Militante Oster-Märsche

Stolberg – Neonazis mobilisieren nun verstärkt zu zwei fremdenfeindlichen Aufmärschen in Stolberg und wollen angeblich so an einen erstochenen Heranwachsenden erinnern. Ein Aufmarsch in Eschweiler findet nicht statt.

Dienstag, 13. März 2012
Michael Klarmann

Wie berichtet, hatten Neonazis für den 31. März im Zusammenhang mit der Serie von „Trauermärschen“ in Stolberg (Städteregion Aachen) auch einen Aufmarsch in der Nachbarstadt Eschweiler angemeldet. Den will die braune Szene nun nicht mehr abhalten, stattdessen ruft man zur Teilnahme an einer Demonstration in Dortmund (bnr.de berichtete) am selben Tag auf. Zuvor hatte es schon Vermutungen in Polizeikreisen gegeben, dass die Anmeldung des rechtsextremen Umzugs in Eschweiler zurückgezogen würde. Zwar war Mitte Januar wenige Tage lang dazu mobilisiert worden, der Aufruf wurde kurz darauf jedoch nicht mehr weiter beworben.

Seit 2008 finden die „Trauermärsche“ regelmäßig im April in Stolberg statt, wo in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2008 ein zur Tatzeit 18-jähriger Migrant im Streit einen 19-jährigen Berufsschüler aus Eschweiler erstach.

„Im Glanze brennender Moscheen“ erstrahlen

In diesem Jahr wollen Neonazis am 4. April nun eine Kundgebung am Tatort und einen „Fackelmarsch“ abhalten. Ein „Großaufmarsch“ soll dann an Ostersamstag, 7. April, in Stolberg stattfinden. Erwartet werden abermals mehrere hundert Neonazis aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Organisatoren der Aufmärsche sind der frühere Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren sowie Mitglied des Kreistages in Düren, Ingo Haller (Niederzier), Axel Reitz (Pulheim) und die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL).

Reitz stellt fest, man wolle bei den Aufmärschen „das Gedenken an die Opfer der multikulturellen Gesellschaft“ zelebrieren sowie „die damit verbundene Anklage an die deutschfeindlichen Zustände in diesem System“ auf die Straße tragen. 2011 hatte der NPD-Kader Manfred Breidbach bei einem solchen Aufmarsch unter anderem gegen „Krawatten tragende Parasiten in den Parlamenten“, den „verkackten Propheten Mohamed“ und die „multikulturelle Pest“ gewettert. Eines Tages, so Breidbach in seiner Rede im April 2011, werde Deutschland „im Glanze brennender Moscheen“ erstrahlen. (bnr.de berichtete)

 

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