von Anna Müller
   

Legida verschiebt Aufmarsch - und hofft auf Unterstützung aus Dresden

Während sich in Chemnitz ein neuer Pegida-Ableger formiert, gibt es an anderen Standorten Probleme. So verkündeten die Leipziger Organisatoren nach einem Streit mit dem Ordnungsamt, dass ihr islamfeindlicher „Spaziergangs“ nun am kommenden Mittwoch stattfinden. Dem Dresdner Lutz Bachmann droht ein neues Gerichtsverfahren – anderen Organisatoren der Parteiausschluss.

Legida-Demonstration in Leipzig (Foto: Visual Change)

In einer Pressemitteilung verkündet der Leipziger Pegida-Ableger die Verlegung des „Spaziergangs“ vom kommenden Montag auf Mittwoch. Der Grund dafür sei, dass es bereits eine angemeldete Demonstration auf der Route gebe, die eigentlich die Legida laufen wollte, berichtet die LVZ. Die Legida verkündete außerdem, dass sie aufgrund „aller Personen-Sachschäden“ auf keinen Fall noch einmal durch das Waldviertel laufen wolle.

Legida sucht Schulterschluss mit Dresdnern

Getreu dem Spruch „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ versuchen die Veranstalter nun eine Allianz mit der Dresdner Pegida zu schließen und verlegen ihren Aufmarsch auf kommenden Mittwoch: „An alle Leipziger, an alle Sachsen, an alle Bürger in Deutschland, wir haben für nächste Woche, den 21. Januar, einen Spaziergang angemeldet, für ALLE die sich unter dem Namen Pegida vereinigt fühlen.“

Ziel sei es, vor dem Bundesverwaltungsgericht und den „historischen 89 iger Ring“ entlang zu laufen. Es ist davon auszugehen, dass die Verlegung des „Spaziergangs“ auf Mittwoch dauerhaft sein soll, da es abschließend in der Meldung heißt: „[...] Montags Dresden, jeden Mittwoch Leipzig.“

Ab Februar auch Demos in Chemnitz

Gleichzeitig formiert sich auch ein Ableger der Pegida in Chemnitz. Für kommenden Samstag und den 31. Januar mobilisieren die noch unbekannten Organisatoren ihre Anhänger zu fremdenfeindlichen Demonstrationen „unserer Freunde“ von „Chemnitz wehrt sich“. Laut der Freien Presse soll es ab Februar dann eigene „Spaziergänge“ der Cegida geben. Genaue Termine sind bisher aber noch nicht bekannt.

Bereits vergangene Woche veröffentlichte die Cegida ein eigenes Positionspapier mit acht Forderungen. Darunter zum Beispiel die „sofortige Ausweisung hier lebender Ausländer, welche unsere öffentliche Sicherheit bedrohen“. Außerdem würden sie eine „pauschale Beurteilung von Bürgern, Ausländern und Glaubensrichtungen“ ablehnen und distanzieren sich von Extremismus. Das Wort „Islamisierung“, welches ja eigentlich Anlass der Demonstrationen sein soll, oder eine Erklärung, welche konkreten Zustände eigentlich gemeint sind, kommen in dem Papier nicht vor.

Bachmann und Co vielleicht bald bei Günther Jauch?

Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten aus dem Dresdner Organisatoren-Team der Pegida. Das Handelsblatt berichtet, dass sich Lutz Bachmann und Kathrin Oertel überlegen würden, ob sie sich nicht doch der Diskussionsrunde mit Günther Jauch stellen wollen. Noch unklar seien aber die Konditionen, unter denen das Gespräch stattfinden soll. Die Organisatoren ließen offen, warum man sich nun auf einmal doch vorstellen könne, mit Vertretern der vorher als „Lügenpresse“ titulierten Medien zu sprechen.

Unterdessen droht (Chef-)Organisator Bachmann kurz vor Ablauf seiner Bewährungsstrafe ein neuer Gerichtstermin. Wie ein Sprecher des Landgerichtes Dresden gegenüber der Sächsischen Zeitung bestätigte, wird dem 41-Jährigen vorgeworfen, von Mitte 2013 für fast ein Jahr keinen Unterhalt für seinen Sohn gezahlt zu haben. Dafür wurde er im April des vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe von 1.600 Euro verurteilt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung der Kindsmutter hätten Rechtsmittel eingelegt, sodass am 18. März das Berufungsverfahren stattfinden soll. Bachmanns Anwältin sagte, dass sie bisher keine Vorladung erhalten habe.

