von Redaktion
   

Mietvertrag der Berliner Neonazi-Kneipe „Zum Henker“ gekündigt

Nach vier Jahren hat ein Erlanger Immobilien-Unternehmen dem Betreiber des Berliner Neonazi-Lokals „Zum Henker“ plötzlich gekündigt. Das Unternehmen wolle sich von „Rassisten und Antisemiten“ distanzieren. Ob der Laden nun dicht macht, ist dennoch ungewiss.

Wie die Nürnberger Nachrichten berichtet, hat das Erlanger Immobilien-Unternehmen ZBI den Mietvertrag mit dem Wirt des Neonazi-Treffs „Zum Henker“ in Berlin Schöneweide gekündigt.

Der Inhaber des Lokals, Paul Stuart, habe bei Abschluss des Mietvertrages vor vier Jahren nicht bekannt gegeben, dass er einen Treffpunkt für die rechtsextreme Szene errichten wolle. Das ZBI wolle mit diesen Rassisten und Antisemiten nichts zu tun haben, heißt es.

Noch im Jahr 2012 schien die Kündigung nicht möglich zu sein. Ein Sprecher der Firma ZBI, Bernd Ital, sagte gegenüber der ein Mann von Neonazis geschlagen, der Trupp konnte später von der Polizei gestellt werden. Wie sich herausstellte, haben die Männer zuvor im „Henker“ an einem Treffen teilgenommen.

Die Kneipe ziehe auch überregionales Publikum an, u. a. weil dort Cocktails mit dem Namen , die denen von NS- Größen ähneln, wie „Himmla“ oder des Sprengstoffs „C4“ erworben werden können. 

Das Viertel um die Brückenstraße, in der sich das Lokal befindet, entwickelt sich bereits seit längerem zur Hochburg der Berliner Neonazi-Szene. In der gleichen Straße befindet sich das „Hexogen“. „Dort verkauft der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke Pfefferspray und Schlagstöcke, in Holzregalen liegen aufeinandergetürmt Tarnhosen und "Security"-Jacken,“ so berichtet die taz.

Dem englischen Nachrichtensender BBC war es im vergangenen Jahr gelungen, als erstes Kamerateam überhaupt im „Henker“ filmen zu können. Selbst Uwe Dreisch, ehemaliges Mitglieder der mittlerweile verbotenen Kameradschaft „Frontbann 24“ ließ sich zu einigen Aussagen bewegen (siehe Video ab Minute 7:20). Auch der Inhaber meldet sich zu Wort und sieht sich als Rechtsextremist von deutschen Gesetzen verfolgt. Der Mann fordert darin die uneingeschränkte Meinungsfreiheit in Deutschland – gäbe es diese, würden seiner Meinung nach die politischen Probleme in Deutschland nachlassen.

Im Berliner Bericht zur politisch motivierten Kriminalität des Jahres 2011 heißt es zu dem Viertel: „Der Berliner  Ortsteil Schöneweide hat sich, beginnend mit der Eröffnung der Lokalität  „Zum Henker“ Anfang 2009, als einer der regionalen „rechten“ Aktionsräume entwickelt und etabliert.“

Ob und wann das Lokal schließen oder ob der Inhaber Widerspruch gegen die Kündigung einlegen werde, sei bisher noch unklar. Katharina Roth, Sprecherin des Bündnisses „Gemeinsam gegen Nazis“ ist trotzdem erfreut über diesen „längst überfälligen Schritt“.

Gegenüber dem Blog „Schattenbericht“ kritisiert sie aber die Behauptung des Unternehmens ZBI, dass es erst jetzt von den rechtsextremen Aktivitäten erfahren habe. Regelmäßig habe es Demonstrationen vor dem Lokal und bei der Vermietung gegeben, um die Schließung der Kneipe zu erwirken.

