von Redaktion
   

Leipziger NPD-Stadtrat Böhm zu acht Monaten Gefängnis verurteilt

Wieder hat es einen NPD-Kader getroffen. Am Donnerstag verurteilte das Amtsgericht den Leipziger Stadtrat Enrico Böhm wegen Körperverletzung zu acht Monaten Gefängnis. Damit kann der bekannte Neonazi seiner umfangreichen Strafakte einen weiteren Eintrag hinzufügen, auch wenn zwei weitere Vorwürfe nicht zu Konsequenzen führten.

Gefängnis( Foto: Michael Kötter)

Sein Opfer hielt er für der linksalternativen Szene zugehörig, beschimpfte es als „Zeckenschlampe“. Deshalb habe er der 29-Jährigen Frau gegen den Oberkörper getreten, als sie gerade mit dem Fahrrad an Enrico Böhm vorbeifuhr. Sie sei fast gestürzt, sagte eine Zeugin vor dem Amtsgericht aus. Das Leipziger NPD-Stadtratsmitglied musste seine Wut wohl loswerden, zuvor hatten Unbekannte sein Auto beschädigt. Angeklagt war er nun wegen Körperverletzung.

Für den Richter keine Rechtfertigung: Er schickte den aus dem extrem rechten Hooligan-Milieu stammenden 32-Jährigen für acht Monate hinter Gitter. Aufgrund der zahlreichen Verurteilungen – Böhms Strafakte wies bis zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Einträge auf – kam eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung für die Strafkammer nicht in Frage. „Ein Verhängung einer Freiheitsstrafe ist unerlässlich“, zitiert die Leipziger Internet Zeitung den Vorsitzenden Richter Matthias Winderlich.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Gericht verhandelte außerdem zwei weitere Anklagepunkte gegen den umtriebigen NPD-Kader, der sich in Leipzig fortwährend an rassistischen Protesten beteiligt und bei den „Spaziergängen“ des örtlichen Pegida-Ablegers Legida mitläuft. Den Vorwurf, den Notruf missbraucht zu haben, lies das Gericht wegen Geringfügigkeit fallen. Frei gesprochen wurde Böhm von der Anschuldigung, eine ARGE-Callcenter-Mitarbeiterin am Telefon bedroht zu haben.

Konsequenzen für seine Mitgliedschaft in der Leipziger Volksvertretung hat die Verurteilung offenbar nicht – dort darf er Mitglied bleiben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Foto: Michael Kötter, Lizenz: CC

Kommentare(5)

Charles Munich Freitag, 08.Mai 2015, 17:26 Uhr:
"Konsequenzen für seine Mitgliedschaft in der Leipziger Volksvertretung hat die Verurteilung offenbar nicht – dort darf er Mitglied bleiben."
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Aha! Gehört ein solches Verhalten vielleicht zu dem im Osten üblichen "Sozial-Behaviour"? Und - weil er doch NPD-Stadtrat ist - vielleicht sogar zu den Voraussetzungen?
 
Dennis Freitag, 08.Mai 2015, 17:46 Uhr:
Und der nächste kriminelle NPD-Politiker. Auch daraus werden die Kameraden bestimmt wieder eine "Gesinnungshaft in den Kerkern des Regimes" machen.
 
Chewie Freitag, 08.Mai 2015, 20:36 Uhr:
Gewalt von Rechten? Lächerlich! Eindeutig handelt es sich hierbei um eine gestellte Szene von VS-bezahlten Marionetten, um den nationalen Widerstand zu diskreditieren. Au0erdem sind die Linken sowieso viel schlimmer. XD
 
Irmela Mensah-Schramm/ Samstag, 09.Mai 2015, 07:49 Uhr:
Auf dem Foto des Artikels ist zu sehen, dass da noch etliche Zellentüren desKnastes für weitere Neonazis geöffnet sind - und sich hinter ihnen dann schließen...............
Es wäre einfach zu schön!
 
JayBee Samstag, 09.Mai 2015, 09:42 Uhr:
@ Charles

Frag mal Björn, der wird Dir das genau so bestätigen, wie Du es vermutest. Denn nur Kriminelle können Kriminalität nachhaltig bekämpfen...
 

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