwischen 2001 und 2003 mehrfach ein vier Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Auch seien Kinderpornos auf seinem PC gefunden worden.

Die Bonner Staatsanwaltschaft habe den vorbestraften 37-Jährigen aus Siegburg, der auch für das rechtsradikale „Bündnis für Deutschland“ aktiv war, wegen schweren sexuellen Missbrauchs in sechs Fällen angeklagt. Darauf hin habe sich O. freiwillig den Behörden gestellt, so der „Kölner Stadtanzeiger“ (ksta.de) weiter. Bei dem heute 12-jährigen Opfer soll es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin handeln.

Neben Vergewaltigung und Besitz von Kinderpornografie könnte Dominique O. zudem auch wegen Stalking belangt werden. In der Vergangenheit soll O. ein 15-jähriges Mädchen aus Oldenburg auf Schritt und Tritt verfolgt haben. Dieses habe er im Internet kennen gelernt und innerhalb eines Jahres bis 2008 mit rund 400 Mails, Anrufen und Briefen belästigt. 

Dass es sich dabei offenbar um keinen Einzelfall handelt, legen Berichte des sozialen Netzwerkes "OScommunity" nahe. Vielen Userinnen der Community sei O. ein Begriff. Seit Jahren habe er Administratoren und User beschäftigt, weil er sich immer wieder mit gefälschten Mitgliederprofilen angemeldet und jungen, weiblichen Nutzerinnen nachgestellt hatte. Zwischenzeitlich haben auch die Betreiber der Internetseite nach eigenen Aussagen rechtliche Schritte gegen O. eingeleitet. "Wir sind erleichtert und möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Euch allen für Eure Geduld bedanken und natürlich auch bei den zahlreichen fleißigen Helfern. Auf dass es in Zukunft etwas ruhiger hier wird", ist nach der Verhaftung von O. in einer "OScommunity"-Meldung an die Nutzer zu lesen.

Anfang 2005 hatte Dominique O. in ähnlicher bereits Angelegenheit Kontakt mit Staatsanwaltschaft und Gericht. Damals wurde O. angeklagt, ein 19-jähriges NPD-Mitglied sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Aus Mangel an Beweisen wurde der Angeklagte jedoch wieder frei gesprochen.

Kommentare(9)

B.C. Montag, 01.Februar 2010, 13:55 Uhr:
Wahrscheinlich werden Axel Heinzmann und Gesinnungsgenossen hier mal ausnahmsweise kleinlaut bleiben.
 
Florian Montag, 01.Februar 2010, 15:12 Uhr:
@ B.C.
Vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn es muss uns allen ja klar sein, der Herr kann ja gar kein echter NPDler sein, sonst hätte er das ja nicht getan. Zudem war er auch bestimmt nur ein kleines Licht, war in der Szene umstritten usw. usf. Das ist eigentlich sonst fast immer der weitere Verlauf. Aussteigern z.B. nimmt man das "Aussteigen" indem man einen entsprechenden "Einstieg" einfach in Frage stellt. "Der war eh doof..."
Mal schauen was da so kommt...
 
Waldemar Dienstag, 02.Februar 2010, 09:16 Uhr:
Straftäter gibt es in allen Parteien. In Bezug auf Kinderpornographie möchte ich nur an den SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss erinnern, oder an den Vorsitzen der Schwulen und Lesben in der SPD (Schwusos), Michael Engelmann. Infam ist es aber, auf dieser Plattform nur Straftäter aus der rechten Szene vorzustellen um damit dem Betrachter suggerieren zu wollen, dass die Rechten ein Haufen von Schlägern, Brandstiftern und Vergewaltigern sind.
 
