von Robert Scholz
   

Lübtheen: Ruft die NPD zur Bürgermeisterwahl auf?

In Lübtheen stehen am kommenden Sonntag Bürgermeisterwahlen an. Einzige Bewerberin um das Amt ist die amtierende Bürgermeisterin Ute Lindenau (SPD). Die NPD verzichtete hingegen darauf, einen Gegenkandidaten aufzustellen, obwohl einige bekannte NPD-Kader sich in der Region niedergelassen haben. Nun tauchte ein merkwürdiges Flugblatt auf, in dem die Lübtheener aufgefordert werden, am Sonntag mit „Nein" zu stimmen. Steckt die NPD dahinter?

Die Postwurfsendung, die seit gestern in der Lindenstadt verteilt wurde und ENDSTATION RECHTS. vorliegt, geht zurück auf die „Bürgerinitiative Zivilcourage-Heute". Verantwortlicher im Sinne des Pressrechts ist ein gewisser Rainer Stanke mit einer Postfachadresse in Wittenburg.

In dem Schreiben wird der amtierenden Bürgermeisterin, Ute Lindenau, vorgeworfen, sie hätte sich „mit großem Presserummel und Demonstrationen einen Namen gemacht, indem sie auf den [sic!] Rücken der Lübtheener Bürger eine Anti-Rechts-Kampagne inszenierte". Lindenau wurde erst vor Kurzem für ihr Engagement gegen rechtsextreme Untriebe in ihrer Heimatstadt mit dem Stelling-Preis ausgezeichnet. Dass sie in diesem Kampf nicht alleine steht und die Mehrheit der Lübtheener auf ihrer Seite weiß, zeigt auch die im Sommer dieses Jahres herausgegebene Broschüre „Wir sind Lübtheen", die helfen sollte vom „braune Stadt"-Image loszukommen.

Die „Bürgerinitiative scheint dies jedoch anders zu sehen, und meint, „Frau Lindenau hat sich nach Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger für die Stadt zum Problem entwickelt." Als einzige Alternative benennt die „Bürgerinitiative" „die nationale Opposition in der Stadt, die Frauen und Männer der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD)". Dass es keinen Gegenkandidaten gebe, wird zurückgeführt auf den „Erlaß von Landesinnenminister Lorenz Caffier". Dieser Erlass diene laut Flugblatt dazu, sich „kritische Konkurrenz vom Halse" zu halten. Die NPD hatte sich die Wahlunterlagen für die Bürgermeisterwahl zwar im Rathaus abgeholt, jedoch nicht eingereicht.

Auch die Sprachwahl, die demokratischen Parteien werden in NPD-Sprech als „Blockparteien" bezeichnet, legt den Verdacht nahe, dass die „Bürgerinitiative" im Umfeld der rechtsextremen NPD agiert. Dass die Kritik „im Namen" der Lübtheener Bürger aus Wittenburg kommt, verrät allerdings schon Einiges über den Rückhalt dieser „Bürgerinitiative" in der Lindenstadt.

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