von Bringfriede Sas
   

Leipzig: CDU-Stadtrat auf Abwegen

Das Mitglied der Leipziger CDU-Stadtratsfraktion Karl-Heinz Obser hat an den offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den tödlich verunglückten österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider teilgenommen. Karl-Heinz Obser ist Vorsitzender der sächsischen DSU und Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion in Leipzig.

Mit seiner Teilnahme wollte Obser nach eigener Aussage "die tiefe geistige Verbundenheit" der DSU mit dem ehemaligen Kärtner Landeshauptmann bekunden. Kritik aus den Reihen seiner Stadtratsfraktion dürfte Stadtrat Obser wohl wieder nicht zu befürchten haben, macht er doch mit seiner Stimme seit 2004 die CDU in Leipzig zur stärksten Fraktion. Schon vor gut einem Jahr ließ man ihm die Gründung des Vereins "Bündnis für Sachsen" durchgehen. In diesem Bündnis hatten sich damals neben Herrn Obser als Vertreter der DSU Mitglieder der NPD-Abspaltung "Sächsische Volkspartei", der "Republikaner", der ehemaligen Schillpartei und der Freiheitlichen Partei Deutschlands zusammengefunden. Dieses Bündnis bot sich damals als "Alternative zu CDU und NPD" an und prangerte den "Schwarzen Sumpf" und die "volksvergessene und immer mehr in Richtung Mitte/ Links abdriftende CDU" an.

Mit seiner tiefen geistigen Verbundenheit mit dem Rechtspopulisten Haider steht Karl-Heinz Obser in Leipzig nicht allein. Auch der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Professor Volker Schimpff hat sich unlängst als bekennender Haider-Fan zuerkennen gegeben. Den Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes Leipzig, Gernot Borriss, verwundert es da nicht, dass die CDU zu einer klaren Abgrenzung nach rechts offenbar nicht in der Lage ist. "Es ist bedenklich für die CDU und schade für das demokratische Miteinander in Leipzig.", sagte Borriss.

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