Auch für den 30. April hat das Bündnis zu einer Demonstration gegen die rechtsextremen Strukturen im Viertel aufgerufen, an der es weiter festhalten will. Trotz Kündigung sei der „Henker“ weiterhin in Betrieb und sei er nur einer von vielen Anlaufpunkten für die Berliner Neonaziszene in Berlin-Schöneweide. „Die Demo bleibt weiterhin notwendig“, sagt die Bündnis-Sprecherin.

Foto: Indymedia, Lizenz: CC

Kommentare(6)

Dennis Mittwoch, 03.April 2013, 15:16 Uhr:
"Der Mann fordert darin die uneingeschränkte Meinungsfreiheit in Deutschland – gäbe es diese, würden seiner Meinung nach die politischen Probleme in Deutschland nachlassen."

Der Mann scheint gepennt zu haben. In Deutschland haben wir Meinungsfreiheit. Diese hört allerdings dort auf, wo Beleidigung und Verhetzung anfangen. Das Rechte das mit Ihrem Horizont nicht kapieren, ist mir allerdings klar.
Einfach mal Pastörs fragen, der kennt sich damit aus.
 
Immobilienhai Mittwoch, 03.April 2013, 17:07 Uhr:
"Das Unternehmen wolle sich von „Rassisten und Antisemiten“ distanzieren."

Und nun feiert Gutmensch eine Heuschrecke!

"Laut taz wurde im Jahr 2009 ein Migrant von den Gästen des „Henkers“ verprügelt"

Naja die TAZ, ernst nehmen muss man sie nicht.Eine Zeitung, deren Journalismus so miserabel ist, dass die Zeitung seit Jahren nur mit Spenden überlebt! Regelmäßig hat ein Russe bei meinem Bekannten, einen Tankstelleninhaber getankt. (Also Stammgast) Vor 8 Wochen hat er nach reichhaltigen Wodkagenuss einen Unfall gebaut. Wird jetzt die Tankstelle geschlossen? Nach Linkenlogik ja!

"Der Berliner Ortsteil Schöneweide hat sich, beginnend mit der Eröffnung der Lokalität „Zum Henker“ Anfang 2009, als einer der regionalen „rechten“ Aktionsräume entwickelt und etabliert.“

So wie Kreuzberg seit Jahrzehnten für linke Randalierer und Brandstifter? Wo bleibt da die Empörung der Gutmenschen?
 
Stephan Mittwoch, 03.April 2013, 18:53 Uhr:
Mir erschließt sich nicht ganz, warum dieser Film hier verlinkt ist, außer, dass er generell sehr sehenswert ist. Besser hätte ich es aber gefunden, wenn er direkt von der BBC-Seite () verlinkt worden wäre und nicht einem (vermutlich selbst) rechtsradikalen YouTube-Kanal ("TheInternetFuhrer") weitere Klicks zu bescheren. Die Kommentare dort ("88" etc.) sind widerlich genug.
 
Oberst des MfS a.D. Mittwoch, 03.April 2013, 23:54 Uhr:
Öffentliche Herabwürdigung nenne ich die
Aktivitäten gegen die Kneipe Zum Henker
und gegen den Laden Hexagon.
Wenn jemand etwas ablehnt ,sollte er nicht
so agieren.
Drogen sind auch verboten,trotzdem werden
sie konsumiert.
 
Roichi Donnerstag, 04.April 2013, 13:52 Uhr:
@ Immobilienhai

Deine Logik funktioniert nicht. Aber das weißt du selbst.
Deshalb auch dieser sinnlose Kommentar von dir.


@ Oberst

Geh nochmal zur Schule. Deine Parolenarien kranken inzwischen schon daran, dass du Namen falsch schreibst.
 
spanni Dienstag, 09.April 2013, 09:31 Uhr:
am schärfsten im video finde ich die jameler hundezwingerwand(ab 9:40). die vom nationalen "künstler" dargestellte "family" hat doch hundert pro griechische wurzeln! schon die "verweichlichte und gefühlsduselige" pose, völlig undeutsch...
 

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