von Oliver Cruzcampo
   

Kriminelle Vereinigung? „Goldene Morgenröte“-Führungsriege festgenommen

Neben Nikolaos Michaloliakos, dem Vorsitzenden der „Goldenen Morgenröte“, wurden am Sonnabend etliche weitere Parteifunktionäre festgenommen. Den Rechtsextremen wird vorgeworfen, die Partei in eine kriminelle Vereinigung umgewandelt zu haben.

Es war ein Novum in der noch der jungen Demokratie Griechenlands: Erstmals wurde mit Nikolaos Michaloliakos ein Parteichef festgenommen. Der 56-Jährige Vorsitzende der Partei „Goldene Morgenröte“ (Chrysi Avgi) wurde am Samstag zusammen mit Parteisprecher Ilias Kassidiaris, drei anderen Parlamentsabgeordneten und rund einem Dutzend weiteren Parteifunktionären festgenommen. Am Sonntag stellte sich schließlich auch bis dahin flüchtige Abgeordnete Christos Pappas, zu seiner Festnahme inszenierte er sich mit dem Hitlergruß.

Die Rechtsextremen sehen sich laut „Der Westen“ einer Reihe von Vorwürfen ausgesetzt: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Mord, Körperverletzung, Schutzgelderpressung und Geldwäsche. Am Dienstag werden sich die Parteimitglieder und weitere festgenommene Anhänger der Partei vor der Justiz verantworten müssen, es geht um einen Haftprüfungstermin.

Wie verschiedene Medien berichteten, seien im Haus des Parteiführers Michaloliakos zudem ein Jagdgewehr, ein Revolver und eine Pistole sichergestellt worden. Offenbar soll der Inhaftierte dafür keinen Waffenscheine besitzen.

Gegen die Festnahme hatten etwa 200 Anhänger der „Goldene Morgenröte“ vor der zuständigen Polizeidirektion in Athen protestiert. Sie hätten „Blut und Ehre, Goldene Morgenröte“ sowie „Gauner, Verräter, Politiker“ skandiert. Nach eigener Aussage wollen sie den Kampf gegen ein „korruptes System“ des Landes fortsetzen.


Den Festnahmen vorausgegangen war der Mord an dem griechischen Musiker Pavlos Fyssas, der in der vorletzten Woche von einem Anhänger der „Goldenen Morgenröte“ niedergestochen wurde. In den darauffolgenden Tagen waren mehrere Tausend Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen.

Kommentare(1)

Dietmar Montag, 30.September 2013, 09:11 Uhr:
Das erinnert mich doch sehr stark an das staatliche Vorgehen gegen die Muslimbruderschaft in Ägypten.
Hier wie dort eine durch Wahlen erfolgreiche Bewegung von Extremisten denen vorgeworfen wird eine "kriminelle Vereinigung" bzw. "Terroristen" zu sein.
Ähnliches hat Russlands Putin ja auch schon mit diversen Nazi-Parteien u. auch einer linken Gruppe gemacht.
Scheinbar ein weltweites Vorgehen der Etablierten gegen durch Wahlen nicht zu stoppende Fanatiker.
Zumindest in Griechenland gibt es jetzt Hinweise dass Reservisten u. Militärs evtl. zur Unterstützung der Goldenen Morgenröte putschen könnten.
Hoffentlich führt das nicht zu einem Bürgerkrieg.
 

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