Kriminelle Vereinigung

„Blood&Honour“-Sektion in Spanien ab sofort verboten – Gründer und Anführer müssen bis zu dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Donnerstag, 08. Juli 2010
Horst Freires

Die 3. Kammer des Provinzgerichtes in Madrid hat den spanischen Arm der international wirkenden „Blood&Honour“-Organisation mit sofortiger Wirkung verboten und die einheimischen Anführer und sowie mehrere Aktivisten zu Haftstrafen zwischen einem und dreieinhalb Jahren verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten die Bildung einer kriminellen Vereinigung, den illegalen Besitz und Handel mit Waffen, die Leugnung des Holocausts und Aufstachelung zum Rassenhass vor.

Bei Razzia Waffen beschlagnahmt

Die B&H-Sektion in Spanien wurde über eine offizielle Vereinsregistrierung am 22. Dezember 1999 ins Leben gerufen. In der Folge organisierte sie immer wieder internationale Rechtsrock-Konzerte. Dabei traten Bands aus Spanien, Italien, Finnland, Brasilien und Deutschland, unter anderem die„Weißen Wölfe“ aus Nordrhein-Westfalen, auf.

Im Februar 2005 gab es im Zusammenhang mit einem Konzert in einer Diskothek 46 Kilometer nördlich von Madrid eine große Polizei-Razzia, bei der Propagandamaterial und Waffen beschlagnahmt wurden. Als Bands waren „Section 88“ (Großbritannien), „Estandarte 88“ (Spanien) und „Faustrecht“ (Baden-Württemberg) dafür verpflichtet worden. Unter den insgesamt 400 Besuchern waren auch Neonazis aus Bulgarien, Großbritannien und Portugal.

Staatsanwaltschaft forderte bis zu fünf Jahren Haft

Einige Wochen später folgten diverse Hausdurchsuchungen bei den vermeintlichen Köpfen von B&H Spanien, bei denen dann abermals Waffenfunde zutage traten. Mehrere B&H-Verantwortliche tauchten 2004 auf Wählerlisten der rechtsgerichteten Partei „Movimiento Social Republicano“ (MSR) auf.

Die Staatsanwaltschaft forderte im aktuellen Prozess Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Das Gericht blieb allerdings bei der Strafzumessung darunter. Als Haupttäter erhielten die Gründer und Anführer Francisco Jose Lopez Perea (33) mit dreieinhalb Jahren sowie Roberto Luengo Usano (34) mit drei Jahren das höchste Strafmaß.

Ins Gefängnis begleiten wird Usano, der am 20. April geboren ist, als weiterer führender Kopf von B&H dessen drei Jahre jüngerer Bruder Alberto, gegen den eine zweijährige Strafe verhängt wurde. Im Verfahren kam auch heraus, dass bei „Blood&Honour“ mit dem Status von Probe- und Vollmitgliedern umgegangen wurde.

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