Kontaktverbot oder „Verräter“?

Koblenz – Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz gegen Mitglieder und Unterstützer des neonazistischen „Aktionsbüros Mittelrhein“ stehen offenbar kurz vor ihrem Abschluss.

Freitag, 01. Juni 2012
Redaktion

Das Verfahren werde voraussichtlich in diesem Monat abgeschlossen, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Sie hatte gegen insgesamt 33 Neonazis wegen der Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, gefährlicher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen Ermittlungen eingeleitet. (bnr.de berichtete)

Von den 24 Beschuldigten, die nach einer Razzia Mitte März in Untersuchungshaft genommen worden waren, sitzen nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner zurzeit noch 21 Personen ein. Direkt nach den Durchsuchungen war der Haftbefehl gegen einen 19-jährigen Beschuldigten außer Vollzug gesetzt worden. Am 10. Mai wurde auch der Pulheimer Neonazi Axel Reitz aus der Haft entlassen. (bnr.de berichtete)

Mit öffentlichen Aktivitäten ist Reitz seither nicht mehr aufgefallen. In Neonazi-Kreisen wird inzwischen darüber spekuliert, ob Reitz mit einem Kontaktverbot zu seinen „Kameraden“ belegt worden ist, wie dies aus den Reihen der „Kameradschaft Aachener Land“ kolportiert wird. Ihm weniger wohlgesonnene Neonazis mutmaßen hingegen, Reitz könne einen „Deal“ mit den Ermittlern geschlossen haben und so zum „Verräter“ geworden sein. (ts)

 

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