Robert Dienstag, 02.Februar 2010, 10:01 Uhr:
Ach Waldemar, Sie werden sicher bemerkt haben, dass der Schwerpunkt dieses Internetportals auf der Beobachtung der rechtsextremen Szene liegt. Wir sind kein Watchblog der SPD und haben uns auch nicht auf Kinderpornographie spezialisiert. Insofern mögen Sie uns nachsehen, dass wir über diesen Fall berichten, der nicht einer gewissen Ironie entbehrt, wenn allerorten "härtere Strafen für Kinderschänder" und "Todesstrafe für Kinderschänder" gefordert wird, und dann ausgerechnet jemand aus den eigenen Reihen dieser Straftaten beschuldigt wird. Schließlich ist O. nicht der erste Rechtsextremist, der wegen derlei Verbrechen ins Visier der Justiz gerät. Allein im vergangenen Jahr fallen mir adhoc mindestens 2 weitere Personen ein. Gemessen an den Zahlen des Verfassungsschutzes zum Personenpotenzial des Rechtsextremismus eine "beeindruckende" Quote. Es dürfte auch zeigen, dass die Straftaten, nicht wie häufig suggeriert von Menschen mit Migrationshintergrund begangen werden. Schwarze Schafe gibt es überall.
 
Florian Dienstag, 02.Februar 2010, 11:42 Uhr:
Danke @ Waldemar, das hatte ich vergessen. Ablenkung und einfach mit dem Finger auf Andere zeigen. Sehr gut.
 
B.C. Dienstag, 02.Februar 2010, 11:43 Uhr:
@Waldemar
Ihre Beispiele sprechen Bände. Bei Tauss ist noch nichts erwiesen. Die Personalie und der Hintergrund Ihres zweiten Beispiels bleibt völlig verborgen. Bei Tauss ist bisher noch nich straffällig geworden. Im Gegensatz hierzu die Vertreter aus dem braunen Spektrum.
Ich will nichts relativieren, aber es ist eben doch eine Posse, wenn gerade die braunen Biedermänner bei Ihren Kernthemen patzen.
Es gibt überall schwarze Schafe. Bei den Braunen offensichtlich mit höherer Quote.
Wahrscheinlich seid Ihr doch nicht die Erlösung.
 
Waldemar Mittwoch, 03.Februar 2010, 10:54 Uhr:
@Robert
Der Eindruck, dass solche Straftäter überproportional bei der rechten Szene auftauchen, liegt daran, dass überproportional darüber berichtet wird. Wie ja wohl nicht zu leugnen ist, wird die Rechte in der öffentlichen Berichterstattung fast ausschließlich negativ dargestellt.
@B.C.
Zu Dominique O. sei gesagt, dass dieser bereits im Jahre 2004 aus der NPD ausgeschlossen wurde. Sowohl Tauss als auch O. sind noch nicht verurteilt. Michael Engelmann war Bundesvorsitzender der SCHWUSOS und SPD-Landtagsabgeordneter in Bremen. Neben dem Besitz von kinderpornographischen Dateien hatte er einem Verein, der sich für die Straffreiheit bei sexuellen Kontakten mit Kindern einsetzte, Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Das Verfahren wurde gegen Zahlung eines Strafgeldes wie beim NPD-Abgeordneten Paul in Dresden eingestellt.
 
GegenRechts Dienstag, 04.Mai 2010, 19:18 Uhr:
hallo ihr kollegen,

paar sachen hier noch zu...

1. als erstes eine Frage: Dieser Dominique Oster, ist er ein Verfassungsschutz-Mitglied, der seinen eigenen Ruf aufs ganze Leben auf den Müllhaufen wirft, um der NPD einen schlechten Ruf zu machen?

1.1. Es ist gesetzlich gesehen erlaubt, seinem eigenem Ruf zu schaden.

1.2. Über 30% aller NPD-Leute sind Verfassungsschutz-Beamte.

1.3. 1993 wurden 5 Menschen bei einem Anschlag in NordRhein-Westfalen getötet. Nachdem der Täter ermittelt wurde, stellte sich heraus, dieser Mann war kein Neonazi, sondern ein Verfassungsschutz-Beamte.


2. Dominique wurde noch nicht verurteilt. Soweit ist Dominique noch nicht durch Krimninalität bewiesen.


3. Hätte die NPD über Dominique bescheid gewusst, hätten sie Dominique rausgeworfen.
 
Freiversuch Mittwoch, 05.Mai 2010, 14:41 Uhr:
Verfassungschutz-Beamter oder V-Mann? Dass sind zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel.
 

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