Konspiratives „Joe Rowan Memorial“

Zu einem „Hammerskin“-Konzert mit fünf Rechtsrock-Bands sind am vergangenen Samstag Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und den Niederlanden nach Kirchheim angereist.

Dienstag, 23. Oktober 2018
Sebastian Lipp

Ein „Joe Rowan Memorial“-Konzert veranstalteten Neonazis am vergangenen Samstag in Kirchheim bei Erfurt. Die Teilnehmer reisten aus dem ganzen Bundesgebiet nach Thüringen. Darunter waren nach Informationen der Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss unter anderem auch Neonazis aus den Niederlanden. Der genaue Ort der Veranstaltung war zunächst unbekannt, auf dem szeneintern verteilten Flugblatt hieß es nur „Mitteldeutschland“.

Joe Rowan, für den das Konzert offenbar ein „Gedenken“ sein sollte, war der Sänger der US-amerikanischen Rechtsrock-Band „Nordic Thunder“ und Mitglied der „Hammerskins“. Er starb am 1. Oktober 1994 bei einer Schießerei im Anschluss an ein Rechtsrock-Konzert. In der internationalen Rechtsrock-Szene wird er seitdem als Märtyrer verehrt.

Drei der fünf Bands beim Allgäuer Plattenlabel „Oldschool Records“

Ihm zu Ehren reiste gemäß Ankündigung die Band „Blackout“ aus dem Vereinigten Königreich an. Aus Nordrhein-Westfalen ließen sich „Sleipnir“ und „Smart Violence“ engagieren. Dazu kamen „Kommando Skin“ aus Baden-Württemberg und „Kodex Frei“. Der bayerische Verfassungsschutz ordnet „Kodex Frei“ dem „Raum Kempten“ zu.

Aktuell geriet ein Tätowierer aus dem Raum Illertissen unter Druck, nachdem dessen Umfeld von seinem Engagement in den Rechtsrock-Bands „Kodex Frei“ und „Act of Violence“ erfuhr. Dies ist nach einer Recherche des Portals „Allgäu rechtsaußen“ über die Beteiligung eines örtlichen Neonazis an einer hippen Eventlocation öffentlich geworden.

Auffällig an dem Konzert in Kirchheim ist, dass drei der fünf Bands sich vom Plattenlabel „Oldschool Records“ im Allgäu verlegen lassen. Der „Oldschool Records“-Betreiber gilt als Führungsfigur der Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“, die Konzerte mit Bands aus dem Milieu der „Hammerskins“ und „Blood&Honour“ organisiert. (bnr.de berichtete)

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