Parteiausschlussverfahren gegen Organisatoren aus Dresden und Leipzig

Auch Pegida-Mitorganisator Thomas Tallacker muss sich einem Gericht stellen, nämlich dem sogenannten Kreisparteigericht. Der Grund dafür ist die Fortsetzung des Parteiausschlussverfahrens, welches die CDU bereits Anfang 2014 beantragt hatte, da er sich rassistisch geäußert habe. So soll er über einen Mord in Berlin auf Facebook verkündet haben: „Bestimmt wieder ein in seiner Entwicklung gestörter oder halbverhungerter Ramadan Türke = Freispruch, siehe Schläger vom Alexanderplatz.“ Über einen „Negerkäfig“ schrieb Tallacker „artgerechte Haltung.“

Das Ausschlussverfahren wurde unterbrochen, nachdem Tallacker Ostern vergangenen Jahres einen schweren Motorradunfall hatte. Sein Engagement bei Pegida zeige aber, dass es ihm offenbar wieder gut gehe, um das Verfahren fortsetzen zu können, erklärte Geert Mackenroth aus dem CDU-Kreisvorstand der SZ. Seine neuesten Aktivitäten würden aber vorerst keine Rolle spielen.

Auch die Dresdner FDP möchte keinen Organisator der islamfeindlichen Demonstrationen in ihren Reihen haben. Gegen den Legida-Sprecher Jörg Hoyer aus Heidenau soll ebenfalls ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet werden, so die Freie Presse. Neben seinen inakzeptablen politischen Ansichten, seien fehlende Mitgliedsbeiträge der Grund für den baldigen Parteiausschluss. 

Kommentare(10)

kritiker Montag, 19.Januar 2015, 00:05 Uhr:
@ Anna Müller
Werte Frau Müller, ist es nicht sehr billig, um nicht zu sagen ein bißchen primi-
tiv, Herrn Bachmann wegen eines noch offenen (!) Verfahrens in Sachen Unter-
halt hier auf der Seite von ER als den Bösewicht darzustellen ? In Deutschland
laufen ständig tausende offene Verfahren wegen Unterhaltsforderungen ; wollen
Sie nun alle diese betroffenen Personen hier nennen ? Warten Sie doch einfach
den 18.3. ab. Und was hat ein Unterhaltsverfahren mit der Mitorganisation des
Herrn Bachmann an den Pegida-Demos zu tun ? Das wissen Sie wahrscheinlich
selber nicht.
 
Roichi Montag, 19.Januar 2015, 13:00 Uhr:
@ Kritiker

Jemand, der anderen Menschen Kriminalität vorwirft und selbst entsprechend auffällt, darf, kann und muss entsprechend entlarvt werden.
Es geht schlicht um die Glaubwürdigkeit der Pegidisten. Oder eher die nicht vorhandene.
Auch wenn dir das nicht passt.
 
Dumbo Dienstag, 20.Januar 2015, 13:39 Uhr:
@Roichi

Seltam, ihr "Demokraten" werft Andersdenkenden auch ständig vor die "Demokratie" abzuschaffen und tut derweil dasselbe. Doppelmoral in Reinkultur eben...
 
kritiker Dienstag, 20.Januar 2015, 19:16 Uhr:
@ roichi
"Es geht schließlich um die Glaubwürdigkeit d e r Pedigisten"
Wirklich lächerlich und hahnebüchen, diese Aussage, werter Roichi.
Weil gegen e i n e n Mitorganisator der Pegida-Bewegung in einer ziemlich
geringfügigen und in Deutschland tausendfach vorkommenden Sache ermit-
telt wird, also noch nicht endgültig entschieden wurde, sind di e
Pedigisten, also 25000 und mehr Menschen laut Roichi unglaubwürdig !
Das ist die Logik unserer linken Gutmenschen !
 
