von Robert Scholz
   

Männersekte Teil 3 – Pastörs´ Leibwächter legt Mandat nieder und keine Frau rückt nach

Der Fahrer und Personenschützer von Udo Pastörs, David Böttcher, hat sein Mandat für den Kreistag Nordwestmecklenburg niedergelegt. Dem Wahlergebnis folgend wäre mit Jeanette Kindler eigentlich eine Frau nachgerückt. Sie habe allerdings auf den ihr zustehenden Sitz verzichtet.

Wie die „Lübecker Nachrichten“ (LN) unter Berufung auf den Kreistagspräsidenten Klaus Becker (CDU) berichten, rückt nun der 28-jährige Maschinenbaustudent Tino Streif in den nordwestmecklenburgischen Kreistag nach.

Nach ENDSTATION RECHTS. vorliegenden Informationen hat Böttcher seinen Hauptwohnsitz mittlerweile in Lübtheen und nicht mehr in Jamel wie noch zur Kreistagswahl. Laut Kommunalwahlgesetz ist damit eine Wählbarkeitsvoraussetzung weggefallen, die ohnehin das Ausscheiden Böttchers nach sich gezogen hätte.

Rein rechtlich wäre für ihn die Arzthelferin Jeanette Kindler nachgerückt. Doch die hat laut LN, wie es bei der NPD üblich zu sein scheint, auf ihr Mandat verzichtet. Neben dem Abrissunternehmer Sven Krüger sitzt somit künftig der Student Streif im Grevesmühlener Kreistag.

Die sogenannten Nationaldemokraten wurden für ähnliches Verhalten bereits aus den eigenen Reihen kritisiert. Die seinerzeitige Bundessprecherin des Ring Nationaler Frauen, Gitta Schüßler, bezeichnete den Landesverband M-V als „Männersekte“ und sprach von „Betrug am Wähler“, nachdem gewählte NPD-Kandidatinnen in Rostock und Lübtheen zu Gunsten männlicher Bewerber auf ihre Mandate angeblich verzichten mussten. Es sei „unverständlich“ betonte Schüßler, „wenn im Anschluß Mandate innerhalb der NPD-Kandidaten weitergegeben werden. [...] Kommunalwahlen sind immer auch Personenwahlen.“

Kommentare(3)

Marius Dienstag, 25.Mai 2010, 11:37 Uhr:
Gibt es schon Informationen warum die "Arzthelferin Jeanette Kindler" auf das Mandat verzichtet hat? Vielleicht ist sie ja auch weggezogen, soll in MV öfter vorkommen als andernorts.
 
B.C. Dienstag, 25.Mai 2010, 13:54 Uhr:
@Marius
Offensichtlich wissen Sie selber nix genaueres. Von daher vielen Dank fuer Ihren informativen Kommentar. Oder heisst es Lamentar?
 
Wellenbrecher Mittwoch, 26.Mai 2010, 08:57 Uhr:
Weggezogen? Sehr plausibel! Wahrscheinlich trifft das auf Frau Pasteurs auch zu und auf die Rostocker Kandidatin auch - bei der sozialen Umgebung bleibt einem ja quasi nix anderes übrig.
Deshalb hält die NPD diesen Umstand auch geheim. Die machen ja auch sonst nicht viele Klimmzüge, um populärer zu werden.
 

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