Länderübergreifende Kontakte

Berlin/Prag – Eine „Parallelität“ in der Entwicklung der neonazistischen Szenen in Deutschland und Tschechien stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion nach einer Zusammenarbeit von Rechtsextremisten beider Länder fest (Drucksache 17/9120).

Mittwoch, 18. April 2012
Redaktion

Erkenntnissen der Bundesregierung zufolge traten in den vergangenen fünf Jahren tschechische Bands bei 14 Rechtsrock-Veranstaltungen in der Bundesrepublik Deutschland auf, deutsche Gruppen spielten bei neun braunen Konzerten in Tschechien auf. Im Zeitraum Februar 2007 bis August 2011 nahmen Rechtsextremisten aus Tschechien zudem an 23 Veranstaltungen ihrer deutschen Gesinnungskameraden teil, informiert die Bundesregierung.

Die Aktivitäten rechtsextremer Parteien in der Tschechischen Republik hätten insgesamt abgenommen, teilt die Bundesregierung mit Verweis auf den Extremismusbericht des tschechischen Innenministeriums für 2011 mit. Das Spektrum scheint demnach überschaubar, insgesamt elf neonazistische Organisationen und Parteien in Tschechien werden genannt: Arbeiterpartei für soziale Gerechtigkeit (DSSS; Delickná strana sociálni spravedlnosti),  Autonome Nationalisten, (Autonomini nacionalisti), Nationale Aktivisten (Národni aktivisté), Nationaler Widerstand (Národni odpor), Freie Jugend (Svobodná Fronta), Blood&Honour Division Bohemia, Resistance Women Unity sowie regionale Gruppierungen wie der „Deutsch-Böhmische Freundeskreis“ (DBF), der „Nationale Widerstand Krusnohori“ (NOK, Nationaler Widerstand Erzgebirge), der „Nationale Widerstand Böhmen“. (bnr)

 

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