Langjährige „Karriere“

Dresden – Zum Mitarbeiterstab der sächsischen NPD-Landtagsfraktion zählt der verurteilte Straftäter Thomas Sattelberg (Jg. 1974), so ein aktueller Bericht der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (DNN).

Montag, 18. Juli 2011
Anton Maegerle

Sattelberg, sächsisches NPD-Landesvorstandsmitglied, war Gründungsmitglied und Rädelsführer der Neonazi-Schlägertruppe „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS). Die SSS war als eine Art Vorfeldorganisation der NPD tätig. Ihre Mitglieder bewachten NPD-Infostände und klebten Plakate. Angelastet wurden der Truppe Überfälle auf politisch Andersdenkende und ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus.

Im April 2001 wurde die 1996 gegründete SSS vom sächsischen Innenministerium verboten. Sattelberg wurde im Mai 2003 von der Staatsschutzkammer am Landgericht Dresden wegen Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch und anderer Gewalttaten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Wegen Fortführung der SSS („Donnerstagsgruppe“) verurteilte ihn das Landgericht Dresden im August 2006 zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Sattelberg gehörte früher der der 1994 verbotenen Neonazi-Truppe „Wiking-Jugend“ (WJ). 1992 fand sich sein Name auf der Teilnehmerliste der von der WJ ausgerichteten „Tage Volkstreuer Jugend“. Aufgelistet ist Sattelbergs damalige Anschrift in Königstein auch in der Adressenkartei der 1992 verbotenen „Nationalistischen Front“ (NF). Den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ zufolge hat der sächsische NPD-Fraktionssprecher Thorsten Thomsen keine Bedenken, dass seine Fraktion den knasterfahrenen Sattelberger als Mitarbeiter führe.

 

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