Ich Mittwoch, 21.Januar 2015, 11:38 Uhr:
@Kritiker

Und warum hetzt ihr gegen 4.000.000 Muslime in Deutschland (bzw. gegen alle Muslime auf der Welt) obwohl es nur ca. 6.300 extreme Salafisten hier in Deutschland gibt???
 
richtig gestellt Mittwoch, 21.Januar 2015, 13:31 Uhr:
@ich
"obwohl es nur ca. 6.300 extreme Salafisten hier in Deutschland gibt??? "

Und Du meinst, die melden sich wirklich alle und lassen sich zählen?
 
kritiker Donnerstag, 22.Januar 2015, 00:55 Uhr:
@ ich
"und warum hetzt ihr gegen ... "
Also :
- Was heißt hier "ihr" ? Kennen Sie mich persönlich ?
- Was heißt hier "hetzt" ?
Lernen Sie, werte oder werter "Ich", doch bitte erstmal den Unterschied zwi-
schen Hetze und Kritik, zwischen Ablehnung und Zweifel .
Hetze habe ich bisher nur in den Systemmedien und den Bemerkungen
einiger führender Politiker der etablierten Parteien erkennen können, wenn
es um die Bewertung der Pegida-Bewegung und die Berichterstattung über
diese Menschen ging.
"Obwohl es nur ca. 6300 extreme Salafisten ... "
"nur" ??? Das sind 6300 zuviel in Deutschland !!! Jeder Einzelne von denen ist
einer zuviel !!!
In Paris waren es "nur" 3 ; und das Resultat ???
 
JayBee Donnerstag, 22.Januar 2015, 10:28 Uhr:
@ Kritiker

"...sind di e
Pedigisten, also 25000 und mehr Menschen laut Roichi unglaubwürdig !
Das ist die Logik unserer linken Gutmenschen !"

gegen

"Also :
- Was heißt hier "ihr" ? Kennen Sie mich persönlich ?"

Merkste wat?
 
Roichi Donnerstag, 22.Januar 2015, 16:37 Uhr:
@ Dumbo

Das Lustige an deinen Behauptunge ist ja, dass sie nur Behauptungen sind. Nicht mehr und mehr wird es auch durch Wiederholung nicht.

@ Kritiker

"Wirklich lächerlich und hahnebüchen, diese Aussage, werter Roichi."

Wenn du meine Aussagen nicht verstehst, nicht verstehen willst, kann ich ja nichts dafür.
Ein Krimineller führt also eine Menschenmenge an, die gegen vermeintlich Kriminelle sein möchte. Und die Leute folgen ihm. Ohne ihn zu hinterfragen.
Die Verfehlungen dieses Anführers, dem die menschen hinterherrennen kann, muss und darf man öffentlich machen und die Motivation der Menschen hinterfragen.
Dass ein solches Verhalten der Pegidisten nicht glaubwürdig ist, braucht keine besondere Intelligenz festzustellen.
Übrigens ist dein Verhalten auch nicht besser, wenn auch vorhersehbar.

"- Was heißt hier "ihr" ? Kennen Sie mich persönlich ?"

Wozu soll das nötig sein?
Es reicht anhand deiner Aussagen zu urteilen. Mehr steht dir ja auch nicht zur Verfügung. Und dennoch urteilst du.

"Lernen Sie, werte oder werter "Ich", doch bitte erstmal den Unterschied zwi-
schen Hetze und Kritik, zwischen Ablehnung und Zweifel ."

Womit Kollege Ich dir mindestens zwei Schritte voraus ist.
Deine Ideologie jedenfalls hilft dir da nicht weiter.

Ende Teil1
 
Roichi Donnerstag, 22.Januar 2015, 16:37 Uhr:
Teil 2

"Jeder Einzelne von denen ist
einer zuviel"
Jeder Nazi und Kamerrad von dir ist auch einer zu viel. Dennoch wird man Dummheit und Hass nicht komplett ausrotten können.
Das muss eine Demokratie eben auch aushalten und die Zivilgesellschaft muss sich dagegen stellen.
Genauso wie es in vielen Städten momentan mit deinen Pegidisten passiert.

@ gestellte Henriette

Deine Kamerraden lassen sich ja auch nicht zählen per Appell.
Also wo soll dein Argument sein?

Ende Kommentar